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Unfallentwicklung stagniert / Radfahrer über 65 Jahre überproportional betroffen / ADFC: Sachsen muss Verkehrssicherheit bei der Verkehrsplanung ernster nehmen

Zum Beginn der Woche stellte das Sächsische Staatsministerium des Innern die Daten zur Unfallentwicklung 2016 in Sachsen vor. Mit 3.971 Fällen waren Radfahrer 2016 ähnlich oft an Unfällen mit Personenschäden beteiligt wie die Jahre davor. Bei den im Straßenverkehr getöteten Radfahrern stieg die Zahl von 17 im Jahr 2015 auf 26 und damit wieder auf das Level der Vorjahre. "Die Zahlen legen nahe, dass der Rückgang der getöteten Radfahrer in Sachsen 2015 offenbar nur ein statistischer Ausreißer war. Jeder im Straßenverkehr getötete Mensch ist einer zu viel." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "Unser Ziel muss es sein, dass möglichst kein Mensch im Straßenverkehr ums Leben kommt. Berlin hat diese 'Vision Zero' jetzt zum Ziel der städtischen Verkehrsplanung erklärt."

Genau das fordert der ADFC auch von der sächsischen Staatsregierung. "Im Koalitionsvertrag haben CDU und SPD 2014 miteinander vereinbart, dass sie mehr für die Verkehrssicherheit tun wollen. Davon ist bisher nichts zu erkennen." Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Sachsen hat sich auf ca. 110.000 eingependelt, jedes Jahr kommen zwischen 160 und 200 Menschen auf Sachsens Straßen ums Leben, darunter Jahr für Jahr etwa 25 Radfahrer. "Was die Verkehrssicherheit angeht, treten wir in Sachsen auf der Stelle." ist Krause verärgert.

"Bei jedem Unfall gibt es natürlich ein konkretes Versagen einzelner Verkehrsteilnehmer. Zu wenig Beachtung finden aber bisher die zahlreichen baulichen Mängel, die Unfälle mit Radfahrern begünstigen." ist der ADFC-Geschäftsführer Krause überzeugt. So ist die Wegeführung für Radfahrer oft uneindeutig oder endet abrupt. Besonders Kinder und ältere Radfahrer sind durch unklare Vorfahrtssituationen oft überfordert. 15 der 26 im Straßenverkehr getöteten Radfahrer waren älter als 65 Jahre. Das steht in keinem Verhältnis zur Fahrleistung dieser Altersgruppe und deutet auf Mängel der Infrastruktur hin, die große Teile der Bevölkerung überfordern. "Wir brauchen eine stärkere Aufmerksamkeit auf dieses Thema in der Verkehrsplanung und eine selbsterklärende Infrastruktur, die auch für kleine Kinder, Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie Menschen über 65 Jahre leicht und sicher benutzbar ist." so Konrad Krause.

Minister Dulig unternehme zwar gewisse Anstrengungen, den Radverkehr im Land voran zu bringen. Doch kommen die sächsischen Behörden mit dem Bau sicherer Rad-Infrastruktur kaum schneller voran als in den Jahren zuvor. "Der Minister muss endlich das deutsche Regelwerk der Radverkehrsplanung, die 'Empfehlungen für Radverkehrsanlagen', zur verbindlichen Planungsgrundlage in Sachsen machen." sagt Krause. Dagegen leiste das Ministerium aber starken Widerstand. Auch bei den Straßenverkehrsbehörden, die beispielsweise Verkehrszeichen anordnen und Geschwindigkeitsbegrenzungen festlegen, gibt es von Ort zu Ort erhebliche Differenzen in der Auslegung der StVO, mit teils haarsträubenden Ergebnissen. "Es sind zwar bestimmte Enwicklungen in die richtige Richtung zu erkennen, aber gerade beim Thema Verkehrssicherheit und der Planungsstandards kann man manchmal schon den Eindruck bekommen, dass unterhalb des Ministers manches völlig ungeordnet weiterläuft wie zu Zeiten von Sven Morlok." sagt Krause.

Auch bei der Vergabe von Fördermitteln an Kommunen spiele die Verkehrssicherheit und die Wegequalität in Sachsen bisher eine zu geringe Rolle, findet der ADFC-Geschäftsführer. Für die Instandsetzung großer Straßen erhalten die Kommunen ihre Mittel vom Freistaat inzwischen pauschal, also ohne eine Prüfung, ob der Anbau von Radwegen erforderlich ist oder ob es Probleme mit der Verkehrssicherheit gibt. "Diese pauschale Förderpraxis führt dazu, dass die Infrastruktur an vielen Stellen nicht sicherer wird und mit viel Geld sogar neue Unfallschwerpunkte gebaut werden." Ein prominentes Beispiel für ein solches gefördertes Projekt ist die Kreuzung Bautzner / Rothenburger Straße in Dresden, wo im Februar 2016 eine Radfahrerin von einem Betonmischer zusammenstieß und zu Tode kam. ADFC-Aktive sind der Überzeugung, dass auch die unsichere Verkehrsführung der 2013 neu gebauten Kreuzung eine Ursache für den Unfall ist.

Statistische Daten zum Radverkehr (Daten: Statistisches Landesamt Sachsen)
Verkehrsunfälle in Sachsen 1999-2016
Getötete Radfahrer 1995-2016

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Überfüllte Schulbusse: ADFC fordert sichere Radwege an der S 177 zwischen Medingen und Radeburg

Über 100 Kinder fahren täglich zwischen Medingen und Radeburg im Schulbus zur Schule. Oft kommt es dazu, dass die Busse mit mehr Kindern unterwegs sind als zulässig. Weil Beschwerden der Eltern wegen der überfüllten Busse bei den zuständigen Landkreisen kein Gehör fanden, schaltete sich die Polizei ein. Mehrfach wurden in den letzten Wochen Schulbusse kontrolliert und dabei festgestellt, dass diese deutlich überfüllt sind.

Was ein Problem für die Verkehrssicherheit ist, deutet auf ein weiteres hin: Zum überfüllten Schulbus bleibt den Schülern eigentlich keine sichere Alternative. Denn der Radweg an der Staatsstraße 177 zwischen Medingen und Radeburg hat entscheidende Lücken. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sieht im Fahrrad eine gute Alternative zum Schulbus und plädiert deshalb für einen Lückenschluss des Radweges an der S 177 zwischen Medingen und Radeburg in Großdittmannsdorf.

An vielen Abschnitten der S 177 zwischen Medingen und Radeburg existiert bereits ein Radweg. In der Ortsdurchfahrt Großdittmannsdorf ist die Wegführung aber über einen knappen Kilometer unterbrochen. Das fahren auf der Fahrbahn ist besonders durch die vielen LKW, die zwischen der A 4 und der A 13 durch den Ort abkürzen, für Schulkinder nicht wirklich eine Alternative. "In Großdittmannsdorf ist die Einordnung eines Radwegs für einen sicheren Schulweg dringend nötig" sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Am Ortsausgang Richtung Radeburg fehle außerdem eine Mittelinsel, damit die Schulkinder sicher auf die andere Straßenseite gelangen können. "Wir haben in Sachsen leider noch an vielen Stellen solche Lücken im Radwegenetz. Während bundesweit 25% aller Landstraßen über Radwege verfügen, sind es in Sachsen nur 11%" so Krause. "Bei der S 177 müssen Kommunen und Freistaat endlich an einem Strang ziehen und die noch klaffenden Lücken schließen, um das Radfahren sicher zu machen und eine Alternative zu den überfüllten Schulbussen zu entwickeln."

 

Hintergrund "Mit dem Rad zur Schule":

Fahren Schulkinder mit dem Rad zur Schule, stärkt das ihre Abwehrkräfte, beugt Übergewicht vor und gibt ihnen ein Stück Freiheit und Selbstbestimmtheit. Kinder, die ihren Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen sind insgesamt fitter als ihre Schulfreunde, die mit Auto oder Bus zum Unterricht gebracht werden. Mit dem Rad zur Schule, das hilft Kindern dabei ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen und sich selbständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Auch der Gleichgewichtssinn und die Koordination werden geschult - im Zeitalter von Smartphones und Computerspielen eine oft unterschätzte und unterentwickelte Fertigkeit.

Dass all diese wichtigen Lern- und Entwicklungsprozesse im Alltag unterstützt werden ist wichtig, denn Eltern können ihre Kinder nicht immer auf allen Wegen begleiten. Je mehr sich Schüler im Alltag bewegen, desto konzentrierter sind sie. Dadurch können sie dem Unterricht besser folgen, haben mehr Freude am Lernen und die Leistungen in der Schule verbessern sich - ein Kreislauf, der zum Schluss auch den Eltern zugute kommt.

Damit Eltern ihre Kinder mit einem guten Gefühl mit dem Rad auf den Schulweg schicken können, ist eine ausreichend sichere und selbsterklärende Rad-Infrastruktur erforderlich. Das ist vielerorts noch nicht der Fall: Radwege enden abrupt, Vorfahrtssituationen sind unklar und Querungshilfen fehlen. Nicht selten verbieten Schulleiter es ihren Schützlingen sogar, mit dem Rad zur Schule zu kommen. Die vielfältigen Vorteile, die das Rad auf dem Weg zur Schule ausspielen kann, werden auf diese Weise noch nicht genützt. Der ADFC setzt sich deshalb dafür ein, dass die Radinfrastruktur zügig ausgebaut wird. 1000 zusätzliche Kilometer Radweg an Staats- und Bundesstraßen hält der Fahrradclub allein in Sachsen für erforderlich. Dann wäre der bundesweite Durchschnitt erreicht und die Zahl sicherer Schulwege deutlich erhöht.


Informationen des ADFC zum Schulweg mit dem Fahrrad: http://www.adfc.de/presse/pressemitteilungen/mit-dem-rad-zur-grundschule--adfc-tipps-fuer-den-sicheren-schulstart-----

Der stark belastete Autobahnabschnitt der A 4 zwischen Willsdruff und dem Dresdner Norden sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Das Nadelöhr im Großraum bildet die etwa 14 Kilometer lange Passage der Autobahn durch das Elbtal. Um die 85.000 Fahrzeuge rollen hier täglich auf den sechs Autobahnspuren. Sogar ein achtstreifiger Ausbau der A4 über die Elbe stand bereits zur Diskussion. Doch für das mit mehr als 250 Mio. Euro angesetzte Großprojekte fehlen die Mittel. In den Verkehrswegeplan von Bundesverkehrsminister Dobrindt haben es die acht Spuren nicht geschafft.

Doch die Autobahn nimmt nicht nur überregionale Verkehre auf. Viele Pendler nutzen die A 4 auch für kürzere Strecken aus dem Dresdner Umland in die Stadt oder in die entgegengesetzte Richtung. Ein Ansatz, um über Alternativen zum Autobahnausbau nachzudenken, findet zumindest der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC): "Attraktive Rad-Infrastruktur vorausgesetzt, besteht hier aus unserer Sicht ein verhältnismäßig großes Verlagerungspotential zum Radverkehr." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Seit Anfang 2017 finanziert der Bund zur Entlastung verstopfter Fernstraßen und Autobahnen komfortable und nahezu kreuzungsfreie Rad-Trassen. Für solche "Radschnellwege" gibt es im Dresdner Raum bereits Vorplanungen. Eine Verbindung soll von Radeberg nach Willsdruff führen.

"Um das Potential zu erfassen, ob sich nennenswerte regionale Pendelströme mit einem Radschnellweg von der überlasteten Autobahn holen lassen, brauchen wir mehr Daten, welche Ziele und Quellen über die A 4 angefahren werden." sagt Krause. Der ADFC schlägt deshalb eine Analyse der Verkehrszusammensetzung auf diesem sensiblen Abschnitt der Autobahn vor.

Andere Regionen sind indes ein paar Schritte weiter: Nordrhein-Westfalen plant mit dem 100 km langen "Radschnellweg Ruhr" den bislang längsten Radschnellweg in Deutschland. Quer durchs Ruhrgebiet soll er die das dortige Autobahnnetz entlasten. Auch hier ging der Planung eine Potentialanalyse voran, die ergab, dass die Hälfte der Pkw-Fahrten weniger als 15 Kilometer lang waren. Die Alternative zum Radschnellweg wären auch im Ruhrgebiet Ausbaumaßnahmen im Autobahnnetz im hohen dreistelligen Bereich gewesen. Geld, das bereits zur Sanierung der bestehenden Infrastruktur benötigt wird.

Der ADFC hatte sich schon in den 1990er Jahren erfolgreich dafür stark gemacht, dass die Autobahnbrücke über die Elbe mit Radwegen ausgestattet wird. Die inzwischen 20 Jahre alten Wege sind jedoch bisher nicht gut ans Rad-Netz angebunden. Das könnte sich nun mit einem Radschnellweg als Entlastungsstrecke der Autobahn ändern, so die Hoffnung des ADFC-Geschäftsführers.

 

Hintergrund

Radschnellwege werden in den Niederlanden („Snelfietsroutes“) und in Flandern („Fietsostrades“) bereits seit Jahren erfolgreich als Alternative für Pendler, Lastentransporte und Freizeitfahrten genutzt. Kerngedanke solcher überregionalen Radverkehrsverbindungen ist, das komfortable und zügige Fahrradfahren auch über längere Distanzen zu ermöglicht. Dafür werden Radschnellwege separat vom Kfz-Verkehr mit einem leichtläufigen Belag, großzügiger Breite und einer weitgehend geraden, kreuzungsfreien Streckenführung ausgestattet. Ziel ist, dass sich die Radstrecke als Alternative zum Autofahren bewähren kann – und dass darauf auch längere Strecken (10 bis 15 km) als sonst üblich (ca. 5 km) zurückgelegt werden können.

Das bekannteste Projekt in Deutschland ist der Radschnellweg Ruhr quer durch das Ruhrgebiet. Aber auch der Freistaat Bayern treibt die Modernisierung seiner Verkehrsinfrastruktur konsequent voran. Dort werden bis 2019 über 200 Millionen in für den Ausbau der Radwege an Staats- und Bundesstraßen investiert und in den Metropolregionen Projekte für Radschnellverbindungen vorangetrieben.

Weitere Informationen

ADFC zu Radschnellwegen: http://www.adfc.de/verkehr--recht/radverkehr-gestalten/radverkehrsfuehrung/radschnellwege

Entwurf Fortschreibung Regionalplan Oberes Elbtal/Osterzgebirge (dort Arbeitskarte 2 und im Textteil S.49/50)

Radschnellverbindungen im Großraum Dresden (detaillierte Forschungsarbeit)

Pressemitteilung: Übergabe der Petition für einen Radweg an der B 173 zwischen Zwickau und Mülsen

Heute übergeben Vertreter der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) dem Präsidenten des Sächsischen Landtags, Matthias Rößler, die Petition zum Bau eines Radwegs an der B 173 zwischen Zwickau und Mülsen. Mit seiner Petition fordert der ADFC einen schnellen Planungs- und schnellsmöglichen Baubeginn des ca. 2.600 Meter Radwegs zwischen Zwickau (Kaufland) und Lippoldsruh. Das Projekt war bereits in den 1990er Jahren Bestandteil der Zwickauer Radverkehrskonzepts. Das Projekt dümpelt seit Jahren vor sich hin. Eine wesentliche Ursache dafür liegt im Personalmangel des Freistaats, der für die Planung zuständig ist.

"Das Fahrrad erlebt in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Doch wenn das Radfahren auch außerhalb von Ortschaften sicher und attraktiv werden soll, muss der Freistaat seine Infrastruktur dafür fit machen." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Bundesweit verfügen inzwischen 40% der Bundes- und 25% der Landstraßen über Radwege, in Sachsen liegen diese Werte aktuell bei 27,5% bzw. 10,8%.

Hintergrund

Auf dem östlich von Zwickau gelegenen Abschnitt der B 173 fahren täglich etwa 12.000 Autos. Durch die dicht beieinanderliegenden Quellen und Ziele im Verdichtungsraum Zwickau hat die Straße eine außerordentlich große Bedeutung auch für den Radverkehr. Aufgrund des fehlenden Weges ist die Straße aber weder verkehrssicher noch lädt sie dazu ein, die kurzen Wege zwischen Zwickau und Mülsen mit dem Fahrrad zurückzulegen. Das heißt, diese gesunde Fortbewegungsart wird hier bislang regelrecht unterdrückt.

Da es sich um eine Bundesstraße handelt, liegt die Planungsverantwortung beim Freistaat Sachsen. Hier fehlen jedoch seit Jahren ausreichend Planer, die solche Radwegprojekte zur Baureife bringen. Mit dem selbstgesteckten Ziel, bis zum Jahr 2025 an Staats- und Bundesstraßen in zehn Jahren 538 km neue Radwege zu schaffen, kommt der Freistaat deshalb kaum voran. Nur 21 Kilometer Radwege an Bundesstraßen wurden 2014 in Sachsen neu eröffnet, 2015 lediglich 15 Kilometer, bis Oktober 2016 kamen noch 9 Kilometer hinzu.

Der ADFC sieht einen deutlich größeren Mehrbedarf an Radwegen für Bundes- und Staatstraßen in Sachsen. Den Bau von1000 neuen Radwegkilometern fordert der Fahrradclub innerhalb der nächsten zehn Jahre, 300 Kilometer davon an schwer belasteten Bundesstraßen wie der B 173 zwischen Zwickau und Mülsen.

ADFC Sachsen empfiehlt Spikereifen im Winter

Regelmäßige Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung, stärkt das Immunsystem und schützt vor Infekten. Auch gegen schlechte Stimmung in der dunklen Jahreszeit gibt es eigentlich nur ein wirksames Mittel: Sportliche Aktivität an der frischen Luft. "Um den Körper in Gang zu bringen und sich vor den typischen Krankheiten der Erkältungssaison zu schützen ist es ratsam, möglichst eine halbe Stunde täglich unter freiem Himmel aktiv zu sein. Diese kleine Fitnesseinheit ist gerade im Winter sinnvoll und lässt sich gut in den Alltag einbauen - auf dem Weg zur Arbeit mit dem Rad." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeine Deutsche Fahrrad-Clubs Sachsen (ADFC).

Neben einer zuverlässigen Lichtanlage und heller Kleidung empfiehlt der ADFC zum Radfahren im Winter spezielle Fahrradreifen mit Spikes. Diese ermöglichen auch bei Schnee rutschfreies Radfahren. Kleine Metallnägel in der Reifenoberfläche sorgen selbst auf eisglattem Untergrund für den nötigen Halt und machen es möglich, dass alltägliche Wege auch im Winter mit dem Rad zurückgelegt werden können.

"Ich nutze selbst seit einigen Jahren Spikereifen und war anfangs wirklich erstaunt, wie gut sie auf Schnee und Eis haften. Spikereifen gibt es heute eigentlich für alle gängigen Fahrräder. Damit die Reifen wirklich passen und ihren Zweck erfüllen ist eine Beratung beim Fachhändler schon empfehlenswert." sagt Krause. Viele Spikes, wenig Spikes, breite Reifen, schmale Reifen: Fahrradreifen mit Spikes gibt es in verschiedensten Größen und Ausführungen. Praktisch sind auch solche Spikereifen, bei denen sich die Spikes in der Reifenschulter befinden. Dadurch wird hervorragender Kurvenhalt mit hoher Laufruhe kombiniert.

Selbst wer im Winter keine Spikereifen an sein Fahrrad bauen möchte ist gut beraten, sich mit der Bereifung am Rad zu befassen. Einerseits gibt es auch spezielle Winterreifen ohne Spikes. Ähnlich wie beim Auto sorgt hier eine andere Gummimischung und ein spezielles Profil für mehr Grip bei Schnee. Bei Glätte sollte man außerdem auf den Luftdruck achten. Je niedriger der Luftdruck im Reifen, desto besser ist die Haftung auf glattem Untergrund. Doch Achtung: Bei zu niedrigem Luftdruck steigt auch das Risiko einer Reifenpanne.

Auch als Weihnachtsgeschenk findet Krause die speziellen Winterreifen geeignet: "Für Allwetterfahrer die bisher noch mit normalen Reifen fahren, sind Spikereifen unterm Weihnachtsbaum nicht die verkehrteste Idee." ist Krause überzeugt.

Weitere Informationen zum Radfahren im Winter gibt es unter www.adfc.de/winter

Pressefotos zum Thema Sicherheit und Radfahren im Winter finden Sie hier: www.adfc.de/pressefotos/pressefotos-sicherheit-und-technik

Nach schweren Unfällen: Fahrradclub sieht Verantwortung für schwere Unfälle auch bei den Kommunen

Innerhalb weniger Tage wurden in Leipzig zwei Radfahrer in sehr schwere Unfälle verwickelt. In beiden Fällen waren plötzlich geöffnete Autotüren die Ursache. Eine Frau wurde beim Ausweichmanöver von einer Straßenbahn erfasst und verstarb noch am Unfallort. Auch wenn der unachtsam die Autotür öffnende Autofahrer die Hauptschuld trägt, liegt aus Sicht von Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) ein Teil der Verantwortung bei den Kommunen. Solch extreme Unfälle lassen sich vermeiden, wenn Radfahrer ausreichend Platz haben, um einen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos halten zu können. Ist dieser Platz nicht vorhanden, muss an Hauptradrouten auf solche gefährlichen Parplätze verzichtet werden, so der Geschäftsführer des Fahrradclubs.

"Viele Unfälle mit geöffneten Autotüren lassen sich vermeiden, wenn wir die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ernster nehmen würden. Schon seit längerer Zeit haben wir Gefahrenstellen mit sich öffnenden Autotüren im Blick. Auch wenn es den Kommunen schwer fällt, den Autofahrern auch mal einen Fußweg zuzumuten, weil der Parkplatz vor der Tür ein Unfallrisiko darstellt, die Sicherheit aller sollte uns wichtiger sein."

In vielen Städten ist an wichtigen Hauptrouten des Radverkehrs das Parken erlaubt. Wenn dann Planer die erforderlichen Sicherheitsstreifen zwischen Radwegen und Parklücken nicht einhalten, so wie an der Fritz-Reuter-Straße in Dresden, kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Hier wurde erst im Januar ein Radfahrer Opfer einer sich plötzlich öffnenden Autotür. Er verstarb noch am Unfallort.

Bei den genannten Fällen handelt es sich nicht um Einzelfälle. Allein für das Jahr 2016 hat der ADFC zahlreiche Fälle in Sachsen dokumentiert (siehe Liste im Anhang). Allein in Leipzig werden jedes Jahr etwa 50 Radfahrer Opfer sich öffnener Autotüren, der ADFC geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

Krause fordert deshalb die sächsischen Kommunen dazu auf, an Hauptrouten des Radverkehrs Längsparken nur noch dann zu erlauben, wenn ausreichend breite Sicherheitsstreifen vorhanden sind. Der Freistaat sei außerdem in der Pflicht, den Kommunen klare Vorgaben zu machen. "Nach der StVO sind Kommunen dazu verpflichtet, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Wo der Platz für die nötigen Sicherheitsabstände nicht ausreicht, kann es am Straßenrand eben keine Parkplätze geben."

"Wir brauchen in Sachsen dringend eine Debatte über die Verkehrssicherheit. Wenn sich Polizei und Straßenverkehrsbehörden lediglich auf die Unachtsamkeit einzelner Verkehrsteilnehmer herausreden ist das zu kurz gesprungen. Denn gerade im Rad- und Fußverkehr sind es die vor allem die, die unseren besonderen Schutz brauchen, Kinder und ältere Menschen, die überdurchnittlich von schweren Unfällen betroffen sind."

Der ADFC fordert deshalb auch das Land dazu auf, tätig zu werden. "Verkehrsminister Martin Dulig bekleidet das Amt der obersten Straßenverkehrsbehörde und steht in der Verantwortung, hier deutlich mehr zu tun und die unteren Behörden entsprechend anzuweisen."

Daneben hält es der ADFC-Geschäftsführer auch für notwendig, dass die Städte die geltenden Regeln durchsetzen. "Wir haben in den Großstädten eindeutig ordnungsrechtliche Defizite. Wenn der Verfolgungsdruck auf Falschparker zu niedrig ist, nützt auch eine gute Verkehrsplanung nicht viel." so Krause. Die Städte müssten deshalb auch ausreichend Personal bereitstellen, um der zunehmenden Verkehrsgefährdung durch Falschparker Herr zu werden.

Am Mittwoch verabschiedete das Bundeskabinett den Bundesverkehrswegeplan 2030. Im Plan des Verkehrsministers findet sich nun - entgegen ersten Entwürfen - auch ein Passus zu Radschnellwegen. Ein großer Erfolg, für den der ADFC lange gekämpft hat!

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC, freut sich über diese Wendung bei der Erarbeitung des Bundesverkehrswegeplans. "Die zentrale Forderung des ADFC an Minister Dobrindt war die Aufnahme von Radschnellwegen in den Bundesverkehrswegeplan. Immer mehr Menschen nutzen auf dem Weg zur Arbeit. Damit sparen sie nicht nur Geld, sondern verbinden auf ideale Weise Fitness und Fortbewegung. Radschnellwege erhöhen die möglichen Distanzen für Wege mit dem Fahrrad noch einmal entscheidend."

An verschiedenen Stellen in Sachsen gibt es bereits Vorplanungen für Radschnellwege. Im Dresdner Raum insbesondere entlang des Elbtals (Pirna - Heidenau - Dresden-Gruna - Dresden-Zentrum - Cossebaude - Coswig – Meißen) und in Nord-Süd-Richtung (Radeberg - Dresden-Klotzsche - Dresden-Neustadt - Dresden-Zentrum –  Freital - Malter - Dippoldiswalde). Diese Routen fanden bereits Eingang in den Entwurf für die Fortschreibung des Regionalplans Oberes Elbtal/Osterzgebirge - ein wichtiges und verbindliches Planungsinstrument für die überörtliche Regionalplanung. Im westsächsischen Raum sind für Radschnellwege insbesondere die Verbindungen zwischen Leipzig und Halle (Halle (Zentrum)  - Leipzig (Schkeuditz) - Gohlis Süd - Leipzig Zentrum - Südvorstadt - Markkleeberg) sowie zwischen Leipzig und Markkleeberg (Markkleeberg - Connewitz - Elsterbecken - Neue Luppe - Weiße Elster) interssant.

Krause: "Nun ist der Freistaat am Zug. Der sächsische Verkehrsminister Dulig sollte schnellstmöglich die vorhandenen Planungsansätze konsequent weiterentwickeln - auch mit Hilfe der angekündigten Unterstützung des Bundes!"

Radschnellwege werden in den Niederlanden („Snelfietsroutes“) und in Flandern („Fietsostrades“) bereits seit Jahren erfolgreich als Alternative für Pendler, Lastentransporte und Freizeitfahrten genutzt. Kerngedanke solcher überregionalen Radverkehrsverbindungen ist, das komfortable und zügige Fahrradfahren auch über längere Distanzen zu ermöglich. Dafür werden Radschnellwege separat vom Kfz-Verkehr mit einem leichtläufigen Belag, großzügiger Breite und einer weitgehend geraden, kreuzungsfreien Streckenführung ausgestattet. Ziel ist, dass sich die Radstrecke als Alternative zum Autofahren bewähren kann – und dass darauf auch längere Strecken (10 bis 15 km) als sonst üblich (ca. 5km) zurückgelegt werden können.

Das bekannteste Projekt in Deutschland ist der Radschnellweg 1 quer durch das Ruhrgebiet. Aber auch der Freistaat Bayern treibt die Modernisierung seiner Verkehrsinfrastruktur konsequent voran. Dort werden bis 2019 über 200 Millionen in für den Ausbau der Radwege an Staats- und Bundesstraßen investiert und in den Metropolregionen Projekte für Radschnellverbindungen vorangetrieben.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat eine Unterschriftensammlung für den schnellen Baubeginn einer Radverbindung zwischen Zwickau und Mülsen begonnen. Der Fahrradclub fordert das Land dazu auf, noch in diesem Jahr die Planungen für den schon lange diskutierten Radweg an der B 173 wieder aufzunehmen.

"Die Strecke ist ja nicht nur für den Autoverkehr wichtig. Sie ist auch für viele Radfahrer zwischen Zwickau, Lippoldsruh, Mülsen und Lichtenstein eine alternativlose Route." sagt Ute Gubick von der Zwickauer ADFC-Ortsgruppe. "Auf dem östlich von Zwickau gelegenen Abschnitt der B 173 fahren täglich etwa 12.000 Autos. Aufgrund des fehlenden Weges ist die Straße aber weder verkehrssicher noch lädt sie dazu ein, die kurzen Wege zwischen Zwickau und Mülsen mit dem Fahrrad zurückzulegen."

Die Verbindung ist als Bestandteil der Radverkehrskonzepte der Stadt Zwickau, des Landkreises Zwickau sowie des Freistaats Sachsen jeweils mit der höchsten Prioritätsstufe enthalten. Auch die Gemeinde Mülsen ist an einer guten Radverkehrsverbindung nach Zwickau interessiert. Im Moment scheitert die Umsetzung daran, dass im zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr keine Planungskapazitäten frei sind, um diese Radwegverbindung voranzubringen.

Im Stadtgebiet von Zwickau wurden an der B 173 bereits Radfahrstreifen angelegt. "Damit die Verbindung wirklich nutzbringend ist, muss nun das Land mit den Planungen loslegen." sagt Gubick. "Da aber bisher eher das Gegenteil der Fall ist und die Planungen derzeit ruhen, möchten wir mit unserer Petition die Abgeordneten des Sächsischen Landtags auf diesen Missstand aufmerksam machen."

Auch Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC-Landesverbands, unterstützt die Petition. "Im Koalitionsvertrag haben sich SPD und CDU entschlossen, den Radverkehr engagiert fördern zu wollen. Mit der Sächsichen Radverkehrskonzeption ist eine planerische Grundlage vorhanden und die Finanzierung für Radwege an Bundesstraßen übernimmt der Bund. Es ist doch ein schlechter Witz, wenn jetzt alles verzögert wird, nur weil ein paar Planer fehlen, um die politischen Ziele umzusetzen."

Da sich die ADFC-Petition an den Sächsischen Landtag richtet, hat jeder die Möglichkeit zu unterschreiben, nicht nur Anwohner aus Zwickau oder Mülsen.

Zur Petition: www.openpetition.de/petition/online/radweg-zwischen-zwickau-und-muelsen-jetzt

Zur Forderung des Königsteiner CDU-Stadtrates Andreas Müller, zwischen Königstein und Bad Schandau die B 172 für den Radverkehr zu sperren, meldet sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club zu Wort. Müller forderte, dass Radfahrer von und nach Bad Schandau über die Königsteiner Elbfähre übersetzen sollen. Autofahrer würden, so Müller, durch die Radfahrer auf der Bundesstraße "zu gefährlichen Überholmanövern animiert."

Konrad Krause vom ADFC Sachsen ist über diese Aussage überrascht. "Der Ausbau des Elberadwegs läuft in anderen Gegenden schon seit über 20 Jahren. Die Kommunalpolitiker in Königstein und Bad Schandau hatten wirklich genug Zeit, sich um eine vernünftige Radverbindung zwischen ihren Städten zu kümmern. Nachdem man das über Jahre verschlafen hat, ist einfach unredlich und populistisch, auf die Radfahrer zu schimpfen, die sich mangels einer brauchbaren Alternative ihre Wege suchen."

"Wenn alle Städte am Elberadweg so mit den Radtouristen umspringen würden, hätte es der Elberadweg niemals zu dem touristischen Wirtschaftsfaktor geschafft, der er seit ein paar Jahren ist. Selbstverständlich wird es höchste Zeit, dass die Lücke des Elberadwegs zwischen Königstein und Bad Schandau endlich fertiggestellt wird. Doch die Touristen am Elberadweg gegen den Autoverkehr auszuspielen, halte ich für keine besonders gute Idee. Sachsen steht mit anderen Radtourismusregionen im Wettbewerb und wir sollten uns hier ins Zeug legen, dass wir nicht den Anschluss verlieren." so Krause.

Der ADFC-Geschäftsführer hält eine Sperrung der B 172 zwischen Königstein und Bad Schandau rechtlich für kaum möglich und auch nicht für wünschenswert. Stattdessen sollte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mindestens bis zur Fertigstellung des neuen Radwegabschnitts an der Elbe auf der Bundesstraße ein Tempolimit und gegebenenfalls ein Überholverbot anordnen.

"Die Straße ist für alle Verkehrsteilnehmer nutzbar, denn Bundesstraßen sind grundsätzlich nicht dem Autoverkehr vorbehalten. Es gilt hier, wie überall im Straßenverkehr, dass alle aufeinander Rücksicht nehmen. Dass Herr Müller den Radfahrern die Schuld in die Schuhe schieben will, wenn Leute mit ihrem Auto riskant überholen, spricht doch Bände. Eine solche Windschutzscheibenperspektive wird sicher nicht dazu führen, dass es für Radfahrer zum Schluss sicherer wird."

Zwischen Bad Schandau und Königstein gebe nicht nur Radtouristen, die vielleicht mehr Zeit und Muße haben, um einen Umweg in Kauf zu nehmen. Auch Radsportler und Anwohner haben zum Beispiel ein Recht, die Straße zu gefahrlos benutzen. Daran würde auch der neue Radwegabschnitt an der Elbe nichts ändern. Eine Sperrung der Bundesstraße für den Radverkehr wird laut Krause einer rechtlichen Prüfung nicht standhalten, da andere Möglichkeiten bestehen, etwa ein Überholverbot oder eine Drosselung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Die Verkehrsunfälle der Vergangenheit zeigen, dass auf der B 172 in der Sächsischen Schweiz völlig unabhängig vom Radverkehr Handlungsbedarf besteht.

 

Hintergrund: Die Zahl der Radfahrer auf dem Elberadweg nimmt von Jahr zu Jahr stetig zu. Besonders an den Sommerwochenenden sind sehr viele Ausflügler und Radtouristen  unterwegs. Zwischen Mai und Oktober befahren den Radweg etwa 350.000 Radtouristen. Er ist damit in Sachsen der am stärksten befahrene Radweg und in der Region ein Wirtschaftsfaktor von wachsender Bedeutung. Deutschlandweit bringen Fahrradtouristen jedes Jahr etwa 10 Mrd. Euro Umsatz, Tendenz steigend.

Zwischen Königstein und Bad Schandau stieg das Radverkehrsaufkommen in den letzten Jahren an, auch begünstigt durch den kontinuierlichen Wegeausbau auf tschechischer Seite. Für viele Radfahrer ist die Nutzung der Bundesstraße an diesem Abschnitt die einzige ersichtliche Alternative zum kaum passierbaren Holperweg am Fluss, denn dass rechtselbisch ein Radweg verläuft, ist von der linken Flussseite her nicht erkennbar ausgeschildert. Ganz offensichtlich wissen die Zuständigen in Bad Schandau und Königstein noch nicht recht, wie sie vom wachsenden Strom der Elbradwegtouristen profitieren können.