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Wer einmal auf die Idee kommt, sein Fahrrad in öffentlichen sächsischen Verkehrsmitteln  mitzunehmen, wird schnell das sächsische Tarifwirrwar lieben lernen. Alleine 5 (!) verschiedene Verkehrsverbünde mit jeweils eigenen Tarifen und eigenem Kleingedruckten gibt es im Freistaat (siehe Kasten). Weil das noch nicht verwirrend genug ist, sind da auch noch Bereiche, die zu keinem Verkehrsverbund gehören – mit eigenen Regeln zum Ticketkauf. Wer Verbundgrenzen überqueren will, muss wieder andere Vorschriften beachten. Zudem gibt es noch etliche Sonderangebote, die teilweise auch in Bayern, Tschechien und Polen gelten.

Beispiel 1: VVO  – MDV

Im Frühjahr 2007 war ich von Dresden aus, mehr oder weniger den ganzen Tag, mit dem VVO (Raum Dresden-Oberelbe) unterwegs. Abends sollte es dann nach Leipzig gehen. Auf jeder Fahrt zwischen Dresden und Leipzig hatte ich in der Regionalbahn immer wieder gehört, dass der eine Verkehrsverbund in Riesa (VVO) endet und der andere in Oschatz (MDV) beginnt. Nach meiner Logik grenzten VVO und MDV damit aneinander. In Wirklichkeit tun sie dies jedoch nicht.

Torsten Schönebaum

Im vergangenen Jahr sind in Sachsen mehr als 15.000 Fahrraddiebstähle angezeigt worden. Die Polizei konnte allerdings nur etwa jeden achten dieser Fälle aufklären, nämlich knapp 1.900 oder 12,4 Prozent. Besonders in Leipzig und Dresden sind Fahrraddiebe aktiv – und werden kaum erwischt. Mit 6,2 beziehungsweise 8,9 Prozent waren die beiden Städte bei der Aufklärungsquote im vergangenen Jahr die sachsenweiten Schlusslichter. „Auf dem Land“ ist die Polizei deutlich erfolgreicher: So konnte sie im Muldentalkreis 35 Prozent aller angezeigten Fahrraddiebstähle aufklären.

Unser Leipziger ADFC-Vorstandsmitglied Winfried Niebes will sich im Bundes-Fachausschuss Öffentlicher Verkehr um die Thematik „Nahverkehr“ kümmern. Es sollen jedoch nicht nur die Belange der Radfahrer, sondern die aller Reisenden in Bahnen und Bussen behandelt werden. Das leidige Thema der Radmitnahme im Fernverkehr, insbesondere im ICE, wird auf höchster Ebene des ADFC „politisch“ bearbeitet. Wer also Erfreuliches oder negative Erfahrungen erlebt hat, bitte mit kurzem Beitrag melden an: winfriedniebes (at) gmx.de

Der ADFC Leipzig e.V. führt zurzeit am Zschopauradweg zwischen Frankenberg und Döbeln-Technitz eine Schwachstellenanalyse durch. Auftraggeber ist der Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland, der aktiv darum bemüht ist, die Bedingungen für den Fahrradtourismus in der Region zu verbessern.

Die Sächsische Radverkehrskonzeption 2005 kritisiert am Zschopauradweg vor allem die zahlreichen Steigungen und die flussferne Führung. In Absprache mit den einzelnen Gemeinden will der ADFC Leipzig Routenverlegungen zur Minimierung der Steigungen vorschlagen. Außerdem werden die Wegweisung und der Ausbaustandard auf Mängel überprüft. Die Schwachstellenanalyse wird Ende November 2008 abgeschlossen sein.

Neue Wegweiser am Muldentalradwanderweg

2007 hat der ADFC Sachsen e.V. für den Muldental-Radwanderweg eine Schwachstellenanalyse durchgeführt. Für etwa 300 km Flussradweg wurden alle Schwachstellen hinsichtlich Wegweisung, Ausbaustandard und Routenführung in Befahrungsprotokollen erfasst. Außerdem wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt.

Bei der Beseitigung der aufgezeigten Schwachstellen sind nun die Kommunen zwischen Hartenstein an der Zwickauer Mulde, Nossen an der Freiberger Mulde und Löbnitz an der Vereinigten Mulde gefordert. Und sie sind dabei unterschiedlich schnell. Ein großes Lob gebührt der Stadt Döbeln. Sie hat nicht nur Abschnitte des Muldental-Radwanderweges, die 2007 zweimal überflutet und zerstört worden waren, im Frühjahr 2008 asphaltiert, sondern im Juni die gesamte Stadt mit Wegweisern nach den Standards der Radverkehrskonzeption Sachsen ausgestattet. Die Stadt ist damit hinsichtlich ihrer Beschilderung fortschrittlicher als die Landeshauptstadt Dresden am beliebtesten Radfernweg Deutschlands.

Für die Mulde bleibt zu hoffen, dass die Schilder in Döbeln recht lange erhalten bleiben und dass die anderen Gemeinden nachziehen, damit das Radeln an der Mulde so richtig zum Vergnügen wird!

Antje Clauß und Monika Micheel

 

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