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Um die 20.000 Fahrraddiebstähle wurden in den letzten Jahren in Sachsen zur Anzeige gebracht - pro Jahr. Trotz der verhältnismäßig niedrigen Aufklärungsquote von ca. 14% bei Fahrraddiebstählen landen mehr und mehr Räder in den Depots der sächsischen Polizei. Bei Razzien und durch Zufallsfunde werden immer wieder Fahrräder aus dem Verkehr gezogen, die offensichtlich gestohlen sind, deren rechtmäßiger Eigentümer aber so leicht nicht ausfindig zu machen ist. Die Lagerfläche jedoch ist begrenzt - ein zunehmendes Problem. Allein die Polizeidirektion Dresden lagert mehrere hundert gefundene Räder, ohne eine einfache Möglichkeit, sie dem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen zu können.

"Vermissen Sie Ihr Fahrrad?" fragt deshalb die Berliner Polizei, die sich vor ähnliche Probleme gestellt sieht. Um die Frage beantworten zu können, haben die Ordnungshüter in der Bundeshauptstadt eine öffentlich zugängliche Datenbank eingerichtet, über die jedermann nachsehen kann, ob das verschwundene und heiß geliebte Zweirad unterdessen wieder aufgetaucht ist.

Eine Idee, die auch der ADFC Sachsen im letzten Jahr dem sächsischen Innenministerium vorgestellt hat. Bislang leider ohne Erfolg. Zitat des Antwortschreibens im Auftrag von Innenminister Markus Ulbig (CDU): "Für gestohlene Fahrräder stehen solche Maßnahmen nicht im Verhältnis."

Vermissen Sie Ihr Fahrrad? bei der Zentralstelle für Prävention der Polizei Berlin
Schreiben des ADFC Sachsen an den Sächsischen Innenminister vom 6. Oktober 2015
Antwortschreiben des Sächsischen Innenministers vom 3. November 2015

Seit dem Fahrplanwechsel verkehren auf der Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig Züge der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB). Sie bestehen aus aufgearbeiteten Waggons der Deutschen Reichsbahn. Bestellt hat die Züge der Verkehrsverbund Mittelsachsen. Bis zum Dezember 2015 fuhren hier Dieseltriebwagen der Baureihe 612 mit Neigetechnik.

Bei vielen Reisenden stößt das Bahnangebot auf Kritik. „Dieser Zug schadet Chemnitz“ war in der Zeitung zu lesen, die Leserbriefseiten der Freien Presse sind seit Wochen mit kritischen Zuschriften gefüllt. Für die Fahrradbeförderung in den MRB-Zügen hat sich von den vielen Kritikern noch keiner interessiert. Wir haben uns das Angebot deshalb einmal näher angesehen.

Die Symbole, die die Sonderabteile kennzeichnen, sind sehr klein. Dennoch gibt es in fast jedem Wagen ein Mehrzweckabteil, in dem auch Fahrräder mitgenommen werden können. Ein etwas größeres Abteil für etwa zehn Räder befindet sich in Richtung Leipzig am Anfang des Zuges. Wenn sich die Reisenden einigen können, sind es sicher ein paar mehr. Der Zugbegleiter sagte uns, es gäbe keine Anweisung, wie viele Räder mitgenommen werden dürfen.

Unsere Pressekonferenz zum Radverkehr in Sachsen letzte Woche hat ein erhebliches Echo erzeugt. Hier die Meldungen, die wir mitbekommen haben:

Sächsische ZeitungMDR 1 Radio SachsenMDR SachsenspiegelFocus OnlineDresdner Neueste NachrichtenNeues Deutschland, Freie Presse, Leipziger Volkszeitung, Sächsische ZeitungWelt OnlineRTL Online, Radio PSR, Leipziger Internet ZeitungRadio Mephisto 97.6 und Morgenpost.

In der Folge sah sich das Sächsische Verkehrsministerium veranlasst, den Referatsleiter für Kommunalen Straßenbau schnell noch zum Radverkehrsbeauftragten zu benennen. Diese mediale und daraus folgend auch politische Präsenz würde nicht gelingen ohne die Beiträge unserer über 4000 Mitglieder und die zahlreichen großzügigen Spender. Sie machen die unabhängige Arbeit des ADFC auf Landesebene erst möglich.

Seien auch Sie dabei und unterstützen uns jetzt durch Ihre Spende oder eine Mitgliedschaft im ADFC. Danke!

Am 31. März 2016 hat der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen e.V. (ADFC) vor der Landespressekonferenz den Grundsatzbeschluss des ADFC für den Radverkehr in Sachsen präsentiert.

Der ADFC fordert deutlich größere Anstrengungen beim Radwegebau an Bundes- und Staatsstraßen. Um zum Bundesdurchschnitt aufzuschließen, ist in den nächsten zehn Jahren der Neubau von 1000 km überörtlichen Radwegverbindungen im Freistaat erforderlich. Bundesweit verfügen 40% der Bundes- und 25% der Landstraßen über Radwege, in Sachsen liegen diese Werte derzeit bei lediglich 27,5% bzw. 10,8%. Bis zum Jahr 2025 plant der Freistaat, zusätzliche 538 km zu bauen.

ADFC-Vertreter aus Bautzen, Chemnitz, Dresden, Freiberg, Görlitz, Leipzig und Radebeul haben sich am Wochenende in Dresden zur Landesdelegiertenversammlung getroffen. Dabei wurde ein neuer Vorstand gewählt: Franziska Tennhardt, Rolf Leonhardt, René Gerullis und Olaf Matthies führen den Verein nun für die nächsten zwei Jahre.

Neben der Neuwahl des Vorstandes wurde ein Antrag zu radverkehrspolitischen Zielen in Sachsen, der Haushalt des ADFC Sachsen sowie weitere Anträge, unter anderem Änderungen der Vereinssatzung beschlossen. Die Landesversammlung ist nach dem Vorstand das höchste Organ des ADFC Sachsen. Sie setzt sich zusammen aus den Delegierten der sächsischen Ortsgruppen des ADFC.

agfs logoImmer mehr Gemeinden in Deutschland wollen mehr für den Radverkehr tun. SIe haben erkannt, dass die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrende die Gemeinden attraktiver macht. Und da auch hier gilt: "Gemeinsam geht's leichter",  bilden sich in vielen Bundesländern Arbeitsgemeinschaften fahrradfreundlicher Städte (AGFS). Wissenstransfer, ein wirksames Qualitätsmanagement und die Durchführung gemeinsamer Aktionen bringen den Radverkehr besser voran, als es jeder für sich allein könnte. So wurden Nordrhein-Westfalen unter Federführung der dortigen AGFS die ersten Radschnellwege in Deutschland geplant und gebaut. Seit über 20 Jahren sorgt dort der Zusammenschluss erfolgreich für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung.

Nicht nur aus Sicht des ADFC ist die AGFS an Rhein und Ruhr ein ein Vorbild für den Freistaat. Im sächsischen Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien SPD und CDU zum Beginn ihrer Amtszeit Ende 2014 vereinbart, dass auch sie die Kommunen und Landkreise unterstützen wollen, eine Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte nach dem Vorbild der AGFS in Nordrhein-Westfalen zu gründen.