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agfs logoImmer mehr Gemeinden in Deutschland wollen mehr für den Radverkehr tun. SIe haben erkannt, dass die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrende die Gemeinden attraktiver macht. Und da auch hier gilt: "Gemeinsam geht's leichter",  bilden sich in vielen Bundesländern Arbeitsgemeinschaften fahrradfreundlicher Städte (AGFS). Wissenstransfer, ein wirksames Qualitätsmanagement und die Durchführung gemeinsamer Aktionen bringen den Radverkehr besser voran, als es jeder für sich allein könnte. So wurden Nordrhein-Westfalen unter Federführung der dortigen AGFS die ersten Radschnellwege in Deutschland geplant und gebaut. Seit über 20 Jahren sorgt dort der Zusammenschluss erfolgreich für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung.

Nicht nur aus Sicht des ADFC ist die AGFS an Rhein und Ruhr ein ein Vorbild für den Freistaat. Im sächsischen Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien SPD und CDU zum Beginn ihrer Amtszeit Ende 2014 vereinbart, dass auch sie die Kommunen und Landkreise unterstützen wollen, eine Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte nach dem Vorbild der AGFS in Nordrhein-Westfalen zu gründen.

ADFC: Dobrindt verfehlt Ziele des Nationalen Radverkehrsplans

Alle zwei Jahre überprüft das Bundesverkehrsministerium mit dem „Fahrrad-Monitor“ den Umsetzungsstand der selbst gesteckten Ziele des Nationalen Radverkehrsplans. In diesem Jahr werden die Ergebnisse erstmals nicht im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Denn: Die Entwicklungen sind ernüchternd. Der ADFC kritisiert fehlende Impulse des Bundes.

Zu diesem Ergebnis kommt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork: „Es ist zum Verzweifeln. Die Menschen wollen Fahrrad fahren, sie kaufen immer mehr und immer teurere Räder, Fahrradfahren gehört zum neuen, modernen Lebensstil. Aber die Politik tut zu wenig dafür. Paris, London, Wien, Madrid, Ljubljana, Odense – moderne europäische Metropolen setzen massiv auf die Fahrradförderung, um Klimaprobleme in den Griff zu bekommen und die Innenstädte vom Autoverkehr zu entlasten. Nur in Deutschland fehlen mutige Impulse. Hier und da ein paar Markierungen auf die Fahrbahn zu pinseln, ist Symbolpolitik, aber keine Fahrradförderung!"

Weihnachten steht vor der Tür und damit die übliche Flut an Geschenken. Allein die zahlreichen auf Radwegen parkenden Post-Transporter in den Wochen vor Heilig Abend lassen ahnen, dass nicht nur der Transport ungeahnte Mengen irdischer Ressourcen verbraucht. Auch bei der Herstellung der unzähligen kleineren und größeren Kleinigkeiten steht zumeist nicht gerade die Verbesserung des Weltklimas im Vordergrund.

In den Tagen der schwierigen COP21-Klimaverhandlungen in Paris schiebt sich so relativ schnell eine Frage in den Vordergrund: Ließe sich Weihnachten nicht vielleicht genau dazu nutzen? Getreu dem alten Klimaschutzmotto global denken - lokal handeln böte sich zum Beispiel der Kauf eines Lastenrades an.

Bei SPIEGEL Online ist nun - passend drei Wochen vor Weihanchten - eine vierteilige Serie über Lastenräder erschienen. Entgegen der hierzulande noch verbreiteten Meinung, spätestens die eigenen Kinder seien ein Anlass, sich ein neues, größeres oder zusätzliches Automobil anzuschaffen, zeigt der SPIEGEL-Bericht: Ein Lastenrad tut's auch. Und zwar besser.

Modellpalette und Möglichkeiten der praktischen Transporter haben sich in den letzten Jahren erheblich erweitert. Mit so einem stadtverträglichen und klimaschonenden Kleinlaster wird zumindest der Zweitwagen überflüssig. Im Gegensatz zu den inzwischen im Wochentakt in alle Richtungen wachsenden Großstadtgeländewagen ist das Lastenrad genau so groß wie nötig, genauso preiswert wie möglich, macht keinen Dreck und stellt keine Gefahr für Mensch und Natur dar.

Und den Namen Sports Utility Vehicle verdient es im Gegensatz zu den wabbeligen Großstadtpanzern wirklich - neben den alltäglichen Transporten sichert das Radfahren stets die nötige Basisfitness, damit der Fahrer oder die Fahrerin nicht nach ein paar Jahren genauso wabbelig aussieht und ähnliche Probleme mit der eigenen Kleidung bekommt wie die Geländewagen in den für sie zu kleinen Parkplätzen. Unschlagbar ist freilich auch der Prestigewert eines Lastenrads.

Von den Klimaverhandlungen ist gewohnheitsmäßig wenig zu erwarten. Warum also nicht selbst beginnen? In Kopenhagen nutzen inzwischen 28% der Haushalte mit zwei oder mehr Kindern ein Lastenrad.

Kauf eines Transportfahrrads, Teil 1: Aus Lust zur Last
Kauf eines Transportfahrrads, Teil 2: Schön schräg
Kauf eines Transportfahrrads, Teil 3: Der radelnde Holländer 
Kauf eines Transportfahrrads, Teil 4: Schwierige Kiste

Anlässlich der Verhandlungen auf dem Klimagipfel in Paris hat die European Cyclists Federation (ECF) nette Infografiken veröffentlicht. Wussten Sie zum Beipspiel, dass 35% aller zurückgelegten Wege kürzer als 5km sind und somit perfekt zum Radfahren sind, dass 1km Radfahren im Vergleich zum Auto über 200g CO2 einsparen und dass 50% der innerstädtischen Warentransporte mit (Lasten-) Rädern bewältigt werden könnten?

 

 

 

Um den globalen CO2-Ausstoß im Verkehrssektor um 10% zu senken, wäre ein Radverkehrsanteil von 23% an allen Wegen nötig. Derzeit liegt dieser global bei 7%. Eine Verdreifachung zwar, aber dennoch ein realistisches Ziel.

Wie wäre es, statt sich zu immer neuen Verhandlungsrunden und Konferenzen zu treffen - die immer weniger die Verweigerungshaltung und das Beharren auf Partikularinteressen der meisten Akteure verdecken können - einfach mal anzufangen?

Studie "A Global High Shift Cycling Scenario" des IDTP

Immer mehr Menschen nutzen das Rad, in der Freizeit, zum Einkaufen und auf dem Weg zur Arbeit. Immer mehr Pendler kombinieren ihre Wege mit Bahn und Fahrrad. Dafür braucht es sichere Abstellanlagen an den Bahnstationen, denn der Fahrraddiebstahl ist ein für viele Pendler ein Hemmnis, das Fahrrad in ihre Wege mit einzubauen. Viele Bundesländern haben deshalb Programme zum Bau von Fahrradstationen aufgelegt, an denen Pendler gegen eine geringe Gebühr ihre Räder vor Diebstahl und Wetter geschützt abstellen können.

Auch die 2014 vom sächsischen Kabinett verabschiedete Radverkehrskonzeption sieht Fördermöglichkeiten für den Bau von Fahrradstationen vor. Laut Konzeption gibt es zwei Wege, auf denen der Freistaat den Bau von Radstationen fördert. Einerseits aus Mitteln des EFRE und andererseits aus der ÖPNV-Förderung.

Nun ist eine Radverkehrskonzeption lediglich eine Absichtserklärung und ihr Gebrauchswert sinkt je weniger sich der zuständige Minister an sie gebunden fühlt. Ganz genau so scheint es aber im Falle der Förderung von Fahrradstationen in Sachsen zu sein.

Wie der ADFC herausfand, plant das sächsische Verkehrsministerium, die Radverkehrsmittel aus dem EFRE komplett für den Bau von Radwegen an Staatsstraßen zu verwenden. Unstrittig ist, dass in diesem Bereich bisher zu wenig passiert ist und ein großer Nachholbedarf besteht. Eine Anfrage der Grünen im Sächsischen Landtag ergab nun, dass auch die zweite Quelle für Fördermittel, die ÖPNV-Förderung, versiegt ist. In der Anfrage antwortet das SMWA:

Der Freistaat fördert keine Fahrradstationen im Rahmen der ÖPNV-Förderung.
Antwort auf die Kleine Anfrage, Drs. 6/2759, Fraktion Bündnis 90/Grüne

Damit sind Kommunen, Verkehrsverbünde und Landkreise auf eigene Mittel angewiesen, wenn sie Radstationen errichten wollen. Von einer aktiven Rolle des Freistaats kann kaum die Rede sein. Das Ziel, mittelfristig in ganz Sachsen jeden bedeutenden Umsteigepunkt mitgenügend wettergeschützten und diebstahlsicheren Fahrradabstellmöglichkeiten auszustatten, ist in weite Ferne gerückt.

Radstationen in Nordrhein-Westfalen
Praxisbeispiele für Fahrradstationen auf der Seite des Nationalen Radverkehrsplans

Mitglieder des ADFC genießen ab dem 1. Januar 2016 einen Pannenschutz beim Radfahren. Das hat am Wochenende die in Dresden tagende 36. Bundeshauptversammlung des ADFC (BHV) beschlossen.

"Radfahren wird damit komfortabler und sorgloser" sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des sächsischen Landesverbands des ADFC. "Was für Autofahrer schon längst selbstverständlich ist, war auch ein bei uns immer wieder angefragtes Angebot. Die Mitgliedschaft im ADFC wird dadurch noch attraktiver." In der ADFC-Mitgliedschaft ist nun ein deutschlandweiter Basisschutz enthalten, ein für Europa geltendes Erweiterungspaket können Mitglieder außerdem hinzubuchen.

Darüber hinaus debattierten die 140 aus allen Teilen Deutschlands angereisten Delegierten unter anderem ein neues Leitbild für den Verband, den Haushalt des ADFC sowie die Qualitätssicherung von ADFC-Radtouren.

Bereits am Freitag lud der europaweit größte Fahrradverband zum Symposium "Radfahren für alle - auch für Kinder?" ins Dresdner Verkehrsmuseum, wo deutschlandweit führende Planer, Psychologen und Verwaltungsleute über den aktuellen Stand und Perspektiven von radfahrenden Kindern im Verkehr sprachen. Auch der sächsiche Verkehrsminister Martin Dulig stattete dem ADFC einen Besuch ab und berichtete von den Bestrebungen seines Hauses, den Radverkehr auch in Sachsen voran zu bringen (siehe hierzu auch die Pressemitteilung zum Symposium).

Die Präsentationen zum Symposium werden in Kürze auf www.adfc.de veröffentlicht.

Mehr Informationen zur ADFC-Pannenhilfe
Fotos von Symposium und BHV 2015
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