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Fahrradabteil (c) rad-sabbatical.deFür den Urlaub mit dem Rad bietet sich die Kombination von Bahn und Rad an. Doch oft fehlen in den wichtigen Verbindungen Radstellplätze oder sie sind sehr schnell ausgebucht.

Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember hat sich auch bei der Mitnahme von Fahrrädern einiges geändert. Was neu ist und wo es weiter klemmt - wir haben es zusammengefasst.

Fernverkehr

Die gute Nachricht zuerst: Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember gibt es täglich vier zusätzliche IC-Züge mit Fahrradmitnahmemöglichkeit von Dresden über Berlin nach Rostock. Damit verringert sich die Reisezeit von Dresden zur Ostsee gegenüber den sonst üblichen Nahverkehrszügen um ein Drittel auf knapp über 4 Stunden.

Schön für Urlaube an der Ostsee oder den kurzen Städtetrip mit dem Fahrrad in die Bundeshauptstadt. Allerdings ist die Mitnahme nach wie vor reservierungspflichtig und mit max. 8 Rädern pro Zug auch überschaubar. Richtung Berlin bzw. Hamburg besteht außerdem weiterhin die schon bekannte Verbindung mit dem Eurocity. Die sechs Zugpaare pro Tag nehmen je 8 Fahrräder mit.

Noch trauriger sieht es bei den ICEs aus: In den meisten ICEs kann man schlichtweg gar kein Rad mitnehmen. Nur in der neuesten Generation ICE 4 sind seit 2017 überhaupt Stellplätze vorgesehen, doch diese Züge sind derzeit noch rar gesät. Der Neigetechnik-Zug ICE-T, der in der Vergangenheit eher durch technische Störungen auf sich aufmerksam machte, verbindet im 2-Stunden-Takt Dresden und Frankfurt/Main über Leipzig. Hier stehen nur 3 Stellplätze pro Zug zur Verfügung - bei über 600 Sitzplätzen also weniger als 0,5%.

Fahrradmitnahme begrenztGründe für die schleppende Anpassung der Fahrradmitnahmemöglichkeiten im Fernverkehr gibt es viele. In einem Bericht des Onlinemagazins Businessinsider gibt ein Sprecher der Bahn an, dass die Ablösung alter ICE-Baureihen nur langsam vonstatten geht - etwa alle drei Wochen kommt ein neuer ICE 4 hinzu - und dass bestehende Züge nicht angepasst werden, weil der "Aufwand sich nicht lohnt und ein Umbau oft aufgrund der Konstruktion auch gar nicht möglich ist." Das wiederum liegt daran, dass man in Deutschland schon seit Jahrzehnten auf Verbundzüge im Fernverkehr setzt. Diese sind sicherlich effizienter und wirken moderner als klassische Lok-Waggon-Züge, sind aber nicht so flexibel anpassbar. In anderen Ländern Europas wird an die Züge beispielsweise einfach ein separater Fahrradtransport-Waggon angehangen, um die erhöhte Nachfrage zu befriedigen.

Ein weiterer Grund des geringen Angebots ist sicherlich, dass der Platz für Fahrradplätze irgendwo hergenommen werden muss, im Zweifel zulasten von Sitzplätzen, welche natürlich für den Betreiber lukrativer zu verkaufen sind. Immerhin sollen ab März dann noch einmal mehr ICs mit Radmitnahme Richtung Ostsee rollen.

Nahverkehr

Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt das Fahrrad überall einheitlich kostenlos im Nahverkehr mitgenommen werden kann, kämpft sich der Kunde in Sachsen durch ein Gewirr an Tarifen der einzelnen Privatbahnen und Verkehrsverbünde. Bei der Deutschen Bahn kostet eine Tageskarte 6,50 €, im ZVON 3,50 €, im VVO 3,00 €, im VMS ist es gratis usw. Fährt man Verbund- oder gar grenzüberschreitend nach Polen oder Tschechien wird es noch komplizierter.

Der ADFC Sachsen fordert hier schon seit längerem eine Vereinheitlichung der Tarife. Diese wurde vom ADFC immer wieder angemahnt und die neue Regierungskoalition in Sachsen sieht in ihrem Koalitionsvertrag nun endlich die Gründung einer Landesverkehrsgesellschaft vor, zu deren Hauptaufgaben auch die Schaffung von Einheitstarifen zählt.

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