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ADFC Sachsen erfreut über hohen Zuspruch für eine sichere Radwegverbindung an der S80 und S81

Am vergangenen Samstag endete die Zeichnungsfrist der Petition für einen sicheren Radweg zwischen Dresden und Weinböhla. Über 3.500 Petenten verlangen einen sicheren und baulich getrennten Radweg entlang der Staatsstraßen 80 und 81, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Anwohner und Betroffene initiierten die Petition, nachdem der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, am 27. November letzten Jahres auf der S 81 zwischen Auer und Friedewald bei einem Unfall getötet worden war. Mehr als zwei Drittel der Petenten gaben an, von der problematischen Situation an den beiden Staatsstraßen selbst betroffen zu sein.

„Ich freue mich sehr, dass es einen so großen Zuspruch für einen Radweg an dieser gefährlichen Strecke gibt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen. Der ADFC kritisierte in der Vergangenheit mehrfach die Untätigkeit der zuständigen Meißner Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) in Sachen Radwegebau. Noch im April betonte dessen Amtsleiter Holger Wohsmann öffentlich, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. Krause sieht einen klaren Widerspruch zwischen der Haltung des LaSuV, dem erklärten Ziel der Sächsischen Staatsregierung und dem Wunsch der Anwohner: „Der Erfolg der Petition zeigt deutlich, dass auch viele Leute außerhalb der Großstädte die Ignoranz gegenüber dem Radverkehr nicht weiter hinnehmen. Nun muss das LASuV endlich für eine sichere Radwegverbindung an der S 81 sorgen.“

Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11%. Die erst 2011 komplett neu gebaute S 81 gehört zu einer der gefährlichsten Staatsstraßen in Sachsen.

Hintergrund:

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind, die unhaltbare Situation für Radfahrende an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren mit teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Erst am Wochenende kam bei einem Überholmanöver ein Autofahrer ums Leben. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrende und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen, die nach Dresden fahren, sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat der Freistaat im Landkreis Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

Pressekontakt für Rückfragen: Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, 0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

ADFC Sachsen begrüßt Wettbewerb von Sachsens Verkehrsminister Dulig

Zum ersten Mal sucht der Freistaat Sachsen die fahrradfreundlichste Kommune des Landes. Der Sächsische Fahrradpreis 2019 wird an eine Kommune gehen, die sich in besonderem Maße für die Förderung des Radverkehrs einsetzt. Gleichzeitig soll der vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) Anreize für zukünftige Maßnahmen setzen.

„Mit dem Wettbewerb bringt Verkehrsminister Martin Dulig Schwung in die Förderung des Radverkehrs. Das ist super!“ ist Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, überzeugt.

Noch bis zum 15. März läuft die Bewerbungsfrist zum Sächsischen Fahrradpreis. „Ich bin sehr neugierig auf das Teilnehmerfeld und freue mich auf die Präsentation verschiedenster spannender Rad-Projekte aus Sachsen“, sagt Krause.

Es gibt viele Kriterien, die eine fahrradfreundliche Stadt ausmachen können. Dazu zählt beispielsweise, ob es in der Kommune ein Radverkehrskonzept gibt und wieviel Personal die Stadt für den Radverkehr eingestellt hat. Der ADFC empfiehlt, dass eine Kommune pro 50.000 Einwohner mindestens eine Vollzeitkraft haben sollte, die sich ausschließlich mit dem Radverkehr beschäftigt. Darüber hinaus gibt es auch in Sachsen viele Beispiele, mit denen das Rad fahren in der Stadt attraktiver wird.

So hat zum Beispiel die Stadt Bautzen zahlreiche Einbahnstraßen in der Innenstadt für den Radverkehr in die gegenläufige Richtung geöffnet, die Stadt Frankenberg hat im letzten Jahr eine spektakuläre Rad- und Fußwegbrücke gebaut. Für Aufsehen sorgte auch das Aufstellen von Verkehrsschildern in Radebeul, die darauf hinweisen, dass beim Überholen von Radfahrenden ein Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten ist und die Stadt Ostrau, als sie den Bau eines Radweges an der S 169 in Eigenregie vorantrieb. Spektakulär sind darüber hinaus die jährlichen Radtouren, die die Bürgermeister in Taucha und Oschatz mit ihren Bürgern unternehmen.

Die Jury wird aus Mitgliedern bestehen, die vom SMWA, dem Innenministerium, der TU Dresden, der Landesverkehrswacht, dem Städte- und Gemeindetag, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie dem ADFC Sachsen entsendet werden.

Nach dem tödlichen Fahrradunfall am 27. November auf der Staatsstraße 81 zwischen Auer und Friedewald stellen nun auch Anwohner und Betroffene Forderungen. In einer Petition verlangen sie den Bau eines sicheren und baulich getrennten Radweges zwischen Dresden und Weinböhla, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Über 700 Personen haben innerhalb einer Woche bereits die Petition unterzeichnet, die noch bis zum 9. Februar 2019 läuft. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) begrüßt das Engagement der Anwohner und unterstützt die Initiative ausdrücklich.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, sieht bei der S 81 ein klares strukturelles Versagen: „Beim Ausbau der Straße im Jahr 2011 hat der Freistaat einen Radweg für entbehrlich gehalten. Das rächte sich am Unfalltag des 27. Novembers bitter. Gleiches gilt für die Untätigkeit der Meißner Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr beim Radwegebau.“ Noch im April betonte dessen Amtsleiter, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. „Diese lässige Haltung gegenüber der Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer trifft aus unserer Sicht eine klare Mitschuld an dem Unfall." sagt Krause. „Wir brauchen in Sachsen endlich eine grundsätzliche Prioritätenänderung hin zu sicherer Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer."

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind, die unhaltbare Situation für Radfahrende an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrende und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

Zum Hintergrund

Am Abend des 27. November befuhr der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, mit seinem Fahrrad die Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer, nordwestlich von Dresden. Mit hoher Geschwindigkeit rammte ein Kleintransporter den Radfahrer und schleuderte ihn durch die Luft, er verstarb noch am Ort des Unfalls an den Folgen des Aufpralls.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen Richtung Dresden sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat das LaSuV Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

 

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

ADFC Sachsen begrüßt Förderung im sächsischen Doppelhaushalt 2019/20

Am Donnerstag wird der Sächsische Landtag ein landesweites Förderprogramm für Lastenräder beschließen. Die Fraktionen CDU, SPD und Grüne im Sächsischen Landtag haben sich darauf verständigt, im Landeshaushalt für 2019 eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro, für 2020 sogar eine Million Euro einzuplanen. Mit den Mitteln sollen gewerblich genutzte Lastenräder gefördert werden, sowie freie Lastenräder, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Eine Förderung von privat genutzten Lastenrädern ist nicht geplant. Die detaillierten Förderbedingungen und –höhen sind ebenfalls bislang noch nicht bekannt.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, begrüßt die beschlossene Lastenradförderung. „Lastenräder stellen eine saubere, ökologische und platzsparende Alternative zum Auto dar. Mit Spaß und Leichtigkeit können so auch sperrige Dinge transportiert werden, gewissermaßen abgasfrei am Stau vorbei. Wir begrüßen sehr, dass Sachsen diesen Schritt für nachhaltige Mobilität geht. Die Lastenradförderung kennen wir bereits aus vielen Gemeinden sowie den Ländern Baden-Württemberg und Berlin.“ Ausgehend von diesen Erfahrungen geht der ADFC von einer Zunahme der Nutzung von Lastenrädern im gewerblichen Bereich aus. „Nicht nur für Fahrradkuriere oder die Postzustellung sind Lastenräder geeignet. Denkbar ist die Nutzung zum Beispiel auch für Wohnungsgenossenschaften, Hausmeisterservices oder die häusliche Krankenpflege. Durch die Zeitersparnis im Stadtverkehr und bei der Parkplatzsuche sowie die geringen laufenden Kosten von Lastenrädern sind sie für unterschiedlichste Nutzungen im Dienstleistungsbereich interessant.“

Hintergrund

Als innerstädtische Transporter können Lastenräder ihre Vorteile gegenüber Pick-Ups oder Kleintransportern schnell ausspielen. Denn auf vielen Strecken ist das Fahrrad in der Stadt schneller als das Auto: Die Parkplatzsuche entfällt, die Wege verlaufen direkt von Tür zu Tür und auf dem Radweg am Stau vorbei. Für Gewerbetreibende und Firmen außerdem interessant: Die zwei- oder dreirädrigen Sprinter punkten durch ein positives Image. Die meisten Lastenräder am Markt sind inzwischen mit einer elektrischen Unterstützung erhältlich. „Der eigentliche Boom der Elektromobilität findet nicht bei den Autos, sondern im Fahrradbereich statt.“ ist Krause überzeugt. „Ein elektrisch unterstütztes Lastenrad verbindet die Vorteile des wendigen Fahrrads mit der Power des Elektromotors. Wenn wir städtische Mobilität in Zukunft sicher, flächensparend und sauber organisieren wollen, kommen wir am Transportrad daher nicht vorbei.“ so der ADFC-Geschäftsführer.

Lastenräder werden seit über 100 Jahren genutzt. In den 80er-Jahren erlangten sie vor allem in Amsterdam und Kopenhagen steigende Popularität. In Kopenhagen gibt es zurzeit schätzungsweise 40.000 Lastenräder. Über ein Viertel aller Familien mit zwei oder mehr Kindern besitzt in Kopenhagen ein Cargobike. Damit sind 6% aller Räder in Kopenhagen Lastenräder.

Um ein Lastenrad zu nutzen, besteht keine Notwendigkeit, eines zu besitzen. Viele Büro- und Hausgemeinschaften teilen sich ein Lastenrad. Darüber hinaus gibt es in Deutschland in über 70 Städten freie Lastenradinitiativen. Hier können kostenfrei oder gegen eine kleine Spende Lastenräder geliehen werden. In Sachsen gibt es aktuell 13 solcher freien Lastenräder. Darunter die Dresdner Lastenradinitiative Frieda & Friedrich, die inzwischen acht freie Lastenräder auf die Straße gebracht hat.

Lastenräder sind zurzeit noch weniger populär als in Dänemark oder den Niederlanden. Beim Fahrrad-Monitor, einer repräsentativen Studie des Sinus-Instituts, gaben 7% aller Befragten in Deutschland an, dass sie sich vorstellen können, ein Lastenrad anzuschaffen. Die Kaufinteressierten waren durchschnittlich jünger und häufiger Frauen. 16% der Befragten gaben an, dass sie sich vorstellen können, ein Leihsystem für Lastenräder zu nutzen. Tatsächlich nutzen zurzeit nur rund ein Prozent der Deutschen ein Lastenrad. In Kopenhagen dagegen besitzt ein Viertel der Familien mit zwei oder mehr Kindern ein eigenes Lastenrad.

Die Studie ermittelte auch, dass 81% der Lastenradfahrenden das Lastenrad zum Einkaufen nutzen. Darüber hinaus wird das Lastenrad zum Transport von Gegenständen (38%), von Tieren (27%) und von Personen (27%) genutzt. 15% der Lastenradfahrenden nutzen das Rad bereits aus beruflichen Gründen.

Weiterführende Links und Bilder:

Die Studien-Ergebnisse des Fahrrad-Monitors lassen sich hier finden: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/fahrradmonitor-2017-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile

Informationen zu Lastenrädern in Kopenhagen: http://www.copenhagenize.com/2015/10/cargo-bike-nation-copenhagen.html

Link zur Dresdner Lastenradinitiative Frieda & Friedrich: https://friedafriedrich.de/

Fotoserie mit verschiedenen Lastenrädern: https://www.pd-f.de/bilderarchiv/pdfgallery/?&search=Lastenrad

ADFC kritisiert fehlenden Radweg an der S 81

Nach dem tödlichen Fahrradunfall am 27. November auf der Staatsstraße 81 zwischen Auer und Friedewald stellen nicht nur Anwohner und Betroffene Fragen nach der Verantwortung. Auch der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC), Konrad Krause, sieht dringenden Klärungsbedarf. "Nur weil der Unfallfahrer unter Alkoholeinfluss stand, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Hätte es an der S 81 einen separaten Radweg geben, wäre der beim Unfall getötete Schulamtsleiter wahrscheinlich noch am Leben.“

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind die unhaltbare Situation für Radfahrer an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrern ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrer und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

"Beim Ausbau der Straße im Jahr 2011 hat der Freistaat einen Radweg für entbehrlich gehalten. Das rächt sich jetzt bitter. Genau so, wie die Untätigkeit der Meißner Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr beim Radwegebau." Noch im April betonte dessen Amtsleiter, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. "Diese lässige Haltung gegenüber der Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer trifft aus unserer Sicht eine klare Mitschuld an diesem Unfall." sagt Krause. "Wir brauchen in Sachsen endlich eine grundsätzliche Prioritätenänderung hin zu sicherer Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer."

Zum Hintergrund

Am Abend des 27. November befuhr der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, mit seinem Fahrrad die Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer, nordwestlich von Dresden. Mit hoher Geschwindigkeit rammte ein Kleintransporter den Radfahrer und schleuderte ihn durch die Luft, er verstarb noch am Ort des Unfalls an den Folgen des Aufpralls. Schnell stellte sich heraus, dass der Fahrer des Transporters einen Blutalkoholwert von 1,7 Promille hatte.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen Richtung Dresden sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat das LaSuV Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

Zeitgleich zum Unglück am Abend des 27. November fand im Rathaus Klotzsche eine Podiumsdiskussion zum Radverkehr im Dresdner Norden statt. Eines der Themen, über das Anwohnerinnen und Anwohner neben weiteren Lücken im Radverkehrsnetz engagiert diskutierten, war auch der fehlende Radweg an der S 81 zwischen der Dresdner Stadtgrenze und Weinböhla.

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/4PRmYj4NceMMaxn

Nachdem Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig in der letzten Woche die Gründung einer sächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft angekündigt hat, erhält er dazu auch Zuspruch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC). Insbesondere Radfahrende profitieren von einer Vereinheitlichung der Nahverkehrstarife in Sachsen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, begrüßt den Vorstoß des Verkehrsministers: "Martin Duligs Vorschlag für eine einheitliche Nahverkehrsstruktur in Sachsen macht uns Hoffnung. Denn sowohl für Pendler als auch für Radtouristen würde dies eine deutliche Vereinfachung bedeuten. Der momentane Flickenteppich an Reglungen, Tarifen und Verantwortlichkeiten ist für nicht eingeweihte kaum zu verstehen.“

Momentan ist die Tarifgestaltung in den fünf Verkehrsverbünden noch unterschiedlich und damit unübersichtlich. So ist die Fahrradmitnahme im Verkehrsverbund Vogtland (VVV), im mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) kostenlos, im Lausitzer ZVON kostet sie hingegen 3,50 Euro am Tag und im Verkehrsverbund Oberelbe 3,00 Euro.

Will man aber das Rad auf einer Strecke von einem zum anderen Verkehrsverbund in der Bahn mitnehmen, kostet die Fahrradmitnahme 5,50 Euro. „Es ist doch niemandem beizubringen, dass die Fahrradmitnahme zwischen Leipzig nach Chemnitz 5,50 Euro kostet, obwohl sowohl der MDV als auch der VMS Fahrräder kostenlos mitnehmen.“ spiegelt der ADFC-Geschäftsführer die Verwunderung vieler Radfahrer über die Eigenarten bisheriger ÖPNV-Tarife wider.

Ein weiteres, kaum nachvollziehbares Beispiel ist die 16-minütige Fahrt von Tharandt nach Niederbobritzsch: Auf dieser kurzen Strecke kostet die Fahrradmitnahme 5,50 Euro und ist damit sogar teurer als das Personenticket, welches 4,80 Euro kostet. Der ADFC-Geschäftsführer weiß auch warum: „Das liegt nur daran, dass zwischen beiden Orten eine Tarifzonengrenze liegt. Und wer in Sachsen mit dem Rad in der Bahn eine solche Grenze überschreitet, muss 5,50 Euro zahlen, egal, was die Radmitnahme in den jeweiligen Verbünden kostet.“ Eine einheitliche Verkehrsgesellschaft kann diese aktuell existierenden Missstände beheben und bietet die Möglichkeit für einheitliche, einfache und transparente Tarife.

Außerdem ermöglicht eine landsweite Verkehrsgesellschaft die Abstimmung eines sachsenweiten Taktfahrplans und eine bessere Anbindung ländlicher Gegenden. Der ADFC Sachsen ist auch zuversichtlich, dass die Nahverkehrsgesellschaft viel leichter diebstahlsichere, wettergeschützte und attraktive Fahrradabstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und Haltepunkten auf den Weg bringen kann. Die mangelhafte Ausstattung von Bahnhöfen mit sicheren Abstellanlagen und Radstationen beklagt der ADFC schon seit vielen Jahren. Dabei sind sie ein wichtiger Teil eines attraktiven und gut ausgelasteten ÖPNV. „Denn wenn die Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV attraktiver und der Wechsel zu umweltfreundlichen Verkehrsarten einfacher wird, steigen zum Schluss auch mehr Menschen vom Auto in die Bahn um.“ so Krause abschließend.

 

Die Forderung von Anwohnern und Eltern nach einem Radweg an der Staatsstraße 190 von Freiberg nach Hilbersdorf erhält Zuspruch durch den sächsischen Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Die Entfernung zwischen Freiberg und Hilbersdorf ist eigentlich ideal zum Radfahren. Doch auf der kurvigen und hügeligen Strecke fürchten sich viele, aufs Rad zu steigen." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "Die Folge ist, dass auch solche kurzen Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden und sich Eltern nicht trauen, ihre Kinder selbständig mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen."

Bereits in der Sächsischen Radverkehrskonzeption von 2005 war Bedarf für einen Radweg zwischen Freiberg und Hilbersdorf gesehen worden. "Dass 13 Jahre später immer noch nichts passiert, darüber sind die Leute vor Ort zurecht empört", findet Krause. Im aktuellen sächsischen Rad-Konzept von 2014 ist der Radweg wegen seiner Bedeutung als Schulweg sogar in Priorität A hochgestuft worden. Doch auch das scheint bisher wenig gebracht zu haben. Nach einer Anfrage der Grünen im Landtag ist für den Abschnitt an der S 190 bisher keine Planung in Arbeit (Quelle: Kl. Anfrage Drs. 6/13767 vom Juli 2018).

Krause rät den Hilbersdorfern daher, am Ball zu bleiben: "Dort wo sich die Bürger vor Ort zusammentun und kontinuierlich Druck machen, sind die Chancen höher, dass etwas voran geht", weiß Krause von anderen Radwegprojekten in Sachsen zu berichten. Der ADFC unterstützt die Anwohner bei diesem Anliegen. Die Freiberger Ortsgruppe des Fahrradclubs hat zur Teilnahme an der Demonstration am Sonnabend aufgerufen.

Seit 2014 wurden im Landkreis Mittelsachsen nur 9 km Radwege an Staats- oder Bundesstraßen eröffnet, aktuell sind weitere 10,5 km im Bau. Der im Radverkehrskonzept benannte Bedarf jedoch ist deutlich höher: 191 km neue Radwege an Bundes- und Staatsstraßen sind im Landkreis Mittelsachsen vorgesehen, davon sollen mindestens 60 bis zum Jahr 2025 fertig gestellt sein. Damit das klappt, muss der Freistaat ein paar Gänge hochschalten, findet der ADFC.

Beim Bau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen klemmt es vielerorts in Sachsen. "Der Landeshaushalt 2019/2020 braucht deutlich mehr Finanzmittel und Personalkapazitäten für den Radwegebau, sonst treten wir in Sachsen weiter auf der Stelle." Der ADFC macht nun landesweit Druck, damit im neuen Doppelhaushalt des Freistaats nicht nur mehr Geld für Radwege, sondern auch mehr Planungspersonal zur Verfügung gestellt werden. Aktuell sind von den ca. 1000 Beschäftigten des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr lediglich 6,3 Vollzeitstellen mit der Planung von Radverkehrsinfrastruktur beschäftigt.

Der Bau des Radwegs an der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz verzögert sich weiter. Seit 1995 bemüht sich die Stadt Großenhain schon um den Radweg. Auch in der Sächsischen Radverkehrskonzeption hatte die Route stets "Priorität A". Doch die Anwohner werden inzwischen über Jahrzehnte von Jahr zu Jahr vertröstet. Nach über 20 Jahren liegt aktuell noch nicht einmal eine fertige Planung vor. Zuletzt verkündete das SMWA, auch 2019 werde der Bau des Radwegs nicht beginnen.

Rolf Leonhardt, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Sachsen, zeigt sich enttäuscht. "Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD vereinbart, den Radwegebau in Sachsen zu beschleunigen. Seitdem sind vier Jahre vergangen und es sieht eher so aus, als dass sie den Trend zum Fahrrad verschlafen haben. Der Verkehrsminister muss jetzt endlich das Ruder rumreißen. Der Landeshaushalt 2019 braucht deutlich mehr Finanzmittel und Personalkapazitäten für den Radwegebau, sonst treten wir in Sachsen immer weiter auf der Stelle."

Nach Angaben des ADFC hat das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) im Landkreis Meißen seit über drei Jahren keinen einzigen Meter Radweg an Bundes- oder Staatsstraßen neu gebaut. Dabei will das SMWA eigenen Angaben zufolge allein im Landkreis Meißen bis 2025 zusätzliche 47 km Strecke schaffen.

"Bei dem Tempo ist dieses Ziel völlig unrealistisch. Wir erleben überall im Freistaat, dass die Leute ihre Wege mit dem Rad erledigen wollen, die Infrastruktur dafür aber nicht passt und sich Frust breit macht. Auch für die touristische Anbindung Großenhains an den Elberadweg und an Meißen wäre der Radweg hilfreich. Doch im Haus von Verkehrsminister Dulig scheinen andere Prioritäten zu herrschen." Zu wenig Personal für den Radwegebau ist aus Sicht des ADFC der Hauptgrund, dass es mit dem Radwegebau zwischen Großenhain und Priestewitz nicht vorwärts geht. "'Radwege stehen hintenan', das scheint die Linie des Sächsischen Verkehrsministeriums zu sein", resümiert Leonhardt.

Hintergrundinformationen:

- Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

- Meldung aus dem März 2016: "Radweg an der B 101 kommt"

Freigabe auf 100 km/h widerspricht Regelwerken

Im November 2017 gab das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) die Staatsstraße 163 zwischen Stürza und Hocksteinschänke für den Verkehr frei. Nun hat der Landkreis die bis vor kurzem geltende Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben und die Strecke bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h freigegeben. Nachdem das LASuV bei dem Umbau der Straße im letzten Herbst entgegen dem Willen und nachdrücklichen Begehren der betroffenen Anwohner den Anbau eines Radwegs verweigert hatte, ist dies der nächste Rückschlag auf der S 163. "Die Möglichkeit, sicher und komfortabel beispielsweise von Hohburkersdorf ins nahe gelegene Heeselicht zu kommen verschlechtert sich damit weiter." bedauert Niklas Schietzold vom Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen (ADFC).

Der ADFC unterstützt die Anwohner jedoch in ihrer Forderung nach einem Radweg. Die Verantwortung dafür liegt sowohl beim Landkreis als auch beim sächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium (SMWA). "Dass das Ministerium sich letztes Jahr geweigert hat, einen Radweg anzulegen, ist für die vielen Anwohner aber auch für den Radtourismus in der Region extrem bedauerlich." findet der ADFC-Vorstand.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, fügt hinzu: "Dieser ignorante Umgang bei der Berücksichtigung von Radverkehrsanlagen in der Straßenplanung ist ein Misstand in ganz Sachsen. Das konkrete Vorgehen in Hohnstein hat uns erschreckend deutlich vor Augen geführt, dass Minister Dulig die Straßenbaubehörden nicht steuert und stattdessen vor sich hinwurschteln lässt."

"Für das Planungsdesaster auf der S 163 trägt auch der Verkehrsdezernent des Landkreises, Heiko Weigel, Verantwortung." benennt Krause einen aus Sicht des ADFC weiteren relevanten Akteur in der Causa S 163. Die Verkehrsbehörde in seinem Haus scheine der Sicherheit des Radverkehrs keinen großen Stellenwert beizumessen. Schon bei der Entscheidung über den Verzicht auf einen Radweg an der S 163 im letzten Sommer hätte die Verkehrsbehörde deutlichen Widerspruch erheben müssen. Das sei offenbar nicht geschehen.

"Die nun hinzu kommende Freigabe der S 163 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ist blanker Hohn und widerspricht den geltenden Regelwerken." sagt Krause. "Die Entscheidungsträger im Landkreis scheinen auch nach dem lautstarken Protest und den konstruktiven Einwänden der Anwohner immer noch nicht zu verstehen, dass es hier nicht um irgendwelche Luxusbedürfnisse geht, sondern um die Sicherheit von Menschenleben."

Der ADFC fordert Minister Martin Dulig daher weiterhin auf, den fehlenden Radweg an der S 163 zügig zu planen und zu realisieren. Bis dahin fordert der ADFC von ihm die Veranlassung einer sofortigen Prüfung der Gefahrenlage und Anordnung einer angemessenen Geschwindigkeitsbegrenzung. Personalmangel könne kein Grund sein, die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern gänzlich außer Acht zu lassen.

 

Hintergrund:

Zwischen August und November 2017 wurde die Fahrbahnbreite der S 163 zwischen Hocksteinschänke und Abzweig Stürza von ca. 12 m auf 7,00 m verengt. Die Baumaßnahme hätte die Chance geboten, entlang der Straße mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand einen Radweg zu schaffen. Auch die Unterschriften von über 1100 Anwohnern spielten für die Sächsische Staatsregierung als Bauherr offenbar keine Rolle.

Die S 163 befahren täglich 2.700 Autos, darunter viele Lkw. Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz am Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Ist die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt, darf die Verkehrsbelastung 4000 Kfz/Tag betragen. Für den Freistaat Sachsen scheinen diese grundsätzlichen Parameter beim Bau von Staatsstraßen scheinen nicht entscheidungsrelevant zu sein.

Im April 2018 haben die Initiatoren der Unterschriftensammlung, Helmar Nestroy aus Stürza und Konrad Weber aus Hohburkersdorf, sowie der ADFC Sachsen e.V. zu einer Protestfahrt zwischen Hocksteinschänke und Abzweig Stürza / Heeselicht eingeladen. Schon zu diesem Termin war erkennbar, dass die Strecke für mit dem Rad nun deutlich gefährlicher als vor dem Umbau geworden ist. Eng überholende Lkw sind besonders auf dem Anstieg von Stürza in östlicher Richtung eine reale Gefahr. Besonders Kinder und Senioren, die für die kurzen Wege zwischen den nahe gelegenen Ortschaften das Fahrrad nutzen, sind davon betroffen.

Die S 163 hat nicht nur für die alltäglichen Wege der Anwohner von Hohburkersdorf und Stürza eine Bedeutung. Über den umgebauten Abschnitt verläuft auch die „Napoleonradroute“ Stolpen-Rathmannsdorf. Diese Radroute ist auch für Radtouristen von Interesse, da sie eine der wenigen radtouristischen Erschließungsstrecken vom Elberadweg in die Lausitz darstellt. Auf dieser vielversprechenden Tourismus-Radroute scheint die sächsische Staatsregierung aber nicht einmal einen Radweg, geschweige denn die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, für notwendig zu halten.

Sommerzeit ist Radurlaubszeit. Wenn das Rad unterwegs eine Panne hat, ist schnelle und unkomplizierte Hilfe gefragt. Wer Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist, kann in solchen Fällen auf die ADFC-Pannenhilfe zurückgreifen. Die Pannenhilfe für das Fahrrad funktioniert ganz ähnlich wie die für das Auto: Sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag können ADFC-Mitglieder anrufen, wenn sie wegen einer Panne liegen geblieben sind. Die Pannenhilfe sorgt dann für eine passende Lösung.

Je nach Ort und Notfall kommt ein mobiler Pannenhelfer oder ein Abschleppdienst - und es wird für die Weiterfahrt gesorgt. Die ADFC-Hotline hilft nicht nur mit dem Pannendienst weiter, sie hat für Hilfebedürftige auch praktische Informationen parat, wie zum Beispiel eine Unterkunft in der Nähe. "Wir hatten schon Fälle, wo Mitglieder einfach nur einen Hinweis brauchten, wie sie die nahe gelegene Fahrradwerkstatt finden." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Besonders stolz ist Krause darauf, dass im Auftrag des ADFC auch Pannenhelfer mit einer mobilen Werkstatt auf dem Lastenrad unterwegs sind. "Einerseits passt das natürlich gut zu uns. Aber in der Stadt sind die Lastenräder auch einfach schneller." so Krause. Der Großteil der ADFC-Pannenhelfer kommt aber mit dem Auto.

Für einen Aufpreis von 11,90€ pro Jahr bietet der ADFC die Pannenhilfe auch für Radreisen ins Ausland an. Mit der ADFC-PannenhilfePlus ist die gesamte Europäische Union sowie die Schweiz und Norwegen abgedeckt.

Nachdem die ADFC-Mitglieder die Pannenhilfe nun über zwei Jahre nutzen, zieht Krause eine positive Bilanz: "Ich war am Anfang ein bisschen skeptisch, ob die Pannenhilfe wirklich immer funktionieren wird. Aber das Feedback unserer Mitglieder ist wirklich überwältigend." freut sich der Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "Ich werde immer wieder darauf angesprochen, das hätte ich so vorher nicht gedacht. Gerade für Besitzer von Pedelecs oder Fahrrädern, die man nicht ganz so einfach selbst reparieren kann, ist die Pannenhilfe eigentlich ein Muss."

Gültig ist die ADFC-PannenhilfePLUS in Deutschland, der Europäischen Union, in der Schweiz und in Norwegen. Sie gilt für Nutzer von Fahrrädern und Elektrofahrrädern, sofern diese Eigentum des Versicherten sind und weder gewerblich genutzt, noch versicherungs- oder zulassungspflichtig sind.

 

* Die Mitgliedschaft im ADFC kostet jährlich 56 €, hier ist die ADFC-Pannenhilfe für Deutschland inklusive.

* Für die PannenhilfePlus (EU, Schweiz, Norwegen) kommen 11,90 € hinzu.

* Informationen zur ADFC-Mitgliedschaft: www.adfc.de/mitgliedwerden

* Weitere Informationen zur ADFC-Pannenhilfe: www.adfc.de/versicherung/adfc-pannenhilfe

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