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Sächsischer Landtag erhält Petition für eine sichere Radwegeverbindung an der S80 und S 81

Heute Abend wird Tobias Knibbe dem Präsidenten des Sächsischen Landtags, Dr. Matthias Rößler eine Petition für Radwege an der Staatsstraße 81 übergeben. Gemeinsam mit über 3.500 Petenten fordert der Coswiger einen sicheren und baulich getrennten Radweg entlang der Staatsstraßen 80 und 81, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Die Petition wurde vom ADFC unterstützt. Der Fahrradverband kämpft schon seit Jahren für mehr Radwege an sächsischen Landstraßen.

Anwohner und Betroffene initiierten die Petition im Dezember 2018, nachdem der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, am 27. November letzten Jahres auf der S 81 zwischen Auer und Friedewald getötet worden war als er dort mit dem Fahrrad unterwegs war. Mehr als zwei Drittel der Petenten gaben an, von der problematischen Situation an den beiden Staatsstraßen selbst betroffen zu sein.

„Ich freue mich sehr, dass es einen so großen Zuspruch für einen Radweg an dieser gefährlichen Strecke gibt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen. Inzwischen hat der Sächsische Verkehrsminister eine entsprechende Planung für eine Route zwischen Dresden und Weinböhla zugesagt. Doch mit einem baldigen Baustart für den Radweg rechnet Krause nicht vor 2021. „Ich freue mich sehr, dass die Petition etwas bewegt hat. Kurzfristig kann die gefährliche Straße aber nur durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung entschärft werden. Tempo 70 halte ich hier für angebracht“, so Krause.

Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren mit teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Immer wieder kommt es auf der S 81 zu Unfällen. Wer die Straße mit dem Rad befährt, ist den hohen Geschwindigkeiten und teilweise rücksichtslosen Fahrweisen schutzlos ausgeliefert. Der Leiter der Meißner Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (LASuV), Holger Wohsmann, hatte vor dem Unfall der Presse gegenüber erklärt, der Radwegebau stehe in seinem Bereich hintenan.

Nur 11 % der Staatsstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 25 % liegt. Die erst 2011 komplett neu gebaute S 81 gehört zu einer der gefährlichsten Staatsstraßen in Sachsen.

An immer mehr Stellen in Sachsen schließen sich Bürger zusammen, um den bisher vernachlässigten Bau von Radwegen an Staats- und Bundesstraßen selbst voranzubringen. So fordert seit letztem Jahr eine Bürgerinitiative in der Sächsischen Schweiz einen Radweg an der S 163 bei Hohnstein, eine Petition läuft seit einigen Tagen. Östlich von Freiberg machen sich Bürger für einen Radweg an der Staatsstraße 190 von Freiberg nach Hilbersdorf stark. Und erst vor zwei Wochen gründete sich eine Bürgerinitiative in Treuen im Vogtland, die einen Radweg über die A 72 fordert. ADFC-Geschäftsführer Konrad Krause begrüßt das wachsende Engagement im Land: "Mit der Zahl der Initiativen steigt auch der Druck auf den Sächsischen Landtag und Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig, den Radwegebau stärker voranzubringen. Damit Sachsen bei den Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen den bundesweiten Durchschnitt erreicht, fehlen noch etwa 1000 Kilometer."

Hintergrund:

Am Abend des 27. November 2018 befuhr der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, mit seinem Fahrrad die Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer, nordwestlich von Dresden. Mit hoher Geschwindigkeit rammte ein Kleintransporter den Radfahrer und schleuderte ihn durch die Luft, er verstarb noch am Ort des Unfalls an den Folgen des Aufpralls. Wenig später initiierten Anwohner die Petition, die bis zum Anfang des Februars 2019 von 3554 Personen unterschrieben wurde.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen, die nach Dresden fahren, sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht.

Pressekontakt für Rückfragen: Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, 0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

Fahrradclub will Null Verkehrstote als Kernziel der Verkehrspolitik

Am vergangenen Samstag hat die Landesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen Eckpunkte zur sächsischen Verkehrspolitik beschlossen. Das verabschiedete Positionspapier mit dem Titel Fahrradland 2030 richtet sich an Vertreter der Kommunal- und Landespolitik und stellt Kernforderungen für die kommenden zehn Jahre auf. Hauptanliegen des Papiers ist die Vision Zero. Dieses Planungsprinzip richtet sich an dem Ziel aus, alle Verkehrswege so zu gestalten, dass im Straßenverkehr keine Menschen mehr zu Tode kommen.

„Es freut mich, dass die Landesversammlung des ADFC sich verstärkt dem Thema Verkehrssicherheit widmet. Die Unfallzahlen des letzten Jahres zeigen, dass dies notwendig ist“ sagt Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. Zwischen Januar und November 2018 kamen auf Sachsens Straßen 31 Radfahrende ums Leben, eine Steigerung um 34 % zum Vorjahreszeitraum. „Sicherheit muss im Zentrum der Verkehrsplanung stehen. Auf allen Ebenen Im Freistaat müssen wir für dieses Thema deutlich mehr tun, damit alle sicher und ohne Angst mobil sein können.“, so Matthies.

Im Entwurf des sächsischen Landesverkehrsplans sei Verkehrssicherheit zwar als eines der Ziels benannt. Eine konkrete Strategie zu null Verkehrstoten fehle aber. Matthies hält das für einen wesentlichen Grund, dass das im nationalen Verkehrssicherheitsprogramm 2011 formulierte Ziel, die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer bis 2020 um 40 % zu senken, vom Freistaat deutlich verfehlt worden ist.

Niklas Schietzold, ebenfalls Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen, ergänzt: „Unsere Straßen können nur sicherer werden, wenn in Sachsen endlich mehr Investitionen für den Radverkehr getätigt werden. Der Freistaat hat noch deutliche Defizite beim Radwegenetz an Bundes- und Staatsstraßen. Diese müssen endlich aufgeholt werden.“ Der ADFC fordert daher, dass bis zum Jahr 2030 die Hälfte aller Staats- und Bundesstraßen in Sachsen mit einem Radweg ausgestattet werden.

Um das Ziel eines sicheren und lückenlosen Radverkehrsnetzes zu erreichen, hält der Fahrradclub eine Steigerung der Investitionen in den Radverkehr auf 35 Euro pro Person und Jahr für erforderlich.

Des Weiteren hat der ADFC ein Augenmerk auf Bahnverkehr und Tourismus gelegt: So wurde das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2030 an den 25 wichtigsten sächsischen Bahnhöfen Fahrradstationen errichtet werden. Dadurch verbessern sich die Kombinationsmöglichkeiten von Bahn und Rad, was wiederum die Erreichbarkeit und Attraktivität der Bahn erhöht. Außerdem drängt der ADFC darauf, dass touristische Radrouten abseits des Elberadweges in Sachsen gestärkt werden.

Hintergrund:

Jährlich kommen deutschlandweit über 3000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Auf Sachsens Straßen wurden im vergangen Jahr rund 200 Menschen getötet, über 30 von ihnen waren mit dem Rad unterwegs. Vision Zero bezeichnet das Ziel, die Getöteten im Radverkehr auf Null zu senken. Die schwedische Regierung verfolgt dieses Ziel offiziell seit den neunziger Jahren und gestaltet seitdem die Verkehrsinfrastruktur maßgeblich im Sinne der Sicherheit um. Eine derartige Zielsetzung existiert in Sachsen bisher nicht.

Ermöglicht werden soll die Vision Zero und der Ausbau des Radwegenetzes durch ambitionierte Investitionen in den Radverkehr. 25 Euro pro Jahr und Einwohner auf kommunaler Ebene und 10 Euro pro Jahr und Einwohner auf Landesebene hält der ADFC Sachsen für angebracht, um diese Ziele zu verwirklichen.

Der Weg zu einem dichten Radwegenetz ist aktuell noch weit: Lediglich 28 % der Bundesstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg. Bundesweit liegt dieser Wert bei über 40 %. An Staatsstraßen in Sachsen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %. Der ADFC Sachsen fordert, dass bis zum Jahr 2030 von allen Bundes- und Staatsstraßen 50 % über einen Radweg verfügen. Damit würde der Freistaat zum Bundesdurchschnitt aufschließen.

Außerdem beschäftigt sich das Positionspapier mit den Kombinationsmöglichkeiten von Bahn- und Radverkehr. Mehr als die Hälfte aller Sachsen arbeiten nicht in der Gemeinde, in der sie wohnen. Zur Überquerung der Gemeindegrenzen bietet sich oftmals die Kombination von Rad und Bahn an. Dies erfordert Bahnhöfe mit diebstahlsicheren und witterungsfesten Abstellanlagen. Zurzeit fehlen an knapp der Hälfte aller sächsischen Bahnhöfe fehlen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

Der ADFC Sachsen will sich außerdem dafür einsetzen, dass die touristischen Potentiale im Freistaat besser genutzt werden. Insbesondere abseits des Elberadweges gibt es noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten, wie beispielsweise am Mulderadweg, am Spreeradweg oder am Oder-Neiße-Radweg. Doch auch der Elberadweg verlor an Prestige: Die vom ADFC-Bundesverband auf basis einer repräsentativen Befragung herausgebrachte Radreiseanalyse zeigt, dass der Weserradweg den Elberadweg als beliebtesten Radwanderweg in Deutschland überholt hat.

Positionspapier des ADFC „Fahrradland 2030“: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/Q8ybB7933R43C5B

Am 7. März gründete sich in Bautzen die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs. In Anwesenheit von Staatssekretär Stefan Brangs gaben sich die Vertreterinnen und Vertreter der Gründungsstädte Bautzen, Borna, Meißen, Niesky, Pirna, Radeberg, Radebeul und Zittau eine Satzung und wählten einen Vorstand.

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ist der Bautzner Bürgermeister Alexander Ahrens, seine Stellvertreterinnen sind die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke sowie die Oberbürgermeisterin von Niesky, Beate Hoffmann.

Zum Aufbau einer Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft hat der Sächsische Landtag für die Jahre 2019 und 2020 Mittel bereitgestellt. Damit erhält das Bestreben der sächsischen Kommunen zu Vernetzung und Wissensaustausch im Rad- und Fußverkehr auch die nötige Unterstützung seitens des Freistaats. Weitere sächsische Städte bereiten Beschlüsse zur Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft vor.

Der Gründungsprozess wurde durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC), den Fachverband Fußverkehr sowie das SMWA in den letzten Monaten intensiv begleitet. "Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft ist ein sehr wichtiger Schritt für den Radverkehr in Sachsen" sagt  Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. "Fußgänger- und fahrradfreundliche Städte sind auch lebenswerte Städte. Wenn die Kommunen auf dem Weg dahin ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander teilen, dann profitieren zum Schluss alle."

Hintergrund

Seit etwa zehn Jahren erleben Rad- und Fußverkehr in Deutschland eine Renaissance. Mit dem Aufkommen von Kinderfahrradanhängern, Lastenrädern, großen kommerziellen Leihfahrradsystemen sowie insbesondere elektrisch unterstützten Fahrrädern ist im letzten Jahrzehnt sowohl eine Vervielfachung der Fahrradnutzung als auch der Nutzertypen eingetreten, die – etwa im Bereich der Luftreinhaltung und der Eindämmung des Verkehrslärms – gute Ansätze zur Lösung aktueller Herausforderungen des Stadtverkehrs bieten.

Außerdem entwickeln immer mehr Kommunen Strategien und Konzepte für mehr Fußverkehr. Zum einen weil der ÖPNV auf gute fußläufige Erreichbarkeit angewiesen ist. Zum anderen weil in der kommunalen Verkehrspolitik auch der Fokus auf Kinder-, Familien- und Seniorenfreundlichkeit verstärkt Einzug hält. Im gleichen Maße nehmen die Wünsche und Forderungen der Bevölkerung nach sicheren Schulwegen, mehr Querungsmöglichkeiten, Verkehrsberuhigung, attraktiven öffentlichen Plätzen und Flaniermeilen oder angenehmen Achsen bzw. Spazierrouten zu.

Mehr Fuß- und Radverkehr ist jedoch nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes oder der Verkehrssicherheit von öffentlichem Interesse. Auf kommunaler aber auch gesamtgesellschaftlicher Ebene zeigt die Förderung des Rad- und Fußverkehrs zahlreiche positive Wirkungen. Zum Beispiel können somit Verkehrsflächen effizienter genutzt und damit Kosten für Verkehrsplanung- und -organisation gespart werden.

Zudem wirkt sich mehr Fuß- und Radverkehr unmittelbar positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und stärkt die zwischenmenschliche Kommunikation vor Ort. Kinder und ältere Menschen erreichen besser ihre Ziele, d.h. sie können sich selbstbestimmter bewegen. Alles in allem geht es um die Frage nach einer lebenswerten Kommune. Und diese Frage ist drängender denn je.

Parallel zu diesen Entwicklungen müssen sich die Städte, Gemeinden und Landkreise ganz konkreten planerischen und technischen Herausforderungen stellen, die der Bau und die Unterhaltung einer bedarfsgerechten, sicheren und attraktiven Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer mit sich bringen.

Um diese Aufgaben aktiv anzugehen, haben sich bereits in acht der 13 Flächenländer Deutschlands Kommunen und Landkreise zu Arbeitsgemeinschaften fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte zusammengeschlossen. Am 7. März sind acht sächsische Städte diesen Beispielen gefolgt und haben in Bautzen die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs gegründet.

Projektseite der Arbeitsgemeinschaft: www.rad.sn
Kontakt für Anfragen zur Arbeitsgemeinschaft: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kurzkonzept der Arbeitsgemeinschaft: http://www.adfc-sachsen.de/files/2019-03-07-Konzept-RadSN.pdf
Gründungsfoto (druckbar): https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/xQ2mzWHZxHMspx4
Pressemitteilung des SMWA: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/224141

ADFC Sachsen erfreut über hohen Zuspruch für eine sichere Radwegverbindung an der S80 und S81

Am vergangenen Samstag endete die Zeichnungsfrist der Petition für einen sicheren Radweg zwischen Dresden und Weinböhla. Über 3.500 Petenten verlangen einen sicheren und baulich getrennten Radweg entlang der Staatsstraßen 80 und 81, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Anwohner und Betroffene initiierten die Petition, nachdem der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, am 27. November letzten Jahres auf der S 81 zwischen Auer und Friedewald bei einem Unfall getötet worden war. Mehr als zwei Drittel der Petenten gaben an, von der problematischen Situation an den beiden Staatsstraßen selbst betroffen zu sein.

„Ich freue mich sehr, dass es einen so großen Zuspruch für einen Radweg an dieser gefährlichen Strecke gibt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen. Der ADFC kritisierte in der Vergangenheit mehrfach die Untätigkeit der zuständigen Meißner Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) in Sachen Radwegebau. Noch im April betonte dessen Amtsleiter Holger Wohsmann öffentlich, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. Krause sieht einen klaren Widerspruch zwischen der Haltung des LaSuV, dem erklärten Ziel der Sächsischen Staatsregierung und dem Wunsch der Anwohner: „Der Erfolg der Petition zeigt deutlich, dass auch viele Leute außerhalb der Großstädte die Ignoranz gegenüber dem Radverkehr nicht weiter hinnehmen. Nun muss das LASuV endlich für eine sichere Radwegverbindung an der S 81 sorgen.“

Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11%. Die erst 2011 komplett neu gebaute S 81 gehört zu einer der gefährlichsten Staatsstraßen in Sachsen.

Hintergrund:

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind, die unhaltbare Situation für Radfahrende an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren mit teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Erst am Wochenende kam bei einem Überholmanöver ein Autofahrer ums Leben. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrende und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen, die nach Dresden fahren, sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat der Freistaat im Landkreis Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

Pressekontakt für Rückfragen: Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, 0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

ADFC Sachsen begrüßt Wettbewerb von Sachsens Verkehrsminister Dulig

Zum ersten Mal sucht der Freistaat Sachsen die fahrradfreundlichste Kommune des Landes. Der Sächsische Fahrradpreis 2019 wird an eine Kommune gehen, die sich in besonderem Maße für die Förderung des Radverkehrs einsetzt. Gleichzeitig soll der vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) Anreize für zukünftige Maßnahmen setzen.

„Mit dem Wettbewerb bringt Verkehrsminister Martin Dulig Schwung in die Förderung des Radverkehrs. Das ist super!“ ist Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, überzeugt.

Noch bis zum 15. März läuft die Bewerbungsfrist zum Sächsischen Fahrradpreis. „Ich bin sehr neugierig auf das Teilnehmerfeld und freue mich auf die Präsentation verschiedenster spannender Rad-Projekte aus Sachsen“, sagt Krause.

Es gibt viele Kriterien, die eine fahrradfreundliche Stadt ausmachen können. Dazu zählt beispielsweise, ob es in der Kommune ein Radverkehrskonzept gibt und wieviel Personal die Stadt für den Radverkehr eingestellt hat. Der ADFC empfiehlt, dass eine Kommune pro 50.000 Einwohner mindestens eine Vollzeitkraft haben sollte, die sich ausschließlich mit dem Radverkehr beschäftigt. Darüber hinaus gibt es auch in Sachsen viele Beispiele, mit denen das Rad fahren in der Stadt attraktiver wird.

So hat zum Beispiel die Stadt Bautzen zahlreiche Einbahnstraßen in der Innenstadt für den Radverkehr in die gegenläufige Richtung geöffnet, die Stadt Frankenberg hat im letzten Jahr eine spektakuläre Rad- und Fußwegbrücke gebaut. Für Aufsehen sorgte auch das Aufstellen von Verkehrsschildern in Radebeul, die darauf hinweisen, dass beim Überholen von Radfahrenden ein Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten ist und die Stadt Ostrau, als sie den Bau eines Radweges an der S 169 in Eigenregie vorantrieb. Spektakulär sind darüber hinaus die jährlichen Radtouren, die die Bürgermeister in Taucha und Oschatz mit ihren Bürgern unternehmen.

Die Jury wird aus Mitgliedern bestehen, die vom SMWA, dem Innenministerium, der TU Dresden, der Landesverkehrswacht, dem Städte- und Gemeindetag, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie dem ADFC Sachsen entsendet werden.

Nach dem tödlichen Fahrradunfall am 27. November auf der Staatsstraße 81 zwischen Auer und Friedewald stellen nun auch Anwohner und Betroffene Forderungen. In einer Petition verlangen sie den Bau eines sicheren und baulich getrennten Radweges zwischen Dresden und Weinböhla, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Über 700 Personen haben innerhalb einer Woche bereits die Petition unterzeichnet, die noch bis zum 9. Februar 2019 läuft. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) begrüßt das Engagement der Anwohner und unterstützt die Initiative ausdrücklich.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, sieht bei der S 81 ein klares strukturelles Versagen: „Beim Ausbau der Straße im Jahr 2011 hat der Freistaat einen Radweg für entbehrlich gehalten. Das rächte sich am Unfalltag des 27. Novembers bitter. Gleiches gilt für die Untätigkeit der Meißner Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr beim Radwegebau.“ Noch im April betonte dessen Amtsleiter, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. „Diese lässige Haltung gegenüber der Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer trifft aus unserer Sicht eine klare Mitschuld an dem Unfall." sagt Krause. „Wir brauchen in Sachsen endlich eine grundsätzliche Prioritätenänderung hin zu sicherer Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer."

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind, die unhaltbare Situation für Radfahrende an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrende und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

Zum Hintergrund

Am Abend des 27. November befuhr der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, mit seinem Fahrrad die Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer, nordwestlich von Dresden. Mit hoher Geschwindigkeit rammte ein Kleintransporter den Radfahrer und schleuderte ihn durch die Luft, er verstarb noch am Ort des Unfalls an den Folgen des Aufpralls.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen Richtung Dresden sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat das LaSuV Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

 

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

ADFC Sachsen begrüßt Förderung im sächsischen Doppelhaushalt 2019/20

Am Donnerstag wird der Sächsische Landtag ein landesweites Förderprogramm für Lastenräder beschließen. Die Fraktionen CDU, SPD und Grüne im Sächsischen Landtag haben sich darauf verständigt, im Landeshaushalt für 2019 eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro, für 2020 sogar eine Million Euro einzuplanen. Mit den Mitteln sollen gewerblich genutzte Lastenräder gefördert werden, sowie freie Lastenräder, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Eine Förderung von privat genutzten Lastenrädern ist nicht geplant. Die detaillierten Förderbedingungen und –höhen sind ebenfalls bislang noch nicht bekannt.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, begrüßt die beschlossene Lastenradförderung. „Lastenräder stellen eine saubere, ökologische und platzsparende Alternative zum Auto dar. Mit Spaß und Leichtigkeit können so auch sperrige Dinge transportiert werden, gewissermaßen abgasfrei am Stau vorbei. Wir begrüßen sehr, dass Sachsen diesen Schritt für nachhaltige Mobilität geht. Die Lastenradförderung kennen wir bereits aus vielen Gemeinden sowie den Ländern Baden-Württemberg und Berlin.“ Ausgehend von diesen Erfahrungen geht der ADFC von einer Zunahme der Nutzung von Lastenrädern im gewerblichen Bereich aus. „Nicht nur für Fahrradkuriere oder die Postzustellung sind Lastenräder geeignet. Denkbar ist die Nutzung zum Beispiel auch für Wohnungsgenossenschaften, Hausmeisterservices oder die häusliche Krankenpflege. Durch die Zeitersparnis im Stadtverkehr und bei der Parkplatzsuche sowie die geringen laufenden Kosten von Lastenrädern sind sie für unterschiedlichste Nutzungen im Dienstleistungsbereich interessant.“

Hintergrund

Als innerstädtische Transporter können Lastenräder ihre Vorteile gegenüber Pick-Ups oder Kleintransportern schnell ausspielen. Denn auf vielen Strecken ist das Fahrrad in der Stadt schneller als das Auto: Die Parkplatzsuche entfällt, die Wege verlaufen direkt von Tür zu Tür und auf dem Radweg am Stau vorbei. Für Gewerbetreibende und Firmen außerdem interessant: Die zwei- oder dreirädrigen Sprinter punkten durch ein positives Image. Die meisten Lastenräder am Markt sind inzwischen mit einer elektrischen Unterstützung erhältlich. „Der eigentliche Boom der Elektromobilität findet nicht bei den Autos, sondern im Fahrradbereich statt.“ ist Krause überzeugt. „Ein elektrisch unterstütztes Lastenrad verbindet die Vorteile des wendigen Fahrrads mit der Power des Elektromotors. Wenn wir städtische Mobilität in Zukunft sicher, flächensparend und sauber organisieren wollen, kommen wir am Transportrad daher nicht vorbei.“ so der ADFC-Geschäftsführer.

Lastenräder werden seit über 100 Jahren genutzt. In den 80er-Jahren erlangten sie vor allem in Amsterdam und Kopenhagen steigende Popularität. In Kopenhagen gibt es zurzeit schätzungsweise 40.000 Lastenräder. Über ein Viertel aller Familien mit zwei oder mehr Kindern besitzt in Kopenhagen ein Cargobike. Damit sind 6% aller Räder in Kopenhagen Lastenräder.

Um ein Lastenrad zu nutzen, besteht keine Notwendigkeit, eines zu besitzen. Viele Büro- und Hausgemeinschaften teilen sich ein Lastenrad. Darüber hinaus gibt es in Deutschland in über 70 Städten freie Lastenradinitiativen. Hier können kostenfrei oder gegen eine kleine Spende Lastenräder geliehen werden. In Sachsen gibt es aktuell 13 solcher freien Lastenräder. Darunter die Dresdner Lastenradinitiative Frieda & Friedrich, die inzwischen acht freie Lastenräder auf die Straße gebracht hat.

Lastenräder sind zurzeit noch weniger populär als in Dänemark oder den Niederlanden. Beim Fahrrad-Monitor, einer repräsentativen Studie des Sinus-Instituts, gaben 7% aller Befragten in Deutschland an, dass sie sich vorstellen können, ein Lastenrad anzuschaffen. Die Kaufinteressierten waren durchschnittlich jünger und häufiger Frauen. 16% der Befragten gaben an, dass sie sich vorstellen können, ein Leihsystem für Lastenräder zu nutzen. Tatsächlich nutzen zurzeit nur rund ein Prozent der Deutschen ein Lastenrad. In Kopenhagen dagegen besitzt ein Viertel der Familien mit zwei oder mehr Kindern ein eigenes Lastenrad.

Die Studie ermittelte auch, dass 81% der Lastenradfahrenden das Lastenrad zum Einkaufen nutzen. Darüber hinaus wird das Lastenrad zum Transport von Gegenständen (38%), von Tieren (27%) und von Personen (27%) genutzt. 15% der Lastenradfahrenden nutzen das Rad bereits aus beruflichen Gründen.

Weiterführende Links und Bilder:

Die Studien-Ergebnisse des Fahrrad-Monitors lassen sich hier finden: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/fahrradmonitor-2017-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile

Informationen zu Lastenrädern in Kopenhagen: http://www.copenhagenize.com/2015/10/cargo-bike-nation-copenhagen.html

Link zur Dresdner Lastenradinitiative Frieda & Friedrich: https://friedafriedrich.de/

Fotoserie mit verschiedenen Lastenrädern: https://www.pd-f.de/bilderarchiv/pdfgallery/?&search=Lastenrad

ADFC kritisiert fehlenden Radweg an der S 81

Nach dem tödlichen Fahrradunfall am 27. November auf der Staatsstraße 81 zwischen Auer und Friedewald stellen nicht nur Anwohner und Betroffene Fragen nach der Verantwortung. Auch der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC), Konrad Krause, sieht dringenden Klärungsbedarf. "Nur weil der Unfallfahrer unter Alkoholeinfluss stand, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Hätte es an der S 81 einen separaten Radweg geben, wäre der beim Unfall getötete Schulamtsleiter wahrscheinlich noch am Leben.“

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind die unhaltbare Situation für Radfahrer an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrern ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrer und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

"Beim Ausbau der Straße im Jahr 2011 hat der Freistaat einen Radweg für entbehrlich gehalten. Das rächt sich jetzt bitter. Genau so, wie die Untätigkeit der Meißner Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr beim Radwegebau." Noch im April betonte dessen Amtsleiter, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. "Diese lässige Haltung gegenüber der Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer trifft aus unserer Sicht eine klare Mitschuld an diesem Unfall." sagt Krause. "Wir brauchen in Sachsen endlich eine grundsätzliche Prioritätenänderung hin zu sicherer Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer."

Zum Hintergrund

Am Abend des 27. November befuhr der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, mit seinem Fahrrad die Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer, nordwestlich von Dresden. Mit hoher Geschwindigkeit rammte ein Kleintransporter den Radfahrer und schleuderte ihn durch die Luft, er verstarb noch am Ort des Unfalls an den Folgen des Aufpralls. Schnell stellte sich heraus, dass der Fahrer des Transporters einen Blutalkoholwert von 1,7 Promille hatte.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen Richtung Dresden sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat das LaSuV Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

Zeitgleich zum Unglück am Abend des 27. November fand im Rathaus Klotzsche eine Podiumsdiskussion zum Radverkehr im Dresdner Norden statt. Eines der Themen, über das Anwohnerinnen und Anwohner neben weiteren Lücken im Radverkehrsnetz engagiert diskutierten, war auch der fehlende Radweg an der S 81 zwischen der Dresdner Stadtgrenze und Weinböhla.

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/4PRmYj4NceMMaxn

Nachdem Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig in der letzten Woche die Gründung einer sächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft angekündigt hat, erhält er dazu auch Zuspruch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC). Insbesondere Radfahrende profitieren von einer Vereinheitlichung der Nahverkehrstarife in Sachsen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, begrüßt den Vorstoß des Verkehrsministers: "Martin Duligs Vorschlag für eine einheitliche Nahverkehrsstruktur in Sachsen macht uns Hoffnung. Denn sowohl für Pendler als auch für Radtouristen würde dies eine deutliche Vereinfachung bedeuten. Der momentane Flickenteppich an Reglungen, Tarifen und Verantwortlichkeiten ist für nicht eingeweihte kaum zu verstehen.“

Momentan ist die Tarifgestaltung in den fünf Verkehrsverbünden noch unterschiedlich und damit unübersichtlich. So ist die Fahrradmitnahme im Verkehrsverbund Vogtland (VVV), im mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) kostenlos, im Lausitzer ZVON kostet sie hingegen 3,50 Euro am Tag und im Verkehrsverbund Oberelbe 3,00 Euro.

Will man aber das Rad auf einer Strecke von einem zum anderen Verkehrsverbund in der Bahn mitnehmen, kostet die Fahrradmitnahme 5,50 Euro. „Es ist doch niemandem beizubringen, dass die Fahrradmitnahme zwischen Leipzig nach Chemnitz 5,50 Euro kostet, obwohl sowohl der MDV als auch der VMS Fahrräder kostenlos mitnehmen.“ spiegelt der ADFC-Geschäftsführer die Verwunderung vieler Radfahrer über die Eigenarten bisheriger ÖPNV-Tarife wider.

Ein weiteres, kaum nachvollziehbares Beispiel ist die 16-minütige Fahrt von Tharandt nach Niederbobritzsch: Auf dieser kurzen Strecke kostet die Fahrradmitnahme 5,50 Euro und ist damit sogar teurer als das Personenticket, welches 4,80 Euro kostet. Der ADFC-Geschäftsführer weiß auch warum: „Das liegt nur daran, dass zwischen beiden Orten eine Tarifzonengrenze liegt. Und wer in Sachsen mit dem Rad in der Bahn eine solche Grenze überschreitet, muss 5,50 Euro zahlen, egal, was die Radmitnahme in den jeweiligen Verbünden kostet.“ Eine einheitliche Verkehrsgesellschaft kann diese aktuell existierenden Missstände beheben und bietet die Möglichkeit für einheitliche, einfache und transparente Tarife.

Außerdem ermöglicht eine landsweite Verkehrsgesellschaft die Abstimmung eines sachsenweiten Taktfahrplans und eine bessere Anbindung ländlicher Gegenden. Der ADFC Sachsen ist auch zuversichtlich, dass die Nahverkehrsgesellschaft viel leichter diebstahlsichere, wettergeschützte und attraktive Fahrradabstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und Haltepunkten auf den Weg bringen kann. Die mangelhafte Ausstattung von Bahnhöfen mit sicheren Abstellanlagen und Radstationen beklagt der ADFC schon seit vielen Jahren. Dabei sind sie ein wichtiger Teil eines attraktiven und gut ausgelasteten ÖPNV. „Denn wenn die Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV attraktiver und der Wechsel zu umweltfreundlichen Verkehrsarten einfacher wird, steigen zum Schluss auch mehr Menschen vom Auto in die Bahn um.“ so Krause abschließend.

 

Die Forderung von Anwohnern und Eltern nach einem Radweg an der Staatsstraße 190 von Freiberg nach Hilbersdorf erhält Zuspruch durch den sächsischen Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Die Entfernung zwischen Freiberg und Hilbersdorf ist eigentlich ideal zum Radfahren. Doch auf der kurvigen und hügeligen Strecke fürchten sich viele, aufs Rad zu steigen." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "Die Folge ist, dass auch solche kurzen Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden und sich Eltern nicht trauen, ihre Kinder selbständig mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen."

Bereits in der Sächsischen Radverkehrskonzeption von 2005 war Bedarf für einen Radweg zwischen Freiberg und Hilbersdorf gesehen worden. "Dass 13 Jahre später immer noch nichts passiert, darüber sind die Leute vor Ort zurecht empört", findet Krause. Im aktuellen sächsischen Rad-Konzept von 2014 ist der Radweg wegen seiner Bedeutung als Schulweg sogar in Priorität A hochgestuft worden. Doch auch das scheint bisher wenig gebracht zu haben. Nach einer Anfrage der Grünen im Landtag ist für den Abschnitt an der S 190 bisher keine Planung in Arbeit (Quelle: Kl. Anfrage Drs. 6/13767 vom Juli 2018).

Krause rät den Hilbersdorfern daher, am Ball zu bleiben: "Dort wo sich die Bürger vor Ort zusammentun und kontinuierlich Druck machen, sind die Chancen höher, dass etwas voran geht", weiß Krause von anderen Radwegprojekten in Sachsen zu berichten. Der ADFC unterstützt die Anwohner bei diesem Anliegen. Die Freiberger Ortsgruppe des Fahrradclubs hat zur Teilnahme an der Demonstration am Sonnabend aufgerufen.

Seit 2014 wurden im Landkreis Mittelsachsen nur 9 km Radwege an Staats- oder Bundesstraßen eröffnet, aktuell sind weitere 10,5 km im Bau. Der im Radverkehrskonzept benannte Bedarf jedoch ist deutlich höher: 191 km neue Radwege an Bundes- und Staatsstraßen sind im Landkreis Mittelsachsen vorgesehen, davon sollen mindestens 60 bis zum Jahr 2025 fertig gestellt sein. Damit das klappt, muss der Freistaat ein paar Gänge hochschalten, findet der ADFC.

Beim Bau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen klemmt es vielerorts in Sachsen. "Der Landeshaushalt 2019/2020 braucht deutlich mehr Finanzmittel und Personalkapazitäten für den Radwegebau, sonst treten wir in Sachsen weiter auf der Stelle." Der ADFC macht nun landesweit Druck, damit im neuen Doppelhaushalt des Freistaats nicht nur mehr Geld für Radwege, sondern auch mehr Planungspersonal zur Verfügung gestellt werden. Aktuell sind von den ca. 1000 Beschäftigten des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr lediglich 6,3 Vollzeitstellen mit der Planung von Radverkehrsinfrastruktur beschäftigt.

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