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Die gemeinsamen AOK- und ADFC-Aktionen „Mit dem Rad zur Arbeit“ werben regelmäßig für die alltägliche Fahrradnutzung und heben insbesondere den gesundheitlichen Nutzen hervor. Am Montag, dem 5. August 2019, fuhr der Ministerpräsident Michael Kretschmer bei einer Veranstaltung in Meerane „Mit dem Rad zur Arbeit“. Michael Kretschmer eröffnete die Fahrt und fuhr gemeinsam mit den Vorständen der AOK Plus, des ADFC Sachsen und weiteren Vertretern von Firmen aus der Region.

Niklas Schietzold, Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen, sieht im Fahrrad eins der wichtigsten Fortbewegungsmittel für Pendler. „Sehr viele Menschen sind bei ihrem Arbeitsweg auf das Rad angewiesen, oftmals in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“ Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums zeigt, dass 28% aller Autofahrten und 19% aller Fahrradfahrten zur Arbeit führen. „Bekannt ist auch, dass viele Menschen gern mit dem Rad zur Arbeit fahren würden und dies aber nicht tun, weil sie ihren Weg als unsicher empfinden“, so Schietzold. Das bestätigt der vom Bundesverkehrsministerium geförderte Fahrrad-Monitor. Dort gaben 19% der Befragten an, dass sie das Rad nicht für ihren Arbeitsweg nutzen, weil sie diesen als zu gefährlich ansehen. Vor allem wurde aber auch festgestellt, dass sich insbesondere Frauen und ältere Personen öfter gefährdet fühlen. Diese Tendenz erhärtet sich mit den Ergebnissen des ADFC Fahrradklima-Tests 2018, wonach sich 71% der Sachsen gefährdet fühlen, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. Daher fordert Schietzold eine Verkehrswende: „Für die wichtigen Pendelverbindungen sind massive Investitionen in eine sichere Fahrrad-Infrastruktur notwendig, um noch viel mehr Menschen einen gefahrlosen Arbeitsweg zu ermöglichen.“

Hintergrund:

Im „Mit dem Rad zur Arbeit“-Aktionszeitraum von Mai bis August können Pendler ihre tägliche Fahrradnutzung in einem persönlichen Aktionskalender online erfassen. Während des Aktionszeitraums gilt es an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Fernpendler kombinieren dabei den Arbeitsweg einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es zählen auch Teilstrecken, zum Beispiel für den Weg zum Bahnhof und zurück.

Wer das 20-Tage-Ziel erreicht und seine Leistungen vor dem Teilnahmeschluss im Aktionskalender festhält, nimmt automatisch an der Verlosung von Sachpreisen teil. Rückmelde-Schluss hierfür ist der 17. September 2019.

Die aktiven Teilnehmenden gewinnen jedoch in jedem Fall, denn durch mehr Bewegung im Alltag stärken sie ihre Gesundheit und das Wohlbefinden. Regelmäßiges Radfahren schützt vor Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht sowie Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Auch teilnehmende Firmen profitieren von radelnden Arbeitnehmern, denn ihre Betriebe gewinnen dadurch leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Analysen der AOK zeigen, dass etwa zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch nach dem Aktionszeitraum weiter mit dem Rad zur Arbeit fahren. Aktuell nutzen 32 Prozent aller Fahrradbesitzer ihr Rad auch auf dem Weg zur Arbeit.

-       Hashtag zur Kampagne: #mdrza

-       Link zu Mit dem Rad zur Arbeit: https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/bundesweit/index.php

-       Ergebnisbericht der BMVI-Studie Mobilität in Deutschland: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/mid-ergebnisbericht.pdf?__blob=publicationFile

-       Analysen zum Rad- und Fußverkehr im Rahmen der BMVI-Studie: http://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2017_Analyse_zum_Rad_und_Fu%C3%9Fverkehr.pdf

-       Link zum Fahrradmonitor: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/fahrradmonitor-2017-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile

-       Mehr Infos zur Verkehrswende: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Politik_und_Verwaltung/Download/So_geht_Verkehrswende_ADFC-Booklet_Stand_05_2019.pdf

ADFC Sachsen erfreut über Fortschritte im Radtourismus

Am Freitag, dem 2. August 2019 gab Minister Martin Dulig die erste Teilstrecke des SachsenNetz Rad im Rahmen einer Radtour von Trebsen nach Wurzen offiziell frei. Entlang dieser Strecke im Leipziger Land wurden die ersten Prototypen der neuen einheitlichen Beschilderung aufgestellt. Das SachsenNetz Rad ist das touristische Hauptnetz der Radwege in Sachsen. Es umfasst zehn Radfernwege, mehr als 60 regionale Hauptradrouten und etliche sonstige Radstrecken, die touristische Ziele im Freistaat verbinden.

Niklas Schietzold, Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über die erste Umsetzung der Beschilderung: „Sachsen hat enormes Potential für den Radtourismus. Ein dichtes und hochwertiges Beschilderungsnetz ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um Sachsen flächendeckend für Radtourismus zu erschließen. Ich freue mich, dass Minister Dulig das erkannt hat und sein Ministerium die Beschilderung vorantreibt.“ Gleichzeitig gibt es im Freistaat noch deutliche Ausbaufähigkeit bei touristischen Radrouten. Der ADFC Sachsen kritisiert, dass abseits des Elberadwegs noch zu wenig für den Radtourismus getan wird. „Sachsen hat herrliche Regionen, aber abseits der wenigen Hauptradrouten ist es oftmals einfach unattraktiv, hochwertige touristische Ziele mit dem Rad zu erkunden. Etliche touristische Verbindungen mit großem Potential werden nach wie vor nicht mit Radrouten abgedeckt. Und dort wo Radrouten in der Karte stehen, findet man sich oft auf lückenhaften, holprigen oder zugewachsenen Radwegen wieder, sofern sie denn überhaupt existieren“, so Schietzold.

Was im Moment fehlt, sind konkrete Ausbaustrategien für Lückenschlüsse, etwa für den Mulde- und den Elsterradweg. Auch die radtouristische Erschließung der Oberlausitz sollte nun von Minister Dulig als dringende Aufgabe erkannt werden. So kritisiert der ADFC Sachsen die fehlende Verbindungsradroute zwischen dem Elbe- und dem Oder-Neiße-Radweg. Um für Touristen die Anreise mit dem Rad in diese Region attraktiv zu gestalten fordert der ADFC Sachsen darüber hinaus eine Anbindung von Bautzen und Görlitz an den Eisenbahnfernverkehr.

Hintergrund:

Das SachsenNetz Rad wird ständig ausgebaut. In der aktuellen Ausbauplanung umfasst es 5.176 km Radwege, davon 2.254 km Radfernwege, 2.357 km regionale Hauptradrouten sowie 565 km sonstige Strecken in unterschiedlicher Baulast. Die zehn sächsischen Radfernwege sind die Mittellandroute, der Elberadweg, der Mulderadweg, der Spreeradweg, der Oder-Neiße-Radweg, der Zschopautalradweg, der Radfernweg Sächsische Mittelgebirge, die Sächsische Städteroute, der Elsterradweg sowie der Froschradweg.

Radtourismus gewinnt zunehmend an Relevanz, wie die jährlichen Radreiseanalysen des ADFC zeigen. So unternahmen im Jahr 2018 bereits 5,5 Millionen Deutsche eine mindestens dreitägige Radreise. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein Anstieg um 27% (4,3 Millionen im Jahr 2017). Mehr als jede zweite Person in Deutschland unternahm im vergangenen Jahr mindestens einen Tagesausflug mit dem Rad. Gleichzeitig verlor der Elberadweg seine Position als beliebtester Radweg Deutschlands. Der Elberadweg war 14 Jahre lang die beliebteste touristische Radroute in der Bundesrepublik und wurde nun vom Weser-Radweg auf Platz 2 verdrängt. 2017 gaben 13,7% der Befragten an, dass der Elberadweg ihr beliebtester Radfernweg in Deutschland sei. 2018 waren es nur noch 8,3%, 2019 nur 6,2%. Der Weser-Radweg gewann im gleichen Zeitraum hingegen deutlich an Popularität, weil entscheidende Investitionen in die Infrastruktur sowie das Marketing getätigt wurden und der Streckenverlauf verbessert wurde. Andere touristische Routen in Sachsen wie der Oder-Neiße-Radweg, der Mulderadweg oder die Sächsische Städteroute haben es in diesem Jahr nicht unter die populärsten zehn Radrouten in Deutschland geschafft. Der Oder-Neiße-Radweg war in der Vergangenheit mehrmals in den Top-Ten-Auflistungen präsent.

Der ADFC ist der führende Akteur im Bereich Radtouren in Sachsen. Im vergangenen Jahr organisierte der Verein ehrenamtlich 320 Radtouren mit über 4.500 Teilnehmenden im gesamten Freistaat. Die Touren werden zum Großteil von Nichtmitgliedern genutzt und stellen außerdem ein häufig genutztes Angebot für Touristen dar. Des Weiteren verfügen fast 200 Betriebe in Sachsen über das Bett+Bike-Zertifikat des ADFC, welches fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten auszeichnet.

Informationen zum SachsenNetz Rad: https://www.radverkehr.sachsen.de/9202.html

Link zu den Ergebnissen der ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/Praesentation_ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse_2019.pdf

Link zum Handout zur ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/190308_FINAL_ADFC_Handout_Radreiseanalyse_2019.pdf

                                              

Personalmangel im LASuV

Sächsischer Rechnungshof und ADFC Sachsen kritisieren zunehmende Aufgabenübernahme durch die landeseigene LISt GmbH

Der sächsische Rechnungshof kritisiert in seinem aktuellen Bericht die zunehmende Übernahme von hoheitlichen Aufgaben durch die landeseigene LISt GmbH. Die Gesellschaft existiert seit 2001 parallel zum Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) und sollte eigentlich nur für einen Übergangszeitraum agieren. Tatsächlich hat sie inzwischen rund 180 Beschäftigte und generiert achtstellige Umsätze pro Jahr. Die LISt übernimmt unter anderem ingenieurtechnische Aufgaben im Bereich des Radwege- und Straßenbaus. Aus Sicht des Rechnungshofes wurden die Tätigkeiten der List „über die vereinbarten Kernleistungen hinaus erheblich ausgeweitet.“

Rolf Leonhardt, Vorstandsmitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, zeigt sich besorgt über die Personalsituation in der sächsichen Straßenverwaltung: „Es kann nicht sein, dass hoheitliche Aufgaben zunehmend ausgelagert werden, weil es einen Personalmangel in den Niederlassungen des LASuV gibt.“ Aktuell sind von den fast 1000 Beschäftigten des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr weniger als 1% der Vollzeitstellen mit der Planung von Radverkehrsinfrastruktur beschäftigt. Der ADFC Sachsen fordert daher, deutlich mehr Stellen für die Radverkehrsplanung im LASuV zu schaffen, um die Lücken im sächsischen Radwegenetz schneller zu schließen. Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %. Eine langfristige Bindung von Planern an das Landesamt ist sinnvoll, da der Bau von hunderten Radweg-Kilometern in den kommenden Jahren folgen soll. „Der Bau von Radwegen ist heute ebenso aufwendig wie der Bau von Straßen. Ausreichend Planer-Stellen sind erforderlich, damit der Freistaat bis 2030 wenigstens bundesdeutsches Durchschnittsniveau bei der Radwegeausstattung erreicht.“, so Leonhardt.

Hintergrund:

Zwischen 2004 und 2018 stieg die Zahl der LISt-Angestellten von 59 auf 180, während die Zahl der Mitarbeitenden der LASuV-Niederlassungen seit ihrer Gründungen 2013 kontinuierlich sinkt. Mit dem Stellenzuwachs bei der LISt GmbH geht auch eine Zunahme an Aufgaben und Erlösen einher, so der Landesrechnungshof. Die eigentliche Aufgabe, die LASuV-Niederlassungen nur zu entlasten, wird schon lange nicht mehr wahrgenommen.

Der sächsische Rechnungshof kritisiert auch, dass eine parlamentarische Kontrolle der LISt GmbH schwerer falle als die Kontrolle des Landesamtes. Angesichts des Wachstums der LISt entstehe ein immer größerer Parallelhaushalt ohne systematische und enge Kontrolle.

Weitere Informationen

Link zu den Forderungen des ADFC Sachsen für eine gelungene Förderung des Radverkehrs auf Landes- und Kommunalebene: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/Q8ybB7933R43C5B#pdfviewer

Link zum Bericht des Rechnungshofes: http://www.rechnungshof.sachsen.de/JB2018-I-14.pdf

Webseite der LISt: http://www.list.sachsen.de/

So viele neue Mitglieder wie noch nie. Zu diesem Ergebnis kommt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen in seiner Zwischenbilanz des Jahres 2019. In der ersten Jahreshälfte konnte der ADFC Sachsen über 800 neue Mitglieder begrüßen. In den zehn vergangenen Jahren wuchs der sächsische Fahrrad-Club pro Halbjahr dagegen durchschnittlich um 200 Personen. Mit 6332 Mitgliedern ist die Fahrradlobby einer der größten eingetragenen Vereine im Freistaat.

„Wir freuen uns sehr darüber, wieviel Zuspruch unsere nahezu ausschließlich ehrenamtliche Arbeit findet. Das zeigt uns, dass es für viele Menschen in Sachsen wichtig ist, sicher und komfortabel Radfahren zu können" sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Mehr als die Hälfte der sächsischen ADFC-Mitglieder wohnt in Dresden, weitere 1450 leben in Leipzig. „Auch wenn die Mehrheit unserer Mitglieder in Dresden und Leipzig wohnt, sind wir auch außerhalb der großen Städte sehr aktiv. Eines unserer großen Themen ist der Ausbau des überörtlichen Radwegenetzes an Staats- und Bundesstraßen“ sagt Krause. Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40% liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %.

Bundesweit hat der ADFC mehr als 180.000 Mitglieder. Das durchschnittliche ADFC-Mitglied in Sachsen ist 46 Jahre alt, 37% aller sächsischen ADFC-Mitglieder sind jünger als 40 Jahre. Der Verein setzt sich vor Ort für eine fahrradfreundliche, sichere und komfortable Verkehrsplanung ein. 2018 organisierte der ADFC in Sachsen 320 Radtouren mit rund 4500 Teilnehmenden. Außerdem berät der Fahrradclub zu technischen Fragen rund ums Fahrrad.

ADFC-Mitglieder profitieren darüber hinaus von der ADFC-Pannenhilfe, die im Fall einer Havarie Rad und Fahrer unter die Arme greift und, falls die Panne nicht vor Ort behoben werden kann, bis zur nächsten Fahrradwerkstatt bringt. Des Weiteren zeichnet der ADFC fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Bett+Bike-Zertifikat aus. In Sachsen gibt es fast 200 Bett+Bike-Unterkünfte.

Eine Einzelmitgliedschaft im ADFC kostet 56€ jährlich, der Mitgliedsbeitrag für unter 27-jährige liegt bei 33€. Darüber hinaus bietet der ADFC Haushalts- und Familienmitgliedschaften an für 68€ im Jahr an.

Weitere Informationen:

Zur ADFC-Pannenhilfe: www.adfc.de/artikel/die-adfc-pannenhilfe/

Zu Mitgliedervorteilen des ADFC: www.adfc.de/sei-dabei/

Zum Projekt Bett+Bike: www.bettundbike.de

Zum Projekt fahrradfreundlicher Arbeitgeber: www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de/

ADFC bietet attraktive Radreiseroute zwischen Dresden und Berlin an

Immer mehr Menschen zieht es mit dem Rad an die Ostsee oder nach Dänemark und sogar bis hinauf zum Nordkap. Für Dresdner stellt sich dabei die Frage, wie man am komfortabelsten und dennoch direkt aus dem Elbtal Richtung Norden kommt. Zwischen Autobahn, Könisgbrücker Straße und Fischhausstraße ist es nicht gerade einfach, die ideale Route aus der Stadt heraus zu finden, ohne dabei unnötige Umwege zu fahren.

Ehrenamtliche des ADFC Sachsen haben deshalb eine Radroute zwischen Dresden und Berlin ausgearbeitet. Die Route beginnt an der Frauenkirche in Dresden und endet am Brandenburger Tor in Berlin. Längere Abschnitte über matschige oder holprige Wege sollten auf der Route bewusst vermieden werden. „Unser Ziel war ein möglichst direkter und bequemer Radfernweg zwischen Berlin und Dresden.“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Mit dem Rennrad ist die Strecke in zwei Tagen zu schaffen. Für gemütlichere Fahrten führt sie bewusst über Orte mit ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, sodass auch kürzere Etappen kein Problem sind. Die Strecke eignet sich daher auch für Familienurlaube.

Der Radweg Berlin-Dresden führt von Berlin aus zunächst über Königs Wusterhausen, Lübbenau, Senftenberg und Ortrand Richtung Dresden. Die 253 Kilometer lange Strecke führt weitgehend über asphaltierte Wege oder schwach befahrene Landstraßen.

Alle Streckenabschnitte wurden von den ADFC-Mitgliedern mit dem Fahrrad abgefahren, dokumentiert und bewertet. An manchen Stellen musste die Gruppe lange feilen, bis die optimale Route gefunden war. „In Brandenburg gibt es ja bereits zahlreiche Radwege, die unsere Route nutzt. In Sachsen war es da an manchen Abschnitten etwas schwieriger, einen Weg zu finden, der unseren Vorstellungen entspricht.“ sagt Krause.

Die Karte kann für 3€ zuzüglich Versandkosten online bestellt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sie im Laden des ADFC Dresden käuflich zu erwerben.

ADFC-Laden
Bischofsweg 38
01099 Dresden

Öffnungszeiten
Montag 10-15 Uhr
Mittwoch 15-19 Uhr

Weitere Informationen: http://www.radweg-berlin-dresden.de/

Zum Download: Logo des Radweg Berlin-Dresden und Cover der Radweg-Karte

Pressemitteilung: ADFC Sachsen fordert zügigen Bau eines lückenlosen Radweges an der S 95

Eigentlich war ein Radweg an der S 95 zwischen Gersdorf und Kamenz bereits fertig geplant, der Baubeginn hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Nun hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) den Baubeginn des Radwegs ins Ungewisse verschoben. Statt eines Baubeginns soll nun die gesamte Straße umgebaut werden. Die Menschen im Landkreis Bautzen müssen weiterhin auf einen Radweg zwischen Kamenz und Gersdorf warten. Dagegen regt sich nun Widerstand: Bürgerinnen und Bürger aus Pulsnitz und Kamenz rufen daher am Samstag, 15. Juni zur Fahrrad-Demo für den schnellen Baubeginn des Radwegs zwischen Kamenz und Pulsnitz auf. Die Demonstration beginnt um 11:00 Uhr. Sowohl von Kamenz als auch von Pulsnitz aus wird es eine Zubringerdemo zur Abschlusskundgebung in Gersdorf geben. Die Organisatoren fordern einen durchgehenden Radweg von Kamenz nach Pulsnitz entlang der Staatsstraße 95. Im 4,4 km langen Abschnitt zwischen Gersdorf und Kamenz sind Radfahrende gezwungen auf der Straße zu fahren.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen freut sich über die Initiative, die sich vor Ort entwickelt hat. „An vielen Stellen im Freistaat wollen Menschen sicher und komfortabel Rad fahren können. Die aktuelle Situation zwischen Kamenz und Gersdorf ist nicht nur aus meiner Sicht unhaltbar. Den Leuten vor Ort ist die ewige Hinhaltetaktik von Sachsens Verkehrsminister nicht mehr zu vermitteln.“ Auf der S 95 beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit fast durchgängig 100 km/h. In vielen Fällen überholen Kfz die Radfahrenden viel zu knapp, sodass es lebnsgefährlich ist, dort mit dem Rad entlang zu fahren. „Die zuständige Niederlassung des LASuV in Bautzen muss schnellstmöglich den Bau eines Radweges in Auftrag geben. Die aktuelle Gefährdung von Radfahrenden ist unhaltbar“ sagt Krause. Der ADFC Sachsen fordert den zügigen Bau eines lückenlosen Radweges entlang der S 95 und ruft zur Teilnahme an der Demonstration auf.

Hintergrund:

An der Staatsstraße zwischen Pulsnitz und Kamenz sieht die Radverkehrskonzeption des Freistaates mit hoher Pritorität den Bau eines Radwegs vor. Zwischen Gersdorf und Pulsnitz wurde der straßenbegleitende Radweg bereits fertiggestellt. Für Radfahrende ist der Abschnitt zwischen Gersdorf und Kamenz zurzeit jedoch sehr gefährlich, da sie gezwungen sind hier auf der stark befahrenen Staatsstraße zu fahren. Eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 ergab, dass in diesem Abschnitt der S 95 eine hohe vierstellige Anzahl an Kraftfahrzeugen unterwegs ist. Bereits 2012 gab es eine Demonstration für den Radweg zwischen Pulsnitz und Kamenz. Seitdem hat sich für die Menschen vor Ort die Situation nicht verbessert.

Dieser fehlende Lückenschluss steht exemplarisch für die Situation an Bundes- und Staatsstraßen im Freistaat. Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40% liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %.

 

Beginn der Demonstration in Kamenz: 11:00 Uhr, Stiftstraße, 01917 Kamenz

Beginn der Demonstration in Pulsnitz: 11:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz, 01896 Pulsnitz

LaSuV Meißen will keinen Radweg an der ehemaligen Rennstrecke S 161

Eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Meier (Grüne) ergab, dass das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) Meißen auch an der ehemaligen Rennstrecke S 161 zwischen Stürza und Heeselicht keinen Radweg  planen wird. Die Breite der Staatsstraße 161 soll verringert werden, so wie es vor zwei Jahren bereits auf der S 163 realisiert wurde. Bei den Umbauarbeiten wurde kein straßenbegleitender Radweg geschaffen. Ursprünglich wurde die Straße in den 1920er Jahren als Rennstrecke gebaut und in den 19 30er Jahren weiter als Rundkurs erschlossen. Die breiten Straßen laden nach wie vor zum Fahren mit teils deutlich überhöhten Geschwindigkeiten ein. Radfahrende, die hier auf der Straße fahren müssen, sind den Unfallgefahren schutzlos ausgeliefert. Bei einer aktuellsten Geschwindigkeitsmessung war das schnellste Fahrzeug mit 236 km/h unterwegs.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen zeigt sich bestürzt über die mangelnde Senibilität des LASuV Meißen: „Der anstehende Rückbau der S 161 hätte es leicht möglich gemacht, einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen. Die Route ist touristisch und für den Alltagsverkehr von großer Bedeutung, was durch die enorme Resonanz auf die Petition der Bürgerinitiative S 163 untermauert wurde.“ Innerhalb von vier Wochen unterzeichneten 1670 Personen eine Petition für einen Radweg an der angrenzenden S 163, fast alle von ihnen kamen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

„Noch ist es nicht zu spät. Noch können die Planungen geändert werden und ein straßenbegleitender Radweg zumindest in diesem Abschnitt der ehemaligen Rennstrecke gebaut werden“ appelliert Krause an das LASuV. „Ich fände es auch ein fatales politisches Signal, wenn der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig hier erneut die Anwohner im Regen stehen lässt“.

Zwischen Stürza und Heeselicht befinfdet sich das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Heeselicht / Stürza. Um von Heeselicht oder Stürza zur Feuerwehr zu kommen, müssen die Kinder und Jugendlichen die S 161 benutzen. Auch aus diesem Grund sprechen sich Anwohner und der ADFC dafür aus, die Chance für den Bau eines Radwegs jetzt zu ergreifen.

Hintergrund:

Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz am Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Für den Abschnitt zwischen Stürza und Heeselicht gibt es keine Verkehrszählungen, allerdings deuten andere Erfassungen im Umfeld darauf hin, dass mehr als 2.500 Kfz am Tag dieses Teilstück der ehemaligen Rennstrecke passieren. So ergab eine Verkehrszählung im vergangenen Jahr, dass durchschnittlich rund 3.100 Fahrzeuge pro Tag auf der benachbarten S 163 unterwegs sind, von denen nur zirka 100 in Hohburkersdorf oder Zeschnig abgebogen sind. Entsprechend müssen die verbleibenden 3.000 Fahrzeuge die S 161 passiert haben. Darüber hinaus geht aus der Anfrage hervor, dass 2015 bei einer Zählstelle auf einem anderen Abschnitt der S 161 bei Stürza 2.777 Fahrzeuge am Tag gemessen wurden.

Obwohl nach den geltenden Regeln ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden müsste, wird dieser Abschnitt der S 161 in der Radverkehrskonzeption des Freistaates nur mit der Priorität B geführt. Das bedeutet, dass definitiv keine Planungen vor 2025 in Auftrag gegeben werden. Nur 11 % der Staatsstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei etwa 25 % liegt.

Link zur Kleinen Anfrage zur S 161: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=17281&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

Petition zur S 163: https://www.openpetition.de/petition/online/radweg-an-einem-teilstueck-der-alten-rennstrecke-s-163?language=de_DE.utf8

Link zur Radverkehrskonzeption des Freistaates: http://www.radverkehr.sachsen.de/5700.html

Umfrage des ADFC zeigt große regionale Unterschiede im Freistaat auf

39% der Radfahrenden in Sachsen wünschen sich mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Test, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in der vergangenen Woche veröffentlichte. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede. So sind in Bautzen 88% der Radfahrenden mit ihren geöffneten Einbahnstraßen zufrieden, in Hohenstein-Ernstthal sind es dagegen nur 8%. Die Nutzung einer Einbahnstraße in die Gegenrichtung ist Radfahrenden immer dann gestattet, wenn das Zusatzzeichen "Radfahrer frei" angebracht ist.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen, sieht in einigen sächsischen Städten bereits große Fortschritte: „Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda und Leipzig haben für den Radverkehr schon viele Einbahnstraßen in die Gegenrichtung geöffnet. Das spart Umwege macht das Radfahren attraktiver und sogar sicherer.“ Sind Einbahnstraßen nicht geöffnet, müssen Radfahrende oft große Umwege in Kauf nehmen oder ihr Rad auf dem Fußweg schieben. „Die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrende ist oft einfach möglich, erhöht den Komfort von Radfahrenden und führt entgegen vieler verbreiteter Mythen nicht zu höheren Unfallzahlen.“

Es sei ja erklärtes Ziel der Verkehrspolitik, Radverkehr attraktiver zu machen und die Menschen zum Umsteigen aufs Rad zu animieren. Dafür ist laut ADFC die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr eine einfache und geniale Möglichkeit: Die Wege mit dem Rad werden kürzer, das Fahrrad als Verkehrsmittel gewinnt an Attraktivität und damit auch der städtische Verkehr. „Wenn Rad fahren unkomplizierter und umwegärmer wird, nutzen mehr Menschen das Fahrrad für eine größere Zahl an Wegen. Das nützt auch den Autofahrern, denn die stehen am Ende weniger im Stau.“ ist der ADFC-Geschäftsführer überzeugt.

Hintergrund

Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung definiert die Kriterien, nach denen Einbahnstraßen für den Radverkehr in die Gegenrichtung geöffnet werden können. Dazu zählt, dass die Höchstgeschwindigkeit nicht bei über 30 km/h liegt und dass die Straße, abgesehen von einigen Engstellen, mindestens 3,50 m breit ist. Außerdem darf die Verkehrsdichte des Schwerlastverkehrs nicht übermäßig hoch sein und die Streckenführung muss übersichtlich sein. Obwohl diese Kriterien an vielen Orten erfüllt sind, werden Einbahnstraßen oft nicht für den Radverkehr geöffnet.

Geöffnete Einbahnstraßen führen nicht zu mehr Konflikten zwischen Auto- und Radfahrenden, wie ein Forschungsbericht des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt. Dies ist auch unabhängig vom Rad- und Autoverkehrsanteil. Für die Wissenschaftler gibt es keinen Zusammenhang zwischen Infrastruktur, Konflikten und Unfällen. Sie beobachteten in ihrer Forschung verschiedene Einbahnstraßen in unterschiedlichen Städten mit variierenden Verkehrszahlen und baulichen Gegebenheiten. Wenn Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet sind, fahren außerdem weniger Radfahrende auf dem Fußweg und es gibt weniger Unfälle mit geöffneten Türen.

Innerhalb des Freistaates gibt es große Unterschiede mit der Zufriedenheit von geöffneten Einbahnstraßen. Im Vogtlandkreis wünschen sich 70% der Radfahrenden mehr geöffnete Einbahnstraßen, im Landkreis Zwickau sind es 74%, im Erzgebirgskreis sogar 80%. In Leipzig hingegen sind 80% mit den geöffneten Einbahnstraßen in die Gegenrichtung zufrieden, im Landkreis Görlitz sind es 74%, im Landkreis Bautzen 71%. Mit einer Zufriedenheit von 88% hat die Stadt Bautzen den höchsten Zufriedenheitswert aller Städte im Freistaat.

Der ADFC Sachsen will zukünftig noch mehr Städte davon überzeugen, attraktive Wege für den Radverkehr zu schaffen, indem mehr innerstädtische Einbahnstraßen in die Gegenrichtung geöffnet werden.

Papier zur Öffnung von Einbahnstraßen (GDV): https://udv.de/download/file/fid/9671

Sicherheitsbewertung der Öffnung von Einbahnstraßen (GDV): https://udv.de/download/file/fid/9673

Nach erfolgreicher Petition rufen ADFC und Bürgerinitiative S 163 zur Kundgebung auf

Am Samstag, den 27. April werden ab 11 Uhr Radfahrende für einen straßenbegleitenden Radweg an der S 163 demonstrieren. Die Fahrrad-Demonstration startet auf dem Parkplatz am Hockstein und führt anschließend auf der S 163 zum Abzweig Stürza/ Heeselicht und zurück. Zuvor hatten sich innerhalb von vier Wochen 1.670 Personen für einen Radweg an der ehemaligen Rennstrecke ausgesprochen, 1.313 von ihnen kamen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Vor zwei Jahren wurde der Teil der ehemaligen Rennstrecke von 10 Meter Breite auf eine Fahrbahnbreite von 7 Metern zurückgebaut. Bei den Umbaumaßnahmen wurde kein Radweg mitgebaut, obwohl die Straße stark befahren ist. Radfahrende sind dadurch nach wie vor gezwungen, auf der Straße zu fahren.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über das Engagement aus Hohnstein: „Es ist schön zu sehen, dass das Radfahren nicht nur ein Thema der großen Städte ist. Überall haben Menschen das Bedürfnis, sicher und komfortabel Rad zu fahren. Mir ist es wichtig, dass die Leute auch in Gegenden mit geringerer Einwohnerdichte mobil sein können.“ Die Flurstücksbreite von mindestens 16 Metern hätte stets genügend Platz für einen Radweg gelassen. „Es macht mich fassungslos, dass bei den Planungen kein Radweg berücksichtigt wurde, obwohl stets genügend Raum gewesen wäre. Der ADFC unterstützt daher das Anliegen der Bürgerinitiative ausdrücklich und fordert, diesen Missstand schnellstmöglich zu beheben“, sagt Krause.

Hintergrund:

Ursprünglich wurde die Straße in den 20er- Jahren als Rennstrecke gebaut und in den 30er-Jahren weiter als Rundkurs erschlossen. Die breiten Straßen laden nach wie vor zum Fahren mit teils deutlich überhöhten Geschwindigkeiten ein. Radfahrende, die hier auf der Straße fahren müssen, sind diesen hohen Geschwindigkeiten schutzlos ausgeliefert. Der Abschnitt der S 163 wird im Radverkehrskonzept des Landes mit der untersten Priorität C geführt. Das bedeutet, dass das Land nach eigener Aussage in der Zukunft eine Prüfung durchführen wird, ob eine Radverkehrsanlage notwendig ist. Tatsächlich befahren zurzeit täglich 2.700 Autos die S 163, darunter viele LKW. Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz pro Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA 2010") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Nach den bundesweit geltenden Regelwerken wäre an der S 163 also der Anbau eines Radwegs zwingend notwendig. Für den Freistaat Sachsen scheinen diese grundsätzlichen Parameter beim Bau von Staatsstraßen jedoch nicht entscheidungsrelevant zu sein.

Fahrrad-Demo der BI für einen Radweg an der S 163
Termin: Sonnabend den 27.04.2019 um 11.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz am Hockstein

Link zur Petition: openpetition.de/!vjyps

Link zur Radverkehrskonzeption des Freistaates: www.radverkehr.sachsen.de/5700.html

Radreisen in Deutschland werden immer populärer

Radtourismus wird ein immer wichtigeres Thema- das zeigt die aktuelle Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Im Jahr 2018 unternahmen 5,5 Millionen Deutsche eine mindestens dreitägige Radreise. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein Anstieg um 27% (4,3 Millionen im Jahr 2017). Mehr als jede zweite Person in Deutschland unternahm im vergangenen Jahr mindestens einen Tagesausflug mit dem Rad. Gleichzeitig verlor der Elberadweg seine Position als beliebtester Radweg Deutschlands. Der Elberadweg war 14 Jahre lang die beliebteste touristische Radroute in der Bundesrepublik und wurde nun vom Weser-Radweg auf Platz 2 verdrängt. Andere touristische Routen in Sachen wie der Oder-Neiße-Radweg, der Mulderadweg oder die Sächsische Städteroute haben es in diesem Jahr nicht unter die populärsten zehn Radrouten in Deutschland geschafft. Der Oder-Neiße-Radweg war in der Vergangenheit mehrmals in der Top-Ten-Auflistung präsent.

Michael Berninger, Sprecher für Radtourismus im ADFC Sachsen, freut sich über den Anstieg der Zahl der Radreisenden. „Es ist schön zu beobachten, wie Radreisen immer populärer werden. Radurlaube sind eine wunderbare Möglichkeit um sich zu erholen, Landschaften und Städte zu entdecken und sich zu bewegen.“ Die verschlechterte Bewertung des Elberadweges erklärt der ADFC unter anderem durch bei vielen Baustellen auf dem Radweg, bei der keine oder nur unzureichende Umleitungen eingerichtet worden waren. So ist der Elberadweg in Heidenau ohne brauchbare Umleitung das gesamte letzte Jahr gesperrt gewesen, in Gauernitz wurden Radtouristen wegen einer fehlenden Brücke vier Jahre lang über die stark befahrene B 6 geleitet und in Dresden beeinträchtigten Konflikte mit parkenden Autos unterhalb des Blauen Wunder ein sicheres Vorankommen.

Berninger sieht darüber hinaus noch eine andere Ursache: „Es wurde in der Vergangenheit versäumt, auf dem Elberadweg eine Bewerbung und Qualitätssicherung durch eine Zertifizierung der Route durchzuführen. Auch die zersplitterten Zuständigkeiten verschiedener Akteure führen bei vielen Radtouristen zu einem gemischten Bild. Der Elberadweg an sich stellt aber nach wie vor eine gute touristische Route dar.“

Hintergrund

In den vergangenen Jahren verlor der Elberadweg in der jährliche durchgeführten ADFC-Radreiseanalyse zunehmend an Popularität. 2017 gaben 13,7% der Befragten an, dass der Elberadweg ihr beliebtester Radfernweg in Deutschland sei. 2018 waren es noch 8,3%, 2019 nur 6,2%. Der Weser-Radweg gewann im gleichen Zeitraum hingegen deutlich an Popularität, weil entscheidende Investitionen in die Infrastruktur sowie das Marketing getätigt wurden und der Streckenverlauf verbessert wurde.

Abseites des Elberadwegs bestehen im Freistaat Sachsen große radtouristischen Potentiale, die aber bisher nur unzuereichend genutzt werden. Eine Weiterentwicklung und aktive Vermarktung anderer touristischer Radrouten böte die Möglichkeit, mehr Gäste in verschiedene Regionen Sachsens zu locken. Daher ist es zu begrüßen, dass Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig Anfang 2019 verkündete, den Freistaat sich zu einer der führenden Radtourismus- und Mountainbike-Destinationen entwickeln soll. Was im Moment fehlt, sind konkrete Ausbaustrategien für Lückenschlüsse, etwa des Mulde- und Elsterradwegs. Auch die radtouristische Erschließung der Oberlausitz ist noch ausbaufähig. So kritisiert der ADFC die fehlende Anbindung von Bautzen und Görlitz an den Eisenbahnfernverkehr und schlägt darüber hinaus eine Verbindungsroute zwischen dem Elbe- und dem Neißeradweg vor.

Der ADFC ist der führende Akteur im Bereich Radtouren in Sachsen. Im vergangenen Jahr organisierte der Verein ehrenamtlich 320 Radtouren mit über 4.500 Teilnehmenden im gesamten Freistaat. Die Touren werden zum Großteil von Nichtmitgliedern genutzt und stellen außerdem ein häufig genutztes Angebot für Touristen dar. Des Weiteren verfügen fast 200 Betriebe in Sachsen über das Bett+Bike-Zertifikat des ADFC, welches fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten auszeichnet.

Link zu den Ergebnissen der ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/Praesentation_ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse_2019.pdf

Link zum Handout zur ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/190308_FINAL_ADFC_Handout_Radreiseanalyse_2019.pdf

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