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Der Bau des Radwegs an der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz verzögert sich weiter. Seit 1995 bemüht sich die Stadt Großenhain schon um den Radweg. Auch in der Sächsischen Radverkehrskonzeption hatte die Route stets "Priorität A". Doch die Anwohner werden inzwischen über Jahrzehnte von Jahr zu Jahr vertröstet. Nach über 20 Jahren liegt aktuell noch nicht einmal eine fertige Planung vor. Zuletzt verkündete das SMWA, auch 2019 werde der Bau des Radwegs nicht beginnen.

Rolf Leonhardt, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Sachsen, zeigt sich enttäuscht. "Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD vereinbart, den Radwegebau in Sachsen zu beschleunigen. Seitdem sind vier Jahre vergangen und es sieht eher so aus, als dass sie den Trend zum Fahrrad verschlafen haben. Der Verkehrsminister muss jetzt endlich das Ruder rumreißen. Der Landeshaushalt 2019 braucht deutlich mehr Finanzmittel und Personalkapazitäten für den Radwegebau, sonst treten wir in Sachsen immer weiter auf der Stelle."

Nach Angaben des ADFC hat das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) im Landkreis Meißen seit über drei Jahren keinen einzigen Meter Radweg an Bundes- oder Staatsstraßen neu gebaut. Dabei will das SMWA eigenen Angaben zufolge allein im Landkreis Meißen bis 2025 zusätzliche 47 km Strecke schaffen.

"Bei dem Tempo ist dieses Ziel völlig unrealistisch. Wir erleben überall im Freistaat, dass die Leute ihre Wege mit dem Rad erledigen wollen, die Infrastruktur dafür aber nicht passt und sich Frust breit macht. Auch für die touristische Anbindung Großenhains an den Elberadweg und an Meißen wäre der Radweg hilfreich. Doch im Haus von Verkehrsminister Dulig scheinen andere Prioritäten zu herrschen." Zu wenig Personal für den Radwegebau ist aus Sicht des ADFC der Hauptgrund, dass es mit dem Radwegebau zwischen Großenhain und Priestewitz nicht vorwärts geht. "'Radwege stehen hintenan', das scheint die Linie des Sächsischen Verkehrsministeriums zu sein", resümiert Leonhardt.

Hintergrundinformationen:

- Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

- Meldung aus dem März 2016: "Radweg an der B 101 kommt"

Freigabe auf 100 km/h widerspricht Regelwerken

Im November 2017 gab das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) die Staatsstraße 163 zwischen Stürza und Hocksteinschänke für den Verkehr frei. Nun hat der Landkreis die bis vor kurzem geltende Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben und die Strecke bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h freigegeben. Nachdem das LASuV bei dem Umbau der Straße im letzten Herbst entgegen dem Willen und nachdrücklichen Begehren der betroffenen Anwohner den Anbau eines Radwegs verweigert hatte, ist dies der nächste Rückschlag auf der S 163. "Die Möglichkeit, sicher und komfortabel beispielsweise von Hohburkersdorf ins nahe gelegene Heeselicht zu kommen verschlechtert sich damit weiter." bedauert Niklas Schietzold vom Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen (ADFC).

Der ADFC unterstützt die Anwohner jedoch in ihrer Forderung nach einem Radweg. Die Verantwortung dafür liegt sowohl beim Landkreis als auch beim sächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium (SMWA). "Dass das Ministerium sich letztes Jahr geweigert hat, einen Radweg anzulegen, ist für die vielen Anwohner aber auch für den Radtourismus in der Region extrem bedauerlich." findet der ADFC-Vorstand.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, fügt hinzu: "Dieser ignorante Umgang bei der Berücksichtigung von Radverkehrsanlagen in der Straßenplanung ist ein Misstand in ganz Sachsen. Das konkrete Vorgehen in Hohnstein hat uns erschreckend deutlich vor Augen geführt, dass Minister Dulig die Straßenbaubehörden nicht steuert und stattdessen vor sich hinwurschteln lässt."

"Für das Planungsdesaster auf der S 163 trägt auch der Verkehrsdezernent des Landkreises, Heiko Weigel, Verantwortung." benennt Krause einen aus Sicht des ADFC weiteren relevanten Akteur in der Causa S 163. Die Verkehrsbehörde in seinem Haus scheine der Sicherheit des Radverkehrs keinen großen Stellenwert beizumessen. Schon bei der Entscheidung über den Verzicht auf einen Radweg an der S 163 im letzten Sommer hätte die Verkehrsbehörde deutlichen Widerspruch erheben müssen. Das sei offenbar nicht geschehen.

"Die nun hinzu kommende Freigabe der S 163 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ist blanker Hohn und widerspricht den geltenden Regelwerken." sagt Krause. "Die Entscheidungsträger im Landkreis scheinen auch nach dem lautstarken Protest und den konstruktiven Einwänden der Anwohner immer noch nicht zu verstehen, dass es hier nicht um irgendwelche Luxusbedürfnisse geht, sondern um die Sicherheit von Menschenleben."

Der ADFC fordert Minister Martin Dulig daher weiterhin auf, den fehlenden Radweg an der S 163 zügig zu planen und zu realisieren. Bis dahin fordert der ADFC von ihm die Veranlassung einer sofortigen Prüfung der Gefahrenlage und Anordnung einer angemessenen Geschwindigkeitsbegrenzung. Personalmangel könne kein Grund sein, die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern gänzlich außer Acht zu lassen.

 

Hintergrund:

Zwischen August und November 2017 wurde die Fahrbahnbreite der S 163 zwischen Hocksteinschänke und Abzweig Stürza von ca. 12 m auf 7,00 m verengt. Die Baumaßnahme hätte die Chance geboten, entlang der Straße mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand einen Radweg zu schaffen. Auch die Unterschriften von über 1100 Anwohnern spielten für die Sächsische Staatsregierung als Bauherr offenbar keine Rolle.

Die S 163 befahren täglich 2.700 Autos, darunter viele Lkw. Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz am Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Ist die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt, darf die Verkehrsbelastung 4000 Kfz/Tag betragen. Für den Freistaat Sachsen scheinen diese grundsätzlichen Parameter beim Bau von Staatsstraßen scheinen nicht entscheidungsrelevant zu sein.

Im April 2018 haben die Initiatoren der Unterschriftensammlung, Helmar Nestroy aus Stürza und Konrad Weber aus Hohburkersdorf, sowie der ADFC Sachsen e.V. zu einer Protestfahrt zwischen Hocksteinschänke und Abzweig Stürza / Heeselicht eingeladen. Schon zu diesem Termin war erkennbar, dass die Strecke für mit dem Rad nun deutlich gefährlicher als vor dem Umbau geworden ist. Eng überholende Lkw sind besonders auf dem Anstieg von Stürza in östlicher Richtung eine reale Gefahr. Besonders Kinder und Senioren, die für die kurzen Wege zwischen den nahe gelegenen Ortschaften das Fahrrad nutzen, sind davon betroffen.

Die S 163 hat nicht nur für die alltäglichen Wege der Anwohner von Hohburkersdorf und Stürza eine Bedeutung. Über den umgebauten Abschnitt verläuft auch die „Napoleonradroute“ Stolpen-Rathmannsdorf. Diese Radroute ist auch für Radtouristen von Interesse, da sie eine der wenigen radtouristischen Erschließungsstrecken vom Elberadweg in die Lausitz darstellt. Auf dieser vielversprechenden Tourismus-Radroute scheint die sächsische Staatsregierung aber nicht einmal einen Radweg, geschweige denn die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, für notwendig zu halten.

Sommerzeit ist Radurlaubszeit. Wenn das Rad unterwegs eine Panne hat, ist schnelle und unkomplizierte Hilfe gefragt. Wer Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist, kann in solchen Fällen auf die ADFC-Pannenhilfe zurückgreifen. Die Pannenhilfe für das Fahrrad funktioniert ganz ähnlich wie die für das Auto: Sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag können ADFC-Mitglieder anrufen, wenn sie wegen einer Panne liegen geblieben sind. Die Pannenhilfe sorgt dann für eine passende Lösung.

Je nach Ort und Notfall kommt ein mobiler Pannenhelfer oder ein Abschleppdienst - und es wird für die Weiterfahrt gesorgt. Die ADFC-Hotline hilft nicht nur mit dem Pannendienst weiter, sie hat für Hilfebedürftige auch praktische Informationen parat, wie zum Beispiel eine Unterkunft in der Nähe. "Wir hatten schon Fälle, wo Mitglieder einfach nur einen Hinweis brauchten, wie sie die nahe gelegene Fahrradwerkstatt finden." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Besonders stolz ist Krause darauf, dass im Auftrag des ADFC auch Pannenhelfer mit einer mobilen Werkstatt auf dem Lastenrad unterwegs sind. "Einerseits passt das natürlich gut zu uns. Aber in der Stadt sind die Lastenräder auch einfach schneller." so Krause. Der Großteil der ADFC-Pannenhelfer kommt aber mit dem Auto.

Für einen Aufpreis von 11,90€ pro Jahr bietet der ADFC die Pannenhilfe auch für Radreisen ins Ausland an. Mit der ADFC-PannenhilfePlus ist die gesamte Europäische Union sowie die Schweiz und Norwegen abgedeckt.

Nachdem die ADFC-Mitglieder die Pannenhilfe nun über zwei Jahre nutzen, zieht Krause eine positive Bilanz: "Ich war am Anfang ein bisschen skeptisch, ob die Pannenhilfe wirklich immer funktionieren wird. Aber das Feedback unserer Mitglieder ist wirklich überwältigend." freut sich der Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "Ich werde immer wieder darauf angesprochen, das hätte ich so vorher nicht gedacht. Gerade für Besitzer von Pedelecs oder Fahrrädern, die man nicht ganz so einfach selbst reparieren kann, ist die Pannenhilfe eigentlich ein Muss."

Gültig ist die ADFC-PannenhilfePLUS in Deutschland, der Europäischen Union, in der Schweiz und in Norwegen. Sie gilt für Nutzer von Fahrrädern und Elektrofahrrädern, sofern diese Eigentum des Versicherten sind und weder gewerblich genutzt, noch versicherungs- oder zulassungspflichtig sind.

 

* Die Mitgliedschaft im ADFC kostet jährlich 56 €, hier ist die ADFC-Pannenhilfe für Deutschland inklusive.

* Für die PannenhilfePlus (EU, Schweiz, Norwegen) kommen 11,90 € hinzu.

* Informationen zur ADFC-Mitgliedschaft: www.adfc.de/mitgliedwerden

* Weitere Informationen zur ADFC-Pannenhilfe: www.adfc.de/versicherung/adfc-pannenhilfe

Am Freitag, dem 4. Mai wird nach über drei Jahren Bauzeit der 3 km lange Abschnitt des Elberadwegs zwischen Bad Schandau und Königstein offiziell freigegeben. Der Elberadweg ist damit auf der linken Flussseite im gesamten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge durchgängig befahrbar. "Der Abschnitt zwischen Bad Schandau und Königstein ist zweifellos der wichtigste Lückenschluss des Elberadwegs auf der linken Flussseite seit Jahren. Ich bin sehr glücklich, dass dieser nicht ganz einfach umsetzbare Abschnitt jetzt geschafft wurde." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen (ADFC), der zur Eröffnung anwesend sein wird.

Nach der Radreiseanalyse des ADFC ist der Elberadweg vor dem Weser- und dem Ruhrtahlradweg die beliebteste Radroute Deutschlands. Rund 150.000 Radtouristen legen jedes Jahr eine Mehrtagestour und sind dabei durchschnittlich 9 Tage unterwegs. Hinzu kommen nach Angaben des Tourismusverbands Sächsische Schweiz weitere 360.000 Tagesausflügler. Damit ist der Elberadweg das radtouristische Aushängeschild Sachsens. Und nicht nur das: Mit der weiteren Förderung des Radtourismus lässt sich Geld verdienen und insbesondere die ländlichen Regionen stärken. In Deutschland investiert der durchschnittliche Radtourist etwa 70 Euro täglich in seinen Radurlaub, deutschlandweit führt das zu einem Umsatzvolumen von 3,8 Mrd. Euro durch den Radtourismus.

"Der weitere Ausbau des Elberadwegs ist ein erstklassiges Wirtschaftsförderungsprogramm!" ist Krause daher überzeugt. Zunehmend naht aber Konkurrenz von anderen Rad-Destinationen, wie etwa dem Ruhrtalradweg. "Der ADFC begrüßt daher die weiteren Ausbauvorhaben am Elberadweg, etwa am Körnerweg in Dresden oder den Lückenschluss in Nünchritz, der dieses Jahr kommt."

Hintergrundinformationen zum Radtourismus in Deutschland und auf dem Elberadweg

76 Prozent der Deutschen fahren Rad, 51 Prozent davon nutzen das Fahrrad für Ausflüge und Reisen. Besonders der Bereich der Tagesausflüge hat 2017 weiter zugenommen, die Radreiseanalyse des ADFC spricht von 167 Mio. Tagesausflügen im letzten Jahr. Rund 4,5 Millionen Deutsche machen Radreisen mit mindestens einer Übernachtung. Dabei generieren sie deutschlandweit einen Umsatz von 3,8 Mrd. Euro, das entspricht etwa 10% des Gesamtumsatzes im Tourismus deutschlandweit. Der Radtourismus ist eine Boombranche mit jährlich zunehmenden Gästezahlen.

Der Elberadweg ist seit Jahren der beliebteste und nachfragestärkste Radfernweg Deutschlands. Auch bei den geplanten Reisezielen der Radtouristen für 2018 steht er deutschlandweit auf dem ersten Platz. Etwa 150.000 Menschen unternehmen jedes Jahr eine Mehrtagestour auf dem Elberadweg, diese dauert im Durchschnitt 9 Tage. Hinzu kommen auf dem Elberadweg etwa 360.000 Tagesausflüge mit dem Rad.

Radreiseanalyse 2018 des ADFC: https://www.adfc.de/radreiseanalyse/die-adfc-radreiseanalyse-2018

Am Mittwoch hat der Freistaat Sachsen sein Bauprogramm für Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Meißen vorgestellt. Dabei zeigt sich, dass 2018 im gesamten Landkreis erneut kein einziger Meter Radweg an Staats- oder Bundesstraßen gebaut wird. Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sind die Stockungen beim Radwegebau auf falsche Prioritätensetzungen beim sächsischen Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) zurückzuführen.

Rolf Leonhardt, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Sachsen stellt dazu fest: "2014 plante der Freistaat allein im Landkreis die Fertigstellung von 78 km neuen Radwegen bis 2025. Die ersten sieben Kilometer wurden noch 2014 fertigsgestellt. Dann übernahm Minister Dulig das Verkehrsressort. In den Jahren 2015, 2016 und 2017 wurde im Landkreis Meißen kein einziger Meter mehr gebaut. Auch dieses Jahr guckt der Landkreis wieder in die Röhre." In anderen Landkreisen ist die Lage nach Angaben des ADFC ähnlich ernüchternd.

"Die Planung von Radwegen ist inzwischen ähnlich kompliziert wie bei Straßen oder Autobahnen. Sehr unterschiedlich ist jedoch der Einsatz, mit dem der Straßen- und Radwegebau vorangetrieben wird" sagt Leonhardt. Aktuell seien im Bereich des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr unter 1% des Personals mit Radverkehr beschäftigt. Doch 9% aller Wege legen die Sachsen mit dem Rad zurück, sogar 30% zu Fuß. "Wenn niemand da ist, der die Radwege plant und die komplizierten Verfahren betreut, dann ist es ja klar, dass der Neubau von Radwegen nicht vorankommt. Dass es im Landkreis Meißen beim Radwegebau so klemmt, hängt eindeutig an fehlendem Personal. Minister Dulig muss in diesem Bereich endlich die nötigen Stellen schaffen." ist der ADFC-Vorstand sicher.

Es lohne ein Blick in das Wahlprogramm der SPD von 2014, meint Leonhardt: >>Klimawandel, steigende Auto- und Benzinpreise sowie der demografische Wandel werden in Zukunft unser Mobilitätsverhalten stark beeinflussen. Auch ein steigendes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein lassen die Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen.<< stellte die SPD damals fest >>Aus diesem Grund wollen wir diese Entwicklung beschleunigen und den Fuß- und Radverkehr stärker fördern. Deren Infrastruktur [...] werden wir massiv ausbauen.<<  

"Vor Ort bewegt viele Menschen, dass der Bäcker in der Nähe, die Grundschule im Nachbarort oder die nahe gelegene Arbeitsstelle nicht mit dem Rad erreichbar sind. Die Lebensqualität in vielen Regionen Sachsens ist dadurch beeinträchtigt. An vielen Stellen warten die Leute schon zehn oder gar 20 Jahre auf einen Radweg. Die Lücke zwischen der Ankündigung vom 'massiven Ausbau' und dem absoluten Nichtstun seit dem Amtsantritt des Ministers klafft schon sehr gewaltig. Es ist klar erkennbar, dass sich immer mehr Menschen ernsthaft verschaukelt fühlen. Angesichts dieser Fehlentwicklungen hoffen wir, dass Ministerpräsident Michael Kretschmer eingreift." so Leonhardt.

"Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem der Verkehrsminister anscheinend glaubt, ein Radwegenetz ohne entsprechende Radwegeplaner umsetzen zu können." Laut ADFC fehlen im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) zwanzig zusätzliche Fachplaner für den Radwegebau. Im Ministerium selbst ist nach dem Vorbild vieler anderer Bundesländer ein Fachreferat für Rad- und Fußverkehr sowie die Verkehrssicherheit dringend erforderlich. Mehrfach habe der ADFC bei Minister Dulig für eine personelle Aufstockung geworben, bislang jedoch nahezu erfolglos.

Wichtige Radwegeprojekte im Landkreis bleiben daher weiter liegen. Im Landkreis Meißen verschiebt der Freistaat den eigentlich für 2018 angekündigten Radwegbau zwischen Großenhain und Priestewitz an der B 101, auch an der B 169 nördlich von Gröditz wird dieses Jahr nicht mit dem Radwegebau begonnen. Für den Streckenabschnitt, den 5400 Autos täglich befahren, sprach das Ministerium schon vor vier Jahren von einem weit fortgeschrittenen Planungsstand. Auch an der Autobahnabfahrt Nossen-Ost, wo die A 14 die B 101 kreuzt, wird beim Umbau dieses Jahr nach Informationen des ADFC kein Radweg gebaut werden. 6300 Autos passieren die Stelle täglich, alle drei Projekte haben höchste Priorität in der Radverkehrskonzeptions des Freistaats. Fortschritte jedoch sind dennoch nicht in Sicht.

Anlage 1: Bauarbeiten an Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis, an denen 2018 trotz hoher Priorität kein Radweg angebaut wird (Auswahl)

- Nördlich von Meißen kämpft eine BI für einen Radweg an der B 101 nach Ockrilla (5000 Kfz/Tag, Priorität A)
- Seit 20 Jahren setzt sich die Stadt Großenhain für einen Radweg an der B 101 Richtung Priestewitz ein (5900 Kfz/Tag, Priorität A, Schulweg)
- Ortsdurchfahrt Nossen B 101 (6400 Kfz/Tag, Priorität A)
- B101, Umbau Knoten Anschlussstelle A 14 in Nossen (6300 Kfz/Tag, Priorität A, Schulweg)
- B 169 nördlich Gröditz, seit 2014 ein "fortgeschrittener Planungsstand" (5400 Kfz/Tag, Priorität A)
- S 80 Weinböhla Richtung Osten (5500 Kfz/Tag, Priorität B, Schulweg)
- S 179 Boxdorf-Reichenberg (8200 Kfz/Tag, Priorität A)

An der Öffnung der Neugasse für den Radverkehr in beide Richtungen arbeitet derzet die Stadtverwaltung Meißen. Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) kommt die geplante Rad-Freigabe gut an. Schon vor drei Jahren hatte der Fahrradclub auf die Potentiale der Neugasse hingewiesen.

"Die Neugasse ist für die lokale Erreichbarkeit mit dem Rad sehr wichtig. Dadurch dass sie für Radfahrer in eine Richtung gesperrt war, mussten Radfahrer bisher große Umwege in Kauf nehmen" sagt Konrad Krause vom ADFC Sachsen. "Aus zahlreichen Untersuchungen wissen wir, dass die Leute das Auto öfter stehen lassen und auf das Rad steigen, wenn sie damit direkter und schneller voran kommen. Die Freigabe für Radfahrer bedeutet einen Schub für Meißens Radverkehr. Das ist wirklich super!"

Heute vormittag machten Vertreter des ADFC Sachsen gemeinsam mit Anwohnern und Politikern eine Testfahrt mit dem Rad auf der S 163 bei Hohnstein. Der Streckenabschnitt der Staatsstraße zwischen Stürza und Hohburkersdorf wurde im letzten Herbst komplett umgebaut. Dabei wurde die bisher überbreite Fahrbahn um rund fünf Meter verengt. Genug Platz für einen Radweg, finden neben dem ADFC auch die Bürgerinitiative Radwegbau bei Hohburkersdorf. Deren Sprecher Helmar Nestroy hatte deshalb gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) zu einer Testfahrt auf der im November freigegebenen Staatsstraße eingeladen.

Die Bürgerinitative und der ADFC beklagen, dass Radfahrer und Fußgänger auf der schmalen Fahrbahn nun enger überholt werden und dadurch stärker gefährdet sind als vor dem Umbau. "Neben der als Motorradrennstrecke berüchtigten S 163 hätte ohne weiteres ein Radweg Platz gefunden." sagte am Donnerstag Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "CDU und SPD in Sachsen haben 2014 vereinbart, beim Ausbau von Staatsstraßen im Regelfall gleichzeitig einen Radweg anzubauen. Wirtschaftsminister Dulig scheint das aber in seinem Haus nicht durchsetzen zu können." Seit dem Regierungswechsel ist die Zahl neu eröffneter Radwegabschnitte an Bundes- und Staatsstraßen in Sachsen eingebrochen (s. Diagramm der Verkehrsfreigaben von Radwegen in Sachsen).

Über den Streckenabschnitt, der von täglich etwa 2.700 Fahrzeugen befahren wird, führt auch die 'Napoleon-Radroute'. "Nach den geltenden Richtlinien und Regelwerken ist bei einer solchen Verkehrsmenge der Bau eines Radweges angezeigt, erst recht, wenn eine touristische Radroute die Straße entlangführt." sagt Krause. Aus Sicht des SMWA ist dazu der Zug jedoch abgefahren. Das Personal sei knapp, andere Projekte im Freistaat hätten Vorrang. Der ADFC fordert dennoch von Minister Dulig, dass der fehlende Radweg an der S 163 zügig geplant und im Nachhinein noch realisiert wird. Personalmangel könne kein Grund sein, die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern außer Acht zu lassen.

Um überhaupt den bundesweit durchschnittlichen Ausstattungsgrad von 41% Radwegen an Bundes- und 25% Radwegen an Staatsstraßen zu erreichen, müsste der Freistaat nach einer Hochrechnung des ADFC weitere 1.000 km Radwege an Bundes- und Staatsstraßen bauen.

Hintergrund

Zwischen August und November 2017 wurde die Fahrbahnbreite der S 163 zwischen Hocksteinschänke und Abzweig Stürza von ca.12 m auf 7,00 m verengt. Die Baumaßnahme hätte die Chance geboten, entlang der Straße einen Radweg zu schaffen. Auch die Unterschriften von über 1100 Anwohnern spielten für die Sächsische Staatsregierung als Bauherr offenbar keine Rolle.

Die Initiatoren der Unterschriftensammlung, Helmar Nestroy aus Stürza und Konrad Weber aus Hohburkersdorf, sowie der ADFC Sachsen e.V. haben daher Politiker und Pressevertreter zu einer Testfahrt zwischen Hocksteinschänke und Abzweig Stürza / Heeselicht eingeladen.

Niklas Schietzold, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Sachsen sagt zum Straßenumbau: "Die zurückgebaute Straße ist eine völlige Fehlplanung. Wer hier mit dem Rad fährt, ist ständig knappen Überholmanövern ausgesetzt und wird damit planmäßig gefährdet. Denn ausreichend Platz für einen Radweg wäre gewesen. Auf den unbedingten Bedarf einer sicheren Radverkehrsführung haben die Anwohner vehement hingewiesen. Für mich ist es daher absolut unverständlich, wieso der Freistaat hier die Belange ignoriert und einen Radweg für verzichtbar hält. Der ADFC wird sich weiter dafür einsetzen, dass Sachsens Verkehrsminister Dulig hier jetzt endlich nachbessert."

Über den Abschnitt der S 163 verläuft die „Napoleonradroute“ Stolpen-Rathmannsdorf. Diese Radroute ist sowohl für Anwohner als auch für Radtouristen von Interesse. Sie ist eine der wenigen radtouristischen Erschließungsstrecken vom Elberadweg in die Lausitz.

Anlagen

- Koalitionsvertrag von SPD und CDU, darin auf S. 48 die Festlegung, dass beim Aus- und Neubau von Bundes- und Staatsstraßen Radwege im Regelfall eingeplant werden sollen (PDF)
- Radwegebau an Staats- und Bundesstraßen 2008-2017 (2008 - 2016: Daten des SMWA, 2017: Hochrechnung ADFC)
- Fotos der Bauarbeiten (frei verwendbar, Quellenangabe: ADFC Sachsen)

Sachsen: Radwege statt Fahrverbote!
ADFC sieht sächsische Politik auf dem richtigen Weg, aber noch große Umsetzungsdefizite

Am Donnerstag debattierte in Dresden der Sächsische Landtag zu Dieselfahrverboten im Freistaat. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) stellte dabei auch die Förderung des Fuß- und Radverkehrs als wichtigen Lösungsansatz in den Vordergrund. Der stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC), Rolf Leonhardt, begrüßt die klare Positionierung Schmidts. Gleichzeitig fordert Leonhardt die Sächsische Staatsregierung dazu auf, die Kommunen stärker zu unterstützen und die Verkehrswende endlich ernster zu nehmen.

"Wer Fahrverbote vermeiden will, muss sich endlich dafür einsetzen, dass der Radverkehr vorangebracht wird, und zwar nicht nur in Tippelschritten. In Sachsen bestehen da noch erhebliche Umsetzungsdefizite. Land und Kommunen müssen  die Förderung des Radverkehrs ernster nehmen." Von den im Haushalt des Freistaats eingestellten 8 Millionen Euro für die kommunale Förderung des Radverkehrs bekam Dresden im letzten Jahr lediglich 51.000€ ausgezahlt, nach Leipzig floss aus diesem Topf kein einziger Euro.

Dennoch lobt Leonhardt die Anstrengungen vieler Kommunen und auch auf der Ebene des Freistaats: "Radverkehr ist die wirksamste Lösung für saubere Luft und mehr Lebensqualität! Der politische Wille für mehr Radverkehr wächst ohne Zweifel." Viele Städte arbeiteten bereits an der Verkehrswende. Nun müsse die Sächsische Staatsregierung die Luftreinhaltung im Stadtverkehr jedoch zur Chefsache machen und den Kommunen stärker unter die Arme greifen.

"Wir haben aktuell noch zu viele falsche Förderanreize, die dazu führen, dass mehr Autos in die Städte gezogen werden. Besonders beim Pendlerverkehr gibt es große Defizite. Hier brauchen wir ein starkes Netz an Radschnellwegen und Radrouten in die Ballungszentren sowie eine bessere Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV, etwa durch Radstationen an den Bahnhöfen." so Leonhardt abschließend.

Zur Unterstützung der Städte hat der ADFC betroffenen Städten die Arbeitshilfe Saubere Luft bereitgestellt. Sie enthält zahlreiche Maßnahmen, mit denen die Städte den Radverkehr attraktiver machen und dadurch für bessere Luft sorgen können.

Web ADFC Dresden: http://www.adfc-dresden.de/index.php/neuigkeiten/2362-radwege-statt-fahrverbote

PM Bundes-ADFC https://www.adfc.de/presse/pressemitteilungen/adfc-demo-vor-bundesverwaltungsgericht--radwege-statt-fahrverbote

Die Zittauer Ortsgruppe des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) lädt am Mittwoch 17. Januar 2018 zur Versammlung ein. Neben der Wahl von Sprecherinnen stehen auch die Planungen der Gruppe für das Jahr 2018 auf der Tagesordnung.

Eingeladen sind neben den Zittauer Mitgliedern des ADFC ausdrücklich alle Radfahrerinnen und Radfahrer aus Zittau und Umgebung, die sich für bessere und vor allem sichere Bedingungen für den Radverkehr einsetzen wollen. Denn damit das Radfahren für alle Menschen - vom Kindergartenkind bis zur Oma - sicherer und komfortabler wird, braucht es eine starke Interessenvertretung der Radfahrer. Und das ist in Deutschland der ADFC.

"Zittau hat das Zeug dazu, sich zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu mausern." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Doch an vielen Stellen müsste endlich etwas an der Infrastruktur passieren. "Von der Verkehrssicherheit für Radfahrer, der Radwegeführung auf dem Ring bis hin zum Fahrraddiebstahl gibt es noch eine Reihe von Baustellen, die zu lösen sind." Dafür brauche es vor Ort einen starken ADFC und viel persönliches Engagement.

Neben der verkehrspolitischen Arbeit gibt es weitere mögliche Schwerpunkte. Mit dem Neißeradweg verfügt die Stadt über radtouristisches Potential, welches bisher jedoch noch kaum genutzt wird. Auch Serviceangebote für Radfahrer, etwa eine Fahrradcodierung durch den ADFC, wären vorstellbar. Freilich ist die ehrenamtliche Arbeit im ADFC maßgeblich von den Interessen der einzelnen Mitstreiter bestimmt. "Wieviel der ADFC vor Ort leisten kann, hängt ganz stark an der Zahl der ADFC-Aktiven. Aufgabenfelder gibt es genug und jedes ADFC-Mitglied kann sich mit eigenen Ideen einbringen." sagt Krause.

Zur Versammlung der Zittauer Ortsgruppe sind ausdrücklich alle Radfahrer eingeladen, nicht nur die ADFC-Mitglieder. "Ob man schon Mitglied im ADFC ist oder nicht ist erstmal zweitrangig. Unser Ziel ist es, die Interessen aller zu bündeln, die in Zittau etwas für den Radverkehr tun wollen." Wer zum Gründungstermin verhindert ist, aber Interesse an der Ortsgruppe hat, kann sich per E-Mail beim ADFC Sachsen melden. Zum Ortsgruppentreffen wird der Geschäftsführer des ADFC Sachsen anwesend sein. Aktuell hat der ADFC in Zittau 37 Mitglieder.


Was: Versammlung der ADFC-Ortsgruppe Zittau mit Wahl der Sprecher / innen
Wann: Mittwoch, 17. Januar 2018, 19:00 Uhr
Wo: Café Jolesch, Zittau

Kontakt-E-Mail des ADFC Sachsen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Radfahren scheint auch im Winter immer mehr Anhänger zu finden. Jedenfalls aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen. Für den Fahrradclub waren der November und der Dezember die beiden Monate mit dem stärksten Mitgliederzuwachs seit langem. Kurz vor Weihnachten konnte sich Landesgeschäftsführer Konrad Krause über das 5000. Mitglied im ADFC Sachsen freuen. Damit ist die Fahrradlobby einer der größten eingetragenen Vereine in Sachsen.

In Sachsen hat der ADFC zehn Ortsgruppen. Hier engagieren sich über 250 Menschen regelmäßig in ihrer Freizeit. 2017 organisierte der ADFC 270 Radtouren mit über 3500 Teilnehmern. Außerdem berät der Fahrradclub zu technischen Fragen rund ums Fahrrad und setzt sich vor Ort für eine fahrradfreundliche Verkehrsplanung ein. Viele Ortsgruppen bieten auch Serviceleistungen für die Mitglieder des Vereins an. Etwa die sehr beliebte Fahrradcodierung, durch die Langfinger vom Rad-Diebstahl abgehalten werden sollen. ADFC-Mitglieder profitieren außerdem von der ADFC-Pannenhilfe, die im Fall einer Havarie Rad und Fahrer unter die Arme greift und, sofern notwendig, bis zur nächsten Fahrradwerkstatt bringt.

Noch bis zum 31. Dezember verlost der ADFC unter allen, die bis zum 31. Dezember Mitglied im Club werden, attraktive Preise im Gesamtwert von 500 Euro, vom Radtourenbuch bis zur hochwertigen Fahrradtasche. Wer bis Jahresende Mitglied wird bekommt außerdem die Möglichkeit, im ersten Jahr den ADFC zum stark reduzierten Einsteigerpreis von 19,50 € auszuprobieren. Antragsformulare gibt es im Internet und in den Geschäftsstellen des ADFC in Chemnitz, Dresden und Leipzig.

Weitere Informationen zur Aktion finden sich auf www.adfc-sachsen.de/592

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