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Pressemitteilung: ADFC Sachsen fordert zügigen Bau eines lückenlosen Radweges an der S 95

Eigentlich war ein Radweg an der S 95 zwischen Gersdorf und Kamenz bereits fertig geplant, der Baubeginn hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Nun hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) den Baubeginn des Radwegs ins Ungewisse verschoben. Statt eines Baubeginns soll nun die gesamte Straße umgebaut werden. Die Menschen im Landkreis Bautzen müssen weiterhin auf einen Radweg zwischen Kamenz und Gersdorf warten. Dagegen regt sich nun Widerstand: Bürgerinnen und Bürger aus Pulsnitz und Kamenz rufen daher am Samstag, 15. Juni zur Fahrrad-Demo für den schnellen Baubeginn des Radwegs zwischen Kamenz und Pulsnitz auf. Die Demonstration beginnt um 11:00 Uhr. Sowohl von Kamenz als auch von Pulsnitz aus wird es eine Zubringerdemo zur Abschlusskundgebung in Gersdorf geben. Die Organisatoren fordern einen durchgehenden Radweg von Kamenz nach Pulsnitz entlang der Staatsstraße 95. Im 4,4 km langen Abschnitt zwischen Gersdorf und Kamenz sind Radfahrende gezwungen auf der Straße zu fahren.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen freut sich über die Initiative, die sich vor Ort entwickelt hat. „An vielen Stellen im Freistaat wollen Menschen sicher und komfortabel Rad fahren können. Die aktuelle Situation zwischen Kamenz und Gersdorf ist nicht nur aus meiner Sicht unhaltbar. Den Leuten vor Ort ist die ewige Hinhaltetaktik von Sachsens Verkehrsminister nicht mehr zu vermitteln.“ Auf der S 95 beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit fast durchgängig 100 km/h. In vielen Fällen überholen Kfz die Radfahrenden viel zu knapp, sodass es lebnsgefährlich ist, dort mit dem Rad entlang zu fahren. „Die zuständige Niederlassung des LASuV in Bautzen muss schnellstmöglich den Bau eines Radweges in Auftrag geben. Die aktuelle Gefährdung von Radfahrenden ist unhaltbar“ sagt Krause. Der ADFC Sachsen fordert den zügigen Bau eines lückenlosen Radweges entlang der S 95 und ruft zur Teilnahme an der Demonstration auf.

Hintergrund:

An der Staatsstraße zwischen Pulsnitz und Kamenz sieht die Radverkehrskonzeption des Freistaates mit hoher Pritorität den Bau eines Radwegs vor. Zwischen Gersdorf und Pulsnitz wurde der straßenbegleitende Radweg bereits fertiggestellt. Für Radfahrende ist der Abschnitt zwischen Gersdorf und Kamenz zurzeit jedoch sehr gefährlich, da sie gezwungen sind hier auf der stark befahrenen Staatsstraße zu fahren. Eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 ergab, dass in diesem Abschnitt der S 95 eine hohe vierstellige Anzahl an Kraftfahrzeugen unterwegs ist. Bereits 2012 gab es eine Demonstration für den Radweg zwischen Pulsnitz und Kamenz. Seitdem hat sich für die Menschen vor Ort die Situation nicht verbessert.

Dieser fehlende Lückenschluss steht exemplarisch für die Situation an Bundes- und Staatsstraßen im Freistaat. Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40% liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %.

 

Beginn der Demonstration in Kamenz: 11:00 Uhr, Stiftstraße, 01917 Kamenz

Beginn der Demonstration in Pulsnitz: 11:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz, 01896 Pulsnitz

LaSuV Meißen will keinen Radweg an der ehemaligen Rennstrecke S 161

Eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Meier (Grüne) ergab, dass das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) Meißen auch an der ehemaligen Rennstrecke S 161 zwischen Stürza und Heeselicht keinen Radweg  planen wird. Die Breite der Staatsstraße 161 soll verringert werden, so wie es vor zwei Jahren bereits auf der S 163 realisiert wurde. Bei den Umbauarbeiten wurde kein straßenbegleitender Radweg geschaffen. Ursprünglich wurde die Straße in den 1920er Jahren als Rennstrecke gebaut und in den 19 30er Jahren weiter als Rundkurs erschlossen. Die breiten Straßen laden nach wie vor zum Fahren mit teils deutlich überhöhten Geschwindigkeiten ein. Radfahrende, die hier auf der Straße fahren müssen, sind den Unfallgefahren schutzlos ausgeliefert. Bei einer aktuellsten Geschwindigkeitsmessung war das schnellste Fahrzeug mit 236 km/h unterwegs.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen zeigt sich bestürzt über die mangelnde Senibilität des LASuV Meißen: „Der anstehende Rückbau der S 161 hätte es leicht möglich gemacht, einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen. Die Route ist touristisch und für den Alltagsverkehr von großer Bedeutung, was durch die enorme Resonanz auf die Petition der Bürgerinitiative S 163 untermauert wurde.“ Innerhalb von vier Wochen unterzeichneten 1670 Personen eine Petition für einen Radweg an der angrenzenden S 163, fast alle von ihnen kamen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

„Noch ist es nicht zu spät. Noch können die Planungen geändert werden und ein straßenbegleitender Radweg zumindest in diesem Abschnitt der ehemaligen Rennstrecke gebaut werden“ appelliert Krause an das LASuV. „Ich fände es auch ein fatales politisches Signal, wenn der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig hier erneut die Anwohner im Regen stehen lässt“.

Zwischen Stürza und Heeselicht befinfdet sich das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Heeselicht / Stürza. Um von Heeselicht oder Stürza zur Feuerwehr zu kommen, müssen die Kinder und Jugendlichen die S 161 benutzen. Auch aus diesem Grund sprechen sich Anwohner und der ADFC dafür aus, die Chance für den Bau eines Radwegs jetzt zu ergreifen.

Hintergrund:

Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz am Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Für den Abschnitt zwischen Stürza und Heeselicht gibt es keine Verkehrszählungen, allerdings deuten andere Erfassungen im Umfeld darauf hin, dass mehr als 2.500 Kfz am Tag dieses Teilstück der ehemaligen Rennstrecke passieren. So ergab eine Verkehrszählung im vergangenen Jahr, dass durchschnittlich rund 3.100 Fahrzeuge pro Tag auf der benachbarten S 163 unterwegs sind, von denen nur zirka 100 in Hohburkersdorf oder Zeschnig abgebogen sind. Entsprechend müssen die verbleibenden 3.000 Fahrzeuge die S 161 passiert haben. Darüber hinaus geht aus der Anfrage hervor, dass 2015 bei einer Zählstelle auf einem anderen Abschnitt der S 161 bei Stürza 2.777 Fahrzeuge am Tag gemessen wurden.

Obwohl nach den geltenden Regeln ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden müsste, wird dieser Abschnitt der S 161 in der Radverkehrskonzeption des Freistaates nur mit der Priorität B geführt. Das bedeutet, dass definitiv keine Planungen vor 2025 in Auftrag gegeben werden. Nur 11 % der Staatsstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei etwa 25 % liegt.

Link zur Kleinen Anfrage zur S 161: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=17281&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

Petition zur S 163: https://www.openpetition.de/petition/online/radweg-an-einem-teilstueck-der-alten-rennstrecke-s-163?language=de_DE.utf8

Link zur Radverkehrskonzeption des Freistaates: http://www.radverkehr.sachsen.de/5700.html

Umfrage des ADFC zeigt große regionale Unterschiede im Freistaat auf

39% der Radfahrenden in Sachsen wünschen sich mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Test, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in der vergangenen Woche veröffentlichte. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede. So sind in Bautzen 88% der Radfahrenden mit ihren geöffneten Einbahnstraßen zufrieden, in Hohenstein-Ernstthal sind es dagegen nur 8%. Die Nutzung einer Einbahnstraße in die Gegenrichtung ist Radfahrenden immer dann gestattet, wenn das Zusatzzeichen "Radfahrer frei" angebracht ist.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen, sieht in einigen sächsischen Städten bereits große Fortschritte: „Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda und Leipzig haben für den Radverkehr schon viele Einbahnstraßen in die Gegenrichtung geöffnet. Das spart Umwege macht das Radfahren attraktiver und sogar sicherer.“ Sind Einbahnstraßen nicht geöffnet, müssen Radfahrende oft große Umwege in Kauf nehmen oder ihr Rad auf dem Fußweg schieben. „Die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrende ist oft einfach möglich, erhöht den Komfort von Radfahrenden und führt entgegen vieler verbreiteter Mythen nicht zu höheren Unfallzahlen.“

Es sei ja erklärtes Ziel der Verkehrspolitik, Radverkehr attraktiver zu machen und die Menschen zum Umsteigen aufs Rad zu animieren. Dafür ist laut ADFC die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr eine einfache und geniale Möglichkeit: Die Wege mit dem Rad werden kürzer, das Fahrrad als Verkehrsmittel gewinnt an Attraktivität und damit auch der städtische Verkehr. „Wenn Rad fahren unkomplizierter und umwegärmer wird, nutzen mehr Menschen das Fahrrad für eine größere Zahl an Wegen. Das nützt auch den Autofahrern, denn die stehen am Ende weniger im Stau.“ ist der ADFC-Geschäftsführer überzeugt.

Hintergrund

Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung definiert die Kriterien, nach denen Einbahnstraßen für den Radverkehr in die Gegenrichtung geöffnet werden können. Dazu zählt, dass die Höchstgeschwindigkeit nicht bei über 30 km/h liegt und dass die Straße, abgesehen von einigen Engstellen, mindestens 3,50 m breit ist. Außerdem darf die Verkehrsdichte des Schwerlastverkehrs nicht übermäßig hoch sein und die Streckenführung muss übersichtlich sein. Obwohl diese Kriterien an vielen Orten erfüllt sind, werden Einbahnstraßen oft nicht für den Radverkehr geöffnet.

Geöffnete Einbahnstraßen führen nicht zu mehr Konflikten zwischen Auto- und Radfahrenden, wie ein Forschungsbericht des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt. Dies ist auch unabhängig vom Rad- und Autoverkehrsanteil. Für die Wissenschaftler gibt es keinen Zusammenhang zwischen Infrastruktur, Konflikten und Unfällen. Sie beobachteten in ihrer Forschung verschiedene Einbahnstraßen in unterschiedlichen Städten mit variierenden Verkehrszahlen und baulichen Gegebenheiten. Wenn Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet sind, fahren außerdem weniger Radfahrende auf dem Fußweg und es gibt weniger Unfälle mit geöffneten Türen.

Innerhalb des Freistaates gibt es große Unterschiede mit der Zufriedenheit von geöffneten Einbahnstraßen. Im Vogtlandkreis wünschen sich 70% der Radfahrenden mehr geöffnete Einbahnstraßen, im Landkreis Zwickau sind es 74%, im Erzgebirgskreis sogar 80%. In Leipzig hingegen sind 80% mit den geöffneten Einbahnstraßen in die Gegenrichtung zufrieden, im Landkreis Görlitz sind es 74%, im Landkreis Bautzen 71%. Mit einer Zufriedenheit von 88% hat die Stadt Bautzen den höchsten Zufriedenheitswert aller Städte im Freistaat.

Der ADFC Sachsen will zukünftig noch mehr Städte davon überzeugen, attraktive Wege für den Radverkehr zu schaffen, indem mehr innerstädtische Einbahnstraßen in die Gegenrichtung geöffnet werden.

Papier zur Öffnung von Einbahnstraßen (GDV): https://udv.de/download/file/fid/9671

Sicherheitsbewertung der Öffnung von Einbahnstraßen (GDV): https://udv.de/download/file/fid/9673

Nach erfolgreicher Petition rufen ADFC und Bürgerinitiative S 163 zur Kundgebung auf

Am Samstag, den 27. April werden ab 11 Uhr Radfahrende für einen straßenbegleitenden Radweg an der S 163 demonstrieren. Die Fahrrad-Demonstration startet auf dem Parkplatz am Hockstein und führt anschließend auf der S 163 zum Abzweig Stürza/ Heeselicht und zurück. Zuvor hatten sich innerhalb von vier Wochen 1.670 Personen für einen Radweg an der ehemaligen Rennstrecke ausgesprochen, 1.313 von ihnen kamen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Vor zwei Jahren wurde der Teil der ehemaligen Rennstrecke von 10 Meter Breite auf eine Fahrbahnbreite von 7 Metern zurückgebaut. Bei den Umbaumaßnahmen wurde kein Radweg mitgebaut, obwohl die Straße stark befahren ist. Radfahrende sind dadurch nach wie vor gezwungen, auf der Straße zu fahren.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über das Engagement aus Hohnstein: „Es ist schön zu sehen, dass das Radfahren nicht nur ein Thema der großen Städte ist. Überall haben Menschen das Bedürfnis, sicher und komfortabel Rad zu fahren. Mir ist es wichtig, dass die Leute auch in Gegenden mit geringerer Einwohnerdichte mobil sein können.“ Die Flurstücksbreite von mindestens 16 Metern hätte stets genügend Platz für einen Radweg gelassen. „Es macht mich fassungslos, dass bei den Planungen kein Radweg berücksichtigt wurde, obwohl stets genügend Raum gewesen wäre. Der ADFC unterstützt daher das Anliegen der Bürgerinitiative ausdrücklich und fordert, diesen Missstand schnellstmöglich zu beheben“, sagt Krause.

Hintergrund:

Ursprünglich wurde die Straße in den 20er- Jahren als Rennstrecke gebaut und in den 30er-Jahren weiter als Rundkurs erschlossen. Die breiten Straßen laden nach wie vor zum Fahren mit teils deutlich überhöhten Geschwindigkeiten ein. Radfahrende, die hier auf der Straße fahren müssen, sind diesen hohen Geschwindigkeiten schutzlos ausgeliefert. Der Abschnitt der S 163 wird im Radverkehrskonzept des Landes mit der untersten Priorität C geführt. Das bedeutet, dass das Land nach eigener Aussage in der Zukunft eine Prüfung durchführen wird, ob eine Radverkehrsanlage notwendig ist. Tatsächlich befahren zurzeit täglich 2.700 Autos die S 163, darunter viele LKW. Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz pro Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA 2010") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Nach den bundesweit geltenden Regelwerken wäre an der S 163 also der Anbau eines Radwegs zwingend notwendig. Für den Freistaat Sachsen scheinen diese grundsätzlichen Parameter beim Bau von Staatsstraßen jedoch nicht entscheidungsrelevant zu sein.

Fahrrad-Demo der BI für einen Radweg an der S 163
Termin: Sonnabend den 27.04.2019 um 11.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz am Hockstein

Link zur Petition: openpetition.de/!vjyps

Link zur Radverkehrskonzeption des Freistaates: www.radverkehr.sachsen.de/5700.html

Radreisen in Deutschland werden immer populärer

Radtourismus wird ein immer wichtigeres Thema- das zeigt die aktuelle Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Im Jahr 2018 unternahmen 5,5 Millionen Deutsche eine mindestens dreitägige Radreise. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein Anstieg um 27% (4,3 Millionen im Jahr 2017). Mehr als jede zweite Person in Deutschland unternahm im vergangenen Jahr mindestens einen Tagesausflug mit dem Rad. Gleichzeitig verlor der Elberadweg seine Position als beliebtester Radweg Deutschlands. Der Elberadweg war 14 Jahre lang die beliebteste touristische Radroute in der Bundesrepublik und wurde nun vom Weser-Radweg auf Platz 2 verdrängt. Andere touristische Routen in Sachen wie der Oder-Neiße-Radweg, der Mulderadweg oder die Sächsische Städteroute haben es in diesem Jahr nicht unter die populärsten zehn Radrouten in Deutschland geschafft. Der Oder-Neiße-Radweg war in der Vergangenheit mehrmals in der Top-Ten-Auflistung präsent.

Michael Berninger, Sprecher für Radtourismus im ADFC Sachsen, freut sich über den Anstieg der Zahl der Radreisenden. „Es ist schön zu beobachten, wie Radreisen immer populärer werden. Radurlaube sind eine wunderbare Möglichkeit um sich zu erholen, Landschaften und Städte zu entdecken und sich zu bewegen.“ Die verschlechterte Bewertung des Elberadweges erklärt der ADFC unter anderem durch bei vielen Baustellen auf dem Radweg, bei der keine oder nur unzureichende Umleitungen eingerichtet worden waren. So ist der Elberadweg in Heidenau ohne brauchbare Umleitung das gesamte letzte Jahr gesperrt gewesen, in Gauernitz wurden Radtouristen wegen einer fehlenden Brücke vier Jahre lang über die stark befahrene B 6 geleitet und in Dresden beeinträchtigten Konflikte mit parkenden Autos unterhalb des Blauen Wunder ein sicheres Vorankommen.

Berninger sieht darüber hinaus noch eine andere Ursache: „Es wurde in der Vergangenheit versäumt, auf dem Elberadweg eine Bewerbung und Qualitätssicherung durch eine Zertifizierung der Route durchzuführen. Auch die zersplitterten Zuständigkeiten verschiedener Akteure führen bei vielen Radtouristen zu einem gemischten Bild. Der Elberadweg an sich stellt aber nach wie vor eine gute touristische Route dar.“

Hintergrund

In den vergangenen Jahren verlor der Elberadweg in der jährliche durchgeführten ADFC-Radreiseanalyse zunehmend an Popularität. 2017 gaben 13,7% der Befragten an, dass der Elberadweg ihr beliebtester Radfernweg in Deutschland sei. 2018 waren es noch 8,3%, 2019 nur 6,2%. Der Weser-Radweg gewann im gleichen Zeitraum hingegen deutlich an Popularität, weil entscheidende Investitionen in die Infrastruktur sowie das Marketing getätigt wurden und der Streckenverlauf verbessert wurde.

Abseites des Elberadwegs bestehen im Freistaat Sachsen große radtouristischen Potentiale, die aber bisher nur unzuereichend genutzt werden. Eine Weiterentwicklung und aktive Vermarktung anderer touristischer Radrouten böte die Möglichkeit, mehr Gäste in verschiedene Regionen Sachsens zu locken. Daher ist es zu begrüßen, dass Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig Anfang 2019 verkündete, den Freistaat sich zu einer der führenden Radtourismus- und Mountainbike-Destinationen entwickeln soll. Was im Moment fehlt, sind konkrete Ausbaustrategien für Lückenschlüsse, etwa des Mulde- und Elsterradwegs. Auch die radtouristische Erschließung der Oberlausitz ist noch ausbaufähig. So kritisiert der ADFC die fehlende Anbindung von Bautzen und Görlitz an den Eisenbahnfernverkehr und schlägt darüber hinaus eine Verbindungsroute zwischen dem Elbe- und dem Neißeradweg vor.

Der ADFC ist der führende Akteur im Bereich Radtouren in Sachsen. Im vergangenen Jahr organisierte der Verein ehrenamtlich 320 Radtouren mit über 4.500 Teilnehmenden im gesamten Freistaat. Die Touren werden zum Großteil von Nichtmitgliedern genutzt und stellen außerdem ein häufig genutztes Angebot für Touristen dar. Des Weiteren verfügen fast 200 Betriebe in Sachsen über das Bett+Bike-Zertifikat des ADFC, welches fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten auszeichnet.

Link zu den Ergebnissen der ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/Praesentation_ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse_2019.pdf

Link zum Handout zur ADFC-Radreiseanalyse: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Expertenbereich/Touristik_und_Hotellerie/Radreiseanalyse/Downloads/190308_FINAL_ADFC_Handout_Radreiseanalyse_2019.pdf

Sächsischer Landtag erhält Petition für eine sichere Radwegeverbindung an der S80 und S 81

Heute Abend wird Tobias Knibbe dem Präsidenten des Sächsischen Landtags, Dr. Matthias Rößler eine Petition für Radwege an der Staatsstraße 81 übergeben. Gemeinsam mit über 3.500 Petenten fordert der Coswiger einen sicheren und baulich getrennten Radweg entlang der Staatsstraßen 80 und 81, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Die Petition wurde vom ADFC unterstützt. Der Fahrradverband kämpft schon seit Jahren für mehr Radwege an sächsischen Landstraßen.

Anwohner und Betroffene initiierten die Petition im Dezember 2018, nachdem der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, am 27. November letzten Jahres auf der S 81 zwischen Auer und Friedewald getötet worden war als er dort mit dem Fahrrad unterwegs war. Mehr als zwei Drittel der Petenten gaben an, von der problematischen Situation an den beiden Staatsstraßen selbst betroffen zu sein.

„Ich freue mich sehr, dass es einen so großen Zuspruch für einen Radweg an dieser gefährlichen Strecke gibt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen. Inzwischen hat der Sächsische Verkehrsminister eine entsprechende Planung für eine Route zwischen Dresden und Weinböhla zugesagt. Doch mit einem baldigen Baustart für den Radweg rechnet Krause nicht vor 2021. „Ich freue mich sehr, dass die Petition etwas bewegt hat. Kurzfristig kann die gefährliche Straße aber nur durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung entschärft werden. Tempo 70 halte ich hier für angebracht“, so Krause.

Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren mit teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Immer wieder kommt es auf der S 81 zu Unfällen. Wer die Straße mit dem Rad befährt, ist den hohen Geschwindigkeiten und teilweise rücksichtslosen Fahrweisen schutzlos ausgeliefert. Der Leiter der Meißner Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (LASuV), Holger Wohsmann, hatte vor dem Unfall der Presse gegenüber erklärt, der Radwegebau stehe in seinem Bereich hintenan.

Nur 11 % der Staatsstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 25 % liegt. Die erst 2011 komplett neu gebaute S 81 gehört zu einer der gefährlichsten Staatsstraßen in Sachsen.

An immer mehr Stellen in Sachsen schließen sich Bürger zusammen, um den bisher vernachlässigten Bau von Radwegen an Staats- und Bundesstraßen selbst voranzubringen. So fordert seit letztem Jahr eine Bürgerinitiative in der Sächsischen Schweiz einen Radweg an der S 163 bei Hohnstein, eine Petition läuft seit einigen Tagen. Östlich von Freiberg machen sich Bürger für einen Radweg an der Staatsstraße 190 von Freiberg nach Hilbersdorf stark. Und erst vor zwei Wochen gründete sich eine Bürgerinitiative in Treuen im Vogtland, die einen Radweg über die A 72 fordert. ADFC-Geschäftsführer Konrad Krause begrüßt das wachsende Engagement im Land: "Mit der Zahl der Initiativen steigt auch der Druck auf den Sächsischen Landtag und Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig, den Radwegebau stärker voranzubringen. Damit Sachsen bei den Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen den bundesweiten Durchschnitt erreicht, fehlen noch etwa 1000 Kilometer."

Hintergrund:

Am Abend des 27. November 2018 befuhr der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, mit seinem Fahrrad die Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer, nordwestlich von Dresden. Mit hoher Geschwindigkeit rammte ein Kleintransporter den Radfahrer und schleuderte ihn durch die Luft, er verstarb noch am Ort des Unfalls an den Folgen des Aufpralls. Wenig später initiierten Anwohner die Petition, die bis zum Anfang des Februars 2019 von 3554 Personen unterschrieben wurde.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen, die nach Dresden fahren, sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht.

Pressekontakt für Rückfragen: Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, 0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

Fahrradclub will Null Verkehrstote als Kernziel der Verkehrspolitik

Am vergangenen Samstag hat die Landesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen Eckpunkte zur sächsischen Verkehrspolitik beschlossen. Das verabschiedete Positionspapier mit dem Titel Fahrradland 2030 richtet sich an Vertreter der Kommunal- und Landespolitik und stellt Kernforderungen für die kommenden zehn Jahre auf. Hauptanliegen des Papiers ist die Vision Zero. Dieses Planungsprinzip richtet sich an dem Ziel aus, alle Verkehrswege so zu gestalten, dass im Straßenverkehr keine Menschen mehr zu Tode kommen.

„Es freut mich, dass die Landesversammlung des ADFC sich verstärkt dem Thema Verkehrssicherheit widmet. Die Unfallzahlen des letzten Jahres zeigen, dass dies notwendig ist“ sagt Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. Zwischen Januar und November 2018 kamen auf Sachsens Straßen 31 Radfahrende ums Leben, eine Steigerung um 34 % zum Vorjahreszeitraum. „Sicherheit muss im Zentrum der Verkehrsplanung stehen. Auf allen Ebenen Im Freistaat müssen wir für dieses Thema deutlich mehr tun, damit alle sicher und ohne Angst mobil sein können.“, so Matthies.

Im Entwurf des sächsischen Landesverkehrsplans sei Verkehrssicherheit zwar als eines der Ziels benannt. Eine konkrete Strategie zu null Verkehrstoten fehle aber. Matthies hält das für einen wesentlichen Grund, dass das im nationalen Verkehrssicherheitsprogramm 2011 formulierte Ziel, die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer bis 2020 um 40 % zu senken, vom Freistaat deutlich verfehlt worden ist.

Niklas Schietzold, ebenfalls Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen, ergänzt: „Unsere Straßen können nur sicherer werden, wenn in Sachsen endlich mehr Investitionen für den Radverkehr getätigt werden. Der Freistaat hat noch deutliche Defizite beim Radwegenetz an Bundes- und Staatsstraßen. Diese müssen endlich aufgeholt werden.“ Der ADFC fordert daher, dass bis zum Jahr 2030 die Hälfte aller Staats- und Bundesstraßen in Sachsen mit einem Radweg ausgestattet werden.

Um das Ziel eines sicheren und lückenlosen Radverkehrsnetzes zu erreichen, hält der Fahrradclub eine Steigerung der Investitionen in den Radverkehr auf 35 Euro pro Person und Jahr für erforderlich.

Des Weiteren hat der ADFC ein Augenmerk auf Bahnverkehr und Tourismus gelegt: So wurde das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2030 an den 25 wichtigsten sächsischen Bahnhöfen Fahrradstationen errichtet werden. Dadurch verbessern sich die Kombinationsmöglichkeiten von Bahn und Rad, was wiederum die Erreichbarkeit und Attraktivität der Bahn erhöht. Außerdem drängt der ADFC darauf, dass touristische Radrouten abseits des Elberadweges in Sachsen gestärkt werden.

Hintergrund:

Jährlich kommen deutschlandweit über 3000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Auf Sachsens Straßen wurden im vergangen Jahr rund 200 Menschen getötet, über 30 von ihnen waren mit dem Rad unterwegs. Vision Zero bezeichnet das Ziel, die Getöteten im Radverkehr auf Null zu senken. Die schwedische Regierung verfolgt dieses Ziel offiziell seit den neunziger Jahren und gestaltet seitdem die Verkehrsinfrastruktur maßgeblich im Sinne der Sicherheit um. Eine derartige Zielsetzung existiert in Sachsen bisher nicht.

Ermöglicht werden soll die Vision Zero und der Ausbau des Radwegenetzes durch ambitionierte Investitionen in den Radverkehr. 25 Euro pro Jahr und Einwohner auf kommunaler Ebene und 10 Euro pro Jahr und Einwohner auf Landesebene hält der ADFC Sachsen für angebracht, um diese Ziele zu verwirklichen.

Der Weg zu einem dichten Radwegenetz ist aktuell noch weit: Lediglich 28 % der Bundesstraßen in Sachsen verfügen bisher über einen Radweg. Bundesweit liegt dieser Wert bei über 40 %. An Staatsstraßen in Sachsen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 %. Der ADFC Sachsen fordert, dass bis zum Jahr 2030 von allen Bundes- und Staatsstraßen 50 % über einen Radweg verfügen. Damit würde der Freistaat zum Bundesdurchschnitt aufschließen.

Außerdem beschäftigt sich das Positionspapier mit den Kombinationsmöglichkeiten von Bahn- und Radverkehr. Mehr als die Hälfte aller Sachsen arbeiten nicht in der Gemeinde, in der sie wohnen. Zur Überquerung der Gemeindegrenzen bietet sich oftmals die Kombination von Rad und Bahn an. Dies erfordert Bahnhöfe mit diebstahlsicheren und witterungsfesten Abstellanlagen. Zurzeit fehlen an knapp der Hälfte aller sächsischen Bahnhöfe fehlen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

Der ADFC Sachsen will sich außerdem dafür einsetzen, dass die touristischen Potentiale im Freistaat besser genutzt werden. Insbesondere abseits des Elberadweges gibt es noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten, wie beispielsweise am Mulderadweg, am Spreeradweg oder am Oder-Neiße-Radweg. Doch auch der Elberadweg verlor an Prestige: Die vom ADFC-Bundesverband auf basis einer repräsentativen Befragung herausgebrachte Radreiseanalyse zeigt, dass der Weserradweg den Elberadweg als beliebtesten Radwanderweg in Deutschland überholt hat.

Positionspapier des ADFC „Fahrradland 2030“: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/Q8ybB7933R43C5B

Am 7. März gründete sich in Bautzen die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs. In Anwesenheit von Staatssekretär Stefan Brangs gaben sich die Vertreterinnen und Vertreter der Gründungsstädte Bautzen, Borna, Meißen, Niesky, Pirna, Radeberg, Radebeul und Zittau eine Satzung und wählten einen Vorstand.

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ist der Bautzner Bürgermeister Alexander Ahrens, seine Stellvertreterinnen sind die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke sowie die Oberbürgermeisterin von Niesky, Beate Hoffmann.

Zum Aufbau einer Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft hat der Sächsische Landtag für die Jahre 2019 und 2020 Mittel bereitgestellt. Damit erhält das Bestreben der sächsischen Kommunen zu Vernetzung und Wissensaustausch im Rad- und Fußverkehr auch die nötige Unterstützung seitens des Freistaats. Weitere sächsische Städte bereiten Beschlüsse zur Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft vor.

Der Gründungsprozess wurde durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC), den Fachverband Fußverkehr sowie das SMWA in den letzten Monaten intensiv begleitet. "Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft ist ein sehr wichtiger Schritt für den Radverkehr in Sachsen" sagt  Olaf Matthies, Vorsitzender des ADFC Sachsen. "Fußgänger- und fahrradfreundliche Städte sind auch lebenswerte Städte. Wenn die Kommunen auf dem Weg dahin ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander teilen, dann profitieren zum Schluss alle."

Hintergrund

Seit etwa zehn Jahren erleben Rad- und Fußverkehr in Deutschland eine Renaissance. Mit dem Aufkommen von Kinderfahrradanhängern, Lastenrädern, großen kommerziellen Leihfahrradsystemen sowie insbesondere elektrisch unterstützten Fahrrädern ist im letzten Jahrzehnt sowohl eine Vervielfachung der Fahrradnutzung als auch der Nutzertypen eingetreten, die – etwa im Bereich der Luftreinhaltung und der Eindämmung des Verkehrslärms – gute Ansätze zur Lösung aktueller Herausforderungen des Stadtverkehrs bieten.

Außerdem entwickeln immer mehr Kommunen Strategien und Konzepte für mehr Fußverkehr. Zum einen weil der ÖPNV auf gute fußläufige Erreichbarkeit angewiesen ist. Zum anderen weil in der kommunalen Verkehrspolitik auch der Fokus auf Kinder-, Familien- und Seniorenfreundlichkeit verstärkt Einzug hält. Im gleichen Maße nehmen die Wünsche und Forderungen der Bevölkerung nach sicheren Schulwegen, mehr Querungsmöglichkeiten, Verkehrsberuhigung, attraktiven öffentlichen Plätzen und Flaniermeilen oder angenehmen Achsen bzw. Spazierrouten zu.

Mehr Fuß- und Radverkehr ist jedoch nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes oder der Verkehrssicherheit von öffentlichem Interesse. Auf kommunaler aber auch gesamtgesellschaftlicher Ebene zeigt die Förderung des Rad- und Fußverkehrs zahlreiche positive Wirkungen. Zum Beispiel können somit Verkehrsflächen effizienter genutzt und damit Kosten für Verkehrsplanung- und -organisation gespart werden.

Zudem wirkt sich mehr Fuß- und Radverkehr unmittelbar positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und stärkt die zwischenmenschliche Kommunikation vor Ort. Kinder und ältere Menschen erreichen besser ihre Ziele, d.h. sie können sich selbstbestimmter bewegen. Alles in allem geht es um die Frage nach einer lebenswerten Kommune. Und diese Frage ist drängender denn je.

Parallel zu diesen Entwicklungen müssen sich die Städte, Gemeinden und Landkreise ganz konkreten planerischen und technischen Herausforderungen stellen, die der Bau und die Unterhaltung einer bedarfsgerechten, sicheren und attraktiven Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer mit sich bringen.

Um diese Aufgaben aktiv anzugehen, haben sich bereits in acht der 13 Flächenländer Deutschlands Kommunen und Landkreise zu Arbeitsgemeinschaften fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte zusammengeschlossen. Am 7. März sind acht sächsische Städte diesen Beispielen gefolgt und haben in Bautzen die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs gegründet.

Projektseite der Arbeitsgemeinschaft: www.rad.sn
Kontakt für Anfragen zur Arbeitsgemeinschaft: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kurzkonzept der Arbeitsgemeinschaft: http://www.adfc-sachsen.de/files/2019-03-07-Konzept-RadSN.pdf
Gründungsfoto (druckbar): https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/xQ2mzWHZxHMspx4
Pressemitteilung des SMWA: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/224141

ADFC Sachsen erfreut über hohen Zuspruch für eine sichere Radwegverbindung an der S80 und S81

Am vergangenen Samstag endete die Zeichnungsfrist der Petition für einen sicheren Radweg zwischen Dresden und Weinböhla. Über 3.500 Petenten verlangen einen sicheren und baulich getrennten Radweg entlang der Staatsstraßen 80 und 81, wie es auch die Radverkehrskonzeption des Freistaats Sachsen vorsieht. Zurzeit müssen Radfahrende entlang der Staatstraßen 80 und 81 in diesen Abschnitten auf der Fahrbahn fahren, eine Alternative existiert nicht. Anwohner und Betroffene initiierten die Petition, nachdem der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, am 27. November letzten Jahres auf der S 81 zwischen Auer und Friedewald bei einem Unfall getötet worden war. Mehr als zwei Drittel der Petenten gaben an, von der problematischen Situation an den beiden Staatsstraßen selbst betroffen zu sein.

„Ich freue mich sehr, dass es einen so großen Zuspruch für einen Radweg an dieser gefährlichen Strecke gibt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen. Der ADFC kritisierte in der Vergangenheit mehrfach die Untätigkeit der zuständigen Meißner Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) in Sachen Radwegebau. Noch im April betonte dessen Amtsleiter Holger Wohsmann öffentlich, dass Radwege für ihn keine Priorität hätten. Krause sieht einen klaren Widerspruch zwischen der Haltung des LaSuV, dem erklärten Ziel der Sächsischen Staatsregierung und dem Wunsch der Anwohner: „Der Erfolg der Petition zeigt deutlich, dass auch viele Leute außerhalb der Großstädte die Ignoranz gegenüber dem Radverkehr nicht weiter hinnehmen. Nun muss das LASuV endlich für eine sichere Radwegverbindung an der S 81 sorgen.“

Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11%. Die erst 2011 komplett neu gebaute S 81 gehört zu einer der gefährlichsten Staatsstraßen in Sachsen.

Hintergrund:

Schon lange beklagen Anwohner und Pendler, die auf der Strecke mit dem Rad zur Arbeit nach Dresden unterwegs sind, die unhaltbare Situation für Radfahrende an der S 81. Die Kurvenradien der 2011 neu gebauten Staatsstraße sind sehr großzügig gestaltet und vermitteln Autofahrenden ein Maß an Sicherheit, das geradezu eine Einladung zum Fahren mit teils extrem überhöhter Geschwindigkeiten darstellt. Erst am Wochenende kam bei einem Überholmanöver ein Autofahrer ums Leben. Weil ein Radweg fehlt, sind Radfahrende und Fußgänger dieser rücksichtslosen Fahrweise schutzlos ausgeliefert.

An der Staatsstraße existiert für den Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg weder eine sinnvolle Parallelroute noch ein baulich getrennter Radweg. Neben Berufstätigen, die nach Dresden fahren, sind daher auch Schüler mit dem Rad auf der gefährlichen Straße unterwegs. Trotz der offensichtlichen Gefährdungslage hat das LASuV auf dem stark befahrenen Abschnitt bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Die S 81 wird in der Radverkehrskonzeption des Landes Sachsen seit 2014 mit der höchsten Prioritätsstufe A geführt. Das bedeutet, dass der Freistaat im Abschnitt zwischen Weinböhla und Reichenberg dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sieht. Dennoch hat der Freistaat im Landkreis Meißen seit 2014 nicht einen Meter Radweg gebaut. Nach Informationen des ADFC wurde mit der Planung eines durchgehenden Radwegs an der S 81 zwischen Auer und der Stadtgrenze zu Dresden noch nicht einmal begonnen. Ganz im Gegenteil: Der Meißner Niederlassungsleiter Holger Wohsmann erklärte auf einer Pressekonferenz noch im April 2018, dass der Radwegebau für seine Behörde keine Priorität habe (Quelle siehe unten).

Pressekontakt für Rückfragen: Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, 0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Link zur Petition: https://openpetition.de/!wpcrs

Quelle zur Aussage "Radwege stehen hintenan": Artikel zum Bauprogramm des LASuV Meißen 2018 vom 26.04.2018: B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

Karte der Radverkehrskonzeption Sachsen im Landkreis Meißen mit den nach Priorität eingezeichneten Radweg-Bauvorhaben: http://www.list.sachsen.de/Radverkehr.html

ADFC Sachsen begrüßt Wettbewerb von Sachsens Verkehrsminister Dulig

Zum ersten Mal sucht der Freistaat Sachsen die fahrradfreundlichste Kommune des Landes. Der Sächsische Fahrradpreis 2019 wird an eine Kommune gehen, die sich in besonderem Maße für die Förderung des Radverkehrs einsetzt. Gleichzeitig soll der vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) Anreize für zukünftige Maßnahmen setzen.

„Mit dem Wettbewerb bringt Verkehrsminister Martin Dulig Schwung in die Förderung des Radverkehrs. Das ist super!“ ist Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, überzeugt.

Noch bis zum 15. März läuft die Bewerbungsfrist zum Sächsischen Fahrradpreis. „Ich bin sehr neugierig auf das Teilnehmerfeld und freue mich auf die Präsentation verschiedenster spannender Rad-Projekte aus Sachsen“, sagt Krause.

Es gibt viele Kriterien, die eine fahrradfreundliche Stadt ausmachen können. Dazu zählt beispielsweise, ob es in der Kommune ein Radverkehrskonzept gibt und wieviel Personal die Stadt für den Radverkehr eingestellt hat. Der ADFC empfiehlt, dass eine Kommune pro 50.000 Einwohner mindestens eine Vollzeitkraft haben sollte, die sich ausschließlich mit dem Radverkehr beschäftigt. Darüber hinaus gibt es auch in Sachsen viele Beispiele, mit denen das Rad fahren in der Stadt attraktiver wird.

So hat zum Beispiel die Stadt Bautzen zahlreiche Einbahnstraßen in der Innenstadt für den Radverkehr in die gegenläufige Richtung geöffnet, die Stadt Frankenberg hat im letzten Jahr eine spektakuläre Rad- und Fußwegbrücke gebaut. Für Aufsehen sorgte auch das Aufstellen von Verkehrsschildern in Radebeul, die darauf hinweisen, dass beim Überholen von Radfahrenden ein Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten ist und die Stadt Ostrau, als sie den Bau eines Radweges an der S 169 in Eigenregie vorantrieb. Spektakulär sind darüber hinaus die jährlichen Radtouren, die die Bürgermeister in Taucha und Oschatz mit ihren Bürgern unternehmen.

Die Jury wird aus Mitgliedern bestehen, die vom SMWA, dem Innenministerium, der TU Dresden, der Landesverkehrswacht, dem Städte- und Gemeindetag, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie dem ADFC Sachsen entsendet werden.

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