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Nachdem Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig in der letzten Woche die Gründung einer sächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft angekündigt hat, erhält er dazu auch Zuspruch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC). Insbesondere Radfahrende profitieren von einer Vereinheitlichung der Nahverkehrstarife in Sachsen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, begrüßt den Vorstoß des Verkehrsministers: "Martin Duligs Vorschlag für eine einheitliche Nahverkehrsstruktur in Sachsen macht uns Hoffnung. Denn sowohl für Pendler als auch für Radtouristen würde dies eine deutliche Vereinfachung bedeuten. Der momentane Flickenteppich an Reglungen, Tarifen und Verantwortlichkeiten ist für nicht eingeweihte kaum zu verstehen.“

Momentan ist die Tarifgestaltung in den fünf Verkehrsverbünden noch unterschiedlich und damit unübersichtlich. So ist die Fahrradmitnahme im Verkehrsverbund Vogtland (VVV), im mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) kostenlos, im Lausitzer ZVON kostet sie hingegen 3,50 Euro am Tag und im Verkehrsverbund Oberelbe 3,00 Euro.

Will man aber das Rad auf einer Strecke von einem zum anderen Verkehrsverbund in der Bahn mitnehmen, kostet die Fahrradmitnahme 5,50 Euro. „Es ist doch niemandem beizubringen, dass die Fahrradmitnahme zwischen Leipzig nach Chemnitz 5,50 Euro kostet, obwohl sowohl der MDV als auch der VMS Fahrräder kostenlos mitnehmen.“ spiegelt der ADFC-Geschäftsführer die Verwunderung vieler Radfahrer über die Eigenarten bisheriger ÖPNV-Tarife wider.

Ein weiteres, kaum nachvollziehbares Beispiel ist die 16-minütige Fahrt von Tharandt nach Niederbobritzsch: Auf dieser kurzen Strecke kostet die Fahrradmitnahme 5,50 Euro und ist damit sogar teurer als das Personenticket, welches 4,80 Euro kostet. Der ADFC-Geschäftsführer weiß auch warum: „Das liegt nur daran, dass zwischen beiden Orten eine Tarifzonengrenze liegt. Und wer in Sachsen mit dem Rad in der Bahn eine solche Grenze überschreitet, muss 5,50 Euro zahlen, egal, was die Radmitnahme in den jeweiligen Verbünden kostet.“ Eine einheitliche Verkehrsgesellschaft kann diese aktuell existierenden Missstände beheben und bietet die Möglichkeit für einheitliche, einfache und transparente Tarife.

Außerdem ermöglicht eine landsweite Verkehrsgesellschaft die Abstimmung eines sachsenweiten Taktfahrplans und eine bessere Anbindung ländlicher Gegenden. Der ADFC Sachsen ist auch zuversichtlich, dass die Nahverkehrsgesellschaft viel leichter diebstahlsichere, wettergeschützte und attraktive Fahrradabstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und Haltepunkten auf den Weg bringen kann. Die mangelhafte Ausstattung von Bahnhöfen mit sicheren Abstellanlagen und Radstationen beklagt der ADFC schon seit vielen Jahren. Dabei sind sie ein wichtiger Teil eines attraktiven und gut ausgelasteten ÖPNV. „Denn wenn die Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV attraktiver und der Wechsel zu umweltfreundlichen Verkehrsarten einfacher wird, steigen zum Schluss auch mehr Menschen vom Auto in die Bahn um.“ so Krause abschließend.

 

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