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Jetzt kommt das Rad zum zug

60% der sächsischen Bahnhöfe verfügen über keine oder nur mangelhafte Abstellanlagen

Der ADFC erfasste die Anzahl und Qualität der Fahrradabstellanlagen an allen 521 sächsischen Bahnhöfen. Die Ergebnisse sind teils ernüchternd: 40% der Bahnhöfe verfügen über keine Abstellanlagen und bei weiteren 20% sind sie äußerst mangelhaft.

In der Bewertung des ADFC erlangten aber auch immerhin 20% die Note 1 oder 2. Hier kommt auf jeden zehnten einsteigenden Fahrgast mindestens eine überdachte und diebstahlsichere Abstellmöglichkeit.

RaddiebstahlEs klingt wie eine völlig unglaubwürdige Räuberpistole. Dutzende Polizeibeamte der Ermittlungszentrale für Fahrraddiebstähle in der Polizeidirektion Leipzig sollen über mehrere Jahre bei Fahrraddieben sichergestellte Fahrräder weiterverkauft und dabei einen geradezu florierenden Handel unterhalten haben.

Schon seit einigen Jahren ist Leipzig deutschlandweit neben Münster als Hot Spot des Fahrraddiebstahls bekannt. Mit 1.700 gestohlenen Rädern pro 100.000 Einwohner ist die Messestadt die deutsche Hauptstadt des Fahrraddiebstahls. Etwa die Hälfte der in Sachsen gemeldeten Fahrraddiebstähle werden in Leipzig zur Anzeige gebracht. Deshalb setzte die Polizei hier auch 2012 eine Spezialeinheit ein, die "Zentrale Bearbeitung Fahrrad" (ZentraB Fahrrad). Im Sommer 2019 wurde die anfänglich als Vorzeigeprojekt geführte Spezialeinheit plötzlich abgewickelt - unerwartet und ohne weitere öffentliche Kommentierung.

2020 06 02 klingeldemo logoHeute knallten in der ADFC-Geschäftsstelle in Dresden die Sektkorken. Die Entscheidung der Großen Koalition in Berlin, zur Krisenbewältigung nach Corona statt auf eine Abwrackprämie auf eine zeitweise Senkung des Mehrwertsteuersatzes und ein Paket weiterer Konjunkturmaßnahmen zu setzen, trifft beim ADFC auf große Zustimmung. Ursprünglich sollte im Kanzleramt am Dienstag ein "Autogipfel" aus Vertretern von Autolobby und Bundesregierung tagen und die Eckpunkte für eine großzügige Automobilförderung festzurren.

Einige Ministerpräsidenten, darunter auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer, forderten eine Autopkaufprämie, die nicht einmal an ökologische Kriterien gebunden ist, was bei Verbänden und Experten schlimmste Befürchtungen und Erinnerungen an die Abwrackprämie von 2009 aufkommen ließ. Der ADFC Sachsen protestierte daraufhin öffentlichkeitswirksam mit einer "Klingeldemo" vor der Sächsischen Staatskanzlei.

Mit der Entscheidung der Bundesregierung vom Mittwoch, den Kauf von Autos nicht pauschal zu fördern, sind zwar auch nicht die Forderungen nach einer Mobilprämie für alle umgesetzt worden, die der ADFC in einem breiten Bündnis zuvor ausgearbeitet hatte. Vermieden werden konnte aber immerhin ein aus verkehrspolitischer und ökologischer Sicht fatales Signal einer pauschalen Autokaufprämie. Mehr noch: Mit dem Abwracken dieser Abwrackprämie ist es einer breiten gesamtgesellschaftlichen Bewegung aus Bürgern, Verbänden und Wissenschaft gelungen, die Autolobby am Durchmarsch durch die Institutionen zu hindern. Das ist nicht nur ein hoffnungsvolles Zeichen, sondern vermutlich auch eine Premiere in der Geschichte der Bundesrepublik.

40% der sächsischen Bahnhöfe verfügen über keine Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.Abstellanlagen. Bei weiteren 20% sind sie äußerst mangelhaft. Dies zeigt eine bisher noch nicht veröffentlichte Studie des ADFC Sachsen. Wir haben uns alle 521 sächsischen Bahnhöfe angeschaut und ermittelt, wie es in jedem einzelnen um das Fahrradparken steht. Die sachsenweite Datenerfassung ist abgeschlossen und eine 40-seitige Ergebnisbroschüre in Druck. Sie enthält neben einer Auswertung aller Bahnhöfe vor allem sinnvolle Hinweise für Gemeinden, Landkreise und Verkehrsverbünde, wie sie ihre Bahnhöfe schnell fit machen können. Denn Know-How und Förderprogramme existieren, sie sind jedoch oft nicht bekannt.

2020 06 02 KlingeldemoHeute haben ADFC Sachsen und BUND Sachsen vor der sächsischen Staatskanzlei gegen die geplante Kaufprämie für Autos protestiert. Etwa 150 Menschen waren am Morgen gekommen, um die Staatsregierung und Ministerpräsident Kretschmer aus dem verkehrspolitischen Alptraum wachzuklingeln. Kretschmer hatte in den letzten Tagen wiederholt eine Prämie für Menschen gefordert, die sich ein Auto kaufen. Diese Prämie solle möglichst "unkompliziert" sein, also ohne ökologische oder mobilitätspolitische Kriterien auskommen.

Als Gegenentwurf formulierte der ADFC in einem bundesweiten Unternehmer- und Verbändebündnis bereits Ende April eine diskriminierungsfreie "Mobilitätsprämie für Alle", die beispielsweise Fahrradkäufe, Nahverkehrsabonnements oder das Car-Sharing unterstützt.

Ein Video der "Klingeldemo" finden Sie auf unserem Flickr-Stream.

adfc insta sharepic mobilpraemie

Klingeldemo am 2. Juni an der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden

Durch Corona hat sich das Leben fast aller Menschen in Deutschland schlagartig verändert. Sie stehen jetzt vor der Entscheidung, wie sie ihre Mobilität nach dem Lockdown neu organisieren. Das ist eine Chance für saubere und staufreie Mobilität in den Städten und für längst überfällige Schritte im Klimaschutz. Schon jetzt werden dabei die Weichen für die kommenden Monate und Jahre gestellt: Für Dienstag ist ein "Autogipfel" mit Bundeskanzlerin Merkel und Vertretern der Autobranche angekündigt, schon Mittwoch, so der Buschfunk, will die Bundesregierung über die Abwrackprämie entscheiden.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warb in den vergangenen Wochen immer wieder für eine Autokaufprämie unabhängig von Umweltvorgaben. Der ADFC will nicht, dass die Regierung den Bürger*innen die Verkehrsmittelwahl diktiert, sondern ihnen alle Optionen ermöglicht!

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