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Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) unterstützt die Proteste für einen Radweg an der Staatsstraße 31 bei Mügeln. Der vor sechs Jahren neu gebaute Streckenabschnitt der S 31 zwischen dem Anschluss der A 14 Leisnig/Mügeln und der Ortslage Naundorf zeichnet sich durch besonders schnellen und dichten Autoverkehr aus. Die Trassenführung mit den großen Kurvenradien lädt regelrecht zum Fahren mit überhöhten Geschwindigkeiten ein. Da Radwege fehlen, sind Pendler und Schulkinder sind gezwungen, sich diese Piste mit den Autos zu teilen.

„Wenn es an so einer Strecke keinen Radweg gibt, traut sich natürlich kaum jemand mit dem Rad hier entlang" sagt Janek Mücksch, Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen. 73% der Sachsen fühlen sich gefährdet, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. Dies zeigt der aktuelle Fahrradklima-Test des ADFC.

Mücksch wird heute an der Protestaktion der Bürgerinitiative auf der S 31 teilnehmen. Der ADFC unterstützt die Mügelner in ihrer Forderung, dass endlich etwas passiert. Doch der fehlende Radweg an der S 31 ist kein Einzelfall. Der Sparkurs des Freistaats führt dazu, dass der Radwegebau seit Jahren nicht voran kommt.

„Der Radwegebau in Sachsen ist praktisch eingeschlafen. Verkehrsminister Martin Dulig verspricht 100 Kilometer neue Radwege im Jahr und schaffte im Jahr 2020 aber nur sechs Kilometer. Martin Dulig muss endlich eine Priorität beim Bau von neuen Radwegen an Staats- und Bundesstraßen setzen. Insbesondere bei Mügeln ist der Bau eines Radweges an der S 31 auch rechtlich geboten“ erörtert Janek Mücksch. Laut der Straßenverkehrszählung 2015 passieren 3.800 Autos am Tag die Strecke, der Schwerlastanteil liegt bei über acht Prozent. Ab einer Verkehrsbelegung von 2.500 Autos pro Tag muss eigentlich ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden.
 
Hintergrund

Der Radwegebau in Sachsen stagniert: Nur 17% der sächsischen Staats- und Bundesstraßen sind bisher mit einem Radweg ausgestattet. Dabei will Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig bis 2025 noch fast 500 km Radweg an Staats- und Bundesstraßen fertigstellen, also 100 km Radweg pro Jahr. Doch der Radwegebau an Sachsens Staats- und Bundesstraßen erreicht neue Tiefststände: Während der Freistaat 2019 immerhin knapp 11 km Radwege fertigstellte, sank der Wert 2020 auf 6,5 km ab. Das geht aus einer Kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten Marco Böhme hervor.
 
Daten zum Radwegebau in den letzten zehnJahren in Sachsen: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/f5PoSXYd7DLfPdz
 
Kleine Anfrage im Landtag: Hintergrund zum Fortschritt des Radwegebaus an Staats- und Bundesstraßen in Sachsen: https://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=5792&dok_art=Drs&leg_per=7&pos_dok=1&dok_id=undefined
 
Kleine Anfrage im Landtag: Hintergrund zur Verkehrszählung aus dem Jahr 2015: https://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=10477&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

 

Seit 2008 fordern Bürger in Radeberg, Liegau und Langebrück einen Radweg an der Staatsstraße 180, die die drei Orte verbindet. Doch trotz viel Fürsprache, Petitionen und Konzepten ist auch 13 Jahre später von der wichtigen Verbindung noch nichts zu sehen. Deshalb laden Radbegeisterte aus den drei Orten am 10. September zu einer Fahrraddemo entlang der S 180 ein.

Nun schaltet sich auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) in die Diskussion ein. Denn immer mehr Menschen möchten ihre Wege mit dem Rad zurücklegen, doch Sachsen kommt mit dem Bau von Radwegen nicht hinterher.

"Schon seit über zehn Jahren warten die Leute auf eine sichere Verbindung zwischen Radeberg, Langebrück und Dresden-Klotzsche. Hier muss endlich etwas passieren, immerhin ist die Strecke für viele Pendler nach Dresden wichtig und für viele Kinder der Weg zur Schule." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

"Wir haben den Eindruck, dass die sächsische Staatsregierung aus Liebe zur schwarzen Null den Bau sicherer Wege bewusst bremst. Das muss sich ändern. Sicherheit für Radfahrende muss endlich einen höheren Stellenwert bekommen." sagt Krause. Seit Jahren fehlten beim Land Planer zum Ausbau des Radwegenetzes, doch die Regierung Kretschmer steuere nicht nach.

"Die Menschen haben ein Recht, auf ihren Wegen unversehrt anzukommen. An der S 180 muss es endlich voran gehen." betont Krause. Bis der Radweg fertig gestellt ist, könne das Verkehrsministerium die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h absenken. Denn der wachsende Autoverkehr sei auf der schmalen Straße eine unmittelbare Gefahr für schwächere Verkehrsteilnehmer. "Auf allen Überland-Abschnitten zwischen Radeberg und Dresden-Klotzsche wäre das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung." ist sich der ADFC-Geschäftsführer sicher. Beim Kampf für den Radweg wird der ADFC die Anwohner auch in Zukunft unterstützen.

 

Hintergrund

Seit vielen Jahren kämpfen die Bürger von Langebrück, Liegau und Radeberg dafür, dass sie ans Radwegenetz angebunden werden und sichere Wege zwischen den Orten entstehen. Doch der Radwegebau in Sachsen hat sich in den letzten Jahren stark verlangsamt und droht nun komplett zum Stillstand zu kommen. Während der Freistaat 2019 immerhin knapp 11 km Radwege an Staats- und Bundesstraßen fertigstellte, sank der Wert 2020 auf 6,5 km ab. Auch dieses Jahr wird von den bis 2025 geplanten 500 km Radwegen an Staats- und Bundesstraßen kaum etwas realisiert werden.

Hauptgrund dafür ist eine Sparpolitik von Sachsens Regierung, die dazu führt, dass die Personaldecke in Planungs- und Genehmigungsbehörden extrem angespannt ist. 25 neue Radwege-Planer forderte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) ab 2022, Sachsens Finanzminister blockierte diese zusätzlichen Stellen. Angesichts dieser Situation erwartet der ADFC Sachsen, dass der Freistaat Sachsen auch in den nächsten Jahren nur vereinzelte Radwegprojekte fertigstellen wird.

ADFC: MP Kretschmer verkennt touristische Bedeutung der Lausitz

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen (ADFC) kritisiert die ausgesetzte Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden-Görlitz. Denn Fernverkehr auf dieser Strecke ist eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Ausbau des Radtourismus in der Oberlausitz. Eigentlich ist die Elektrifizierung der Strecke seit Jahren geplant und vor der Landtagswahl 2019 versprochen worden. Nun erteilte Ministerpräsident Kretschmer den Plänen eine Absage: Die Strecke wird zukünftig auch weiterhin nur mit Dieselloks befahren werden. Aus Sicht des ADFC ist dies ein schwerer Dämpfer für den Tourismus in der Lausitz.

„Dass Michael Kretschmer als Kenner der Lausitz den Tourismus so hängen lässt, wundert mich sehr. Insbesondere Radtouristen sind auf zuverlässige und schnelle Züge mit ausreichenden Transportkapazität angewiesen. Und Fernverkehr in die Lausitz wird es nur auf einer elektrifizierten Strecke geben“ ist Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen überzeugt.

Bereits jetzt verfügt die Lausitz über wichtige touristische Routen wie die Seenland-Route, den Oder-Neiße-Radweg und den Spree-Radweg. „Die Corona-Pandemie hat dem Radtourismus nochmal einen kräftigen Schub gegeben. Radreisende sind bereit, viel Geld für Verpflegung, Gastronomie und Unterkunft in die Region zu bringen. Die Lausitz hat enormes radtouristisches Potential. Das müssen wir endlich nutzen! Und dazu gehört eben auch, den Touristen aus der gesamten Republik sowie Polen und Tschechien komfortabel mit der Bahn anreisen können“, ist Krause überzeugt.

Hintergrund

Bereits jetzt beginnt jede dritte Radreise mit einer Zugfahrt. Dies geht aus der jährlichen Radreise-Analyse der ADFC hervor. Aus Sicht des ADFC wäre das Potential noch wesentlich größer, wenn die Geschwindigkeiten und Mitnahmekapazitäten in den Zügen stärker auf Radtouristen eingestellt wären. Im Gegensatz zur Anreise mit dem eigenen Auto bietet eine Zuganfahrt auch die Möglichkeit, dass sich Start- und Zielort unterscheiden können. Dies trifft auf die meisten Radreisen zu, erlaubt mehr Kombintationsmöglichkeiten und führt dazu, dass die Menschen zum Urlaub öfter in de Region  zurück kommen.

Seit vielen Jahren boomt der Radtourismus in Deutschland. Doch an der Oberlausitz geht dieser Boom bislang in weiten Teilen vorbei. Obowhl die Region mit restaurierten Stadtkernen, interessanten Sehenswürdigkeiten und einer abwechslungsreichen Landschaft eigentlich eine Menge für den Urlaub auf dem Rad bietet, ist hier bisher radtouristisch wenig los. Das liegt nicht nur an Lücken im Radwegenetz, sondern ist aus Sicht des ADFC ganz wesentlich auf die schlechte Bahnanbindung von Ostsachsen zurückzuführen.

 

Weiterführende Informationen:

- Abschlussbericht Kohlekommission: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/A/abschlussbericht-kommission-wachstum-strukturwandel-und-beschaeftigung.pdf?__blob=publicationFile&v=4

- Radreise-Analyse des ADFC: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/ADFC-_Radreiseanalyse_2021_-_Praesentation.pdf

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) plant zwischen Annaberg-Buchholz und der Querung des Zschopautals den Ausbau der Bundesstraße B 95. Als wichtige Verbindungsstrecke von Annaberg nach Norden wäre die Straße auch interessant für Pendler, die aus der Umgebung mit dem Rad nach Annaberg fahren sowie für Radtouristen, die von Chemnitz ins Erzgebirge unterwegs sind. Deshalb setzt sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schon seit mehreren Jahren für einen durchgängigen Radweg an der Bundesstraße ein. Doch ein solcher Radweg ist nicht geplant.

"Die Planung der B 95 nördlich von Annaberg bietet die Chance, dass Annaberg-Buchholz per Rad besser erreichbar wird. Doch Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig scheint diese Chance nicht ergreifen zu wollen. Der Fahrradboom der letzten Jahre ist an dieser veralteten Planung offensichtlich völlig vorbeigegangen. Gerade auch außerhalb der Großstädte braucht Sachsen Alternativen zum Auto. Und das kann auf einer so wichtigen Bundesstraße wie der B 95 nur mit einem Radweg funktionieren." sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Eine Stellungnahme des ADFC für einen Radweg an der B 95 wurde vom LASuV rundheraus zurückgewiesen. Die Plauener Niederlassung von Sachsens Straßenbaubehörde führt die angeblich zu starke Steigung der B 95 als Argument ins Feld, dass die Straße für Radfahrer uninteressant sei. "Doch im Vergleich zu vielen anderen Straßen im Umfeld zeichnet sich gerade die B 95 durch ein vergleichsweise gemäßigtes Streckenprofil aus. Durch die neue Brücke über die Zschopau werden viele Höhenmeter eingespart." weiß der ADFC-Geschäftsführer. Auch alternative parallel verlaufende Routen für den Radverkehr konnten im Planungsprozess keine gefunden werden.

"Immer mehr Leute wollen Radfahren. Damit das geht, braucht Sachsen endlich ein funktionierendes Radwegenetz, nicht nur im Flachland. Mein Eindruck ist, dass viele Leute nicht wegen ein paar Steigungen, sondern wegen fehlender Radwege Angst beim Radfahren haben oder ganz darauf verzichten. Aber auf einer Straße wie der B 95 wirft sich natürlich keiner freiwillig zwischen Pkw und Laster." sagt Krause. Der starke Zuwachs bei elektrisch unterstützten Fahrrädern macht die Mobilität per Rad gerade auch in bergigen Regionen immer interessanter. Allein im letzten Jahr gingen deutschlandweit über 2 Mio. E-Bikes über die Ladentheke. Doch diese Entwicklungen scheinen in den veralteten Planungen zur B 95 überhaupt keine Rolle gespielt zu haben.

 

Hintergrund

Aktuell verfügen nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Seit Jahren stockt der Ausbau des Radwegenetzes an Bundesstraßen in Sachsen. Von den 250 km Radwegen an Bundesstraßen, die Sachsens Regierung bis 2025 bauen will, hat Verkehrsminister Martin Dulig seit 2015 nur knapp 60 geschafft. Im letzen Jahr sind sogar nur 2 km Radwege an Bundesstraßen dem Verkehr übergeben worden. Als der sächsische Verkehrsminister im August 2019 die Neufassung der Sächsischen Radverkehrskonzeption vor der Landtagswahl vorstellte, war dies noch mit dem Versprechen verbunden, dass beim Neu- und Ausbau von Bundes- und Staatsstraßen stets Radwege von Beginn an mit angelegt werden, wenn geeignete sonstige Führungen fehlen (s. Pressemitteilung des SMWA unten). Der ADFC befürchtet, dass die Ziele der Sächsischen Radverkehrskonzeption angesichts dieses Zwischenstands immer mehr in sich zusammenfallen.

Dem gegenüber steht ein Boom des Radverkehrs: 5 Mio. Fahrräder wurden allein 2020 verkauft, davon 2 Mio. mit elektrischer Unterstützung. Auch die Bundesregierung will beim Bau von Radwegen an Bundesstraßen an Tempo zulegen. Mit der Neufassung der "Grundsätze für Bau und Finanzierung von Radwegen an Bundesstraßen in der Baulast des Bundes" muss nun bei Baumaßnahmen an Bundesstraßen eine geeignete Führung des Radverkehrs gefunden werden. Diese neue Regelung scheint in Sachsen bisher noch nicht angekommen zu sein.

Auch Sachsens schwarz-rot-grüne Regierung hat sich Ende 2019 noch einmal ausdrücklich vorgenommen, Bedingungen zu schaffen, damit sich der Radverkehr bis 2025 verdoppelt. Bisher sieht es aber nicht so aus, dass der Radwegebau an Bundesstraßen deshalb nun Fahrt aufnehmen würde. Weder hat die Koalition alte Verkehrsplanungen ohne Radweg auf den Prüfstand gestellt, noch wurde mit dem Beschluss des Landeshaushalts im Mai 2021 das Personal beim LASuV in dem Maß aufgestockt, wie es nach dem regierungsinternem Konzept "LASuV 2021" eigentlich notwendig wäre. Fehlende Planungskapazitäten der Landesbehörde sind daher eine Hauptursache, dass der Radwegeausbau in Sachsen nicht voran kommt.

Dabei finanziert den Radwegebau an Bundesstraßen die Bundesregierung zu 100%. Die Länder müssen lediglich die notwendigen Planungen durchführen und sind für den Bau zuständig. Doch offensichtlich scheitert der Fortschritt am Personalmangel im LASuV und seinen Niederlassungen. Aus diesem Grund verfallen viele Millionen für Radwege an Bundesstraßen, die dem Freistaat eigentlich zustehen.

 

 

Anlagen

Stellungnahme des ADFC Sachsen zur Planung B 95 nördlich Annaberg: https://adfc-sachsen.de/files/stellungnahmen/2017-07-17-B95-Stellungnahme.pdf

Reaktion auf Stellungnahme des ADFC, LASuV NL Plauen: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/ZFwzpsPayajNSpB

Grundsätze für Bau und Finanzierung von Radwegen an Bundesstraßen in der Baulast des Bundes: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/StV/grundsaetze-bau-finanzierung-radwege-bundesstrassen-baulast-des-bundes

Pressemitteilung des SMWA zur Veröffentlichung der Radverkehrskonzeption, August 2019: https://medienservice.sachsen.de/medien/news/227931

Passend zum nahenden Sommer hat der ADFC Sachsen die neue Auflage des Radtourenbuchs für den Radweg Berlin-Dresden herausgegeben. Die 251 km lange Route zwischen Berlin und Dresden eignet sich sowohl als gemütliche Familientour in mehreren Etappen als auch für einen flotternZweitagesritt auf dem Rennrad. Denn der Geheimtipp auf dem Rad verläuft zumeist über ruhige Wege und kleine Nebenstraßen. Quer durch die Natur, abseits vom Autoverkehr verläuft die Route ohne große Umwege zwischen Berlin und Dresden.

Zwischen Start- und Zielpunkt gibt es an der Route immer wieder Anlässe, eine Pause einzulegen. Angefangen vom Spreewald, über Schlösser wie Altdöbern oder Burgen wie die Slawenburg in Raddusch, bis zum Badeseenparadies im Lausitzer Seenland: Auf dem Radweg Berlin-Dresden finden Radreisende links und rechts der Strecke viele abwechslungsreiche Zwischenziele. Bisher ist entlang der Route noch keine Ausschilderung eingerichtet, deshalb empfiehlt der ADFC allen Interessierten zur leichten Orientierung die Radtourenkarte.

Seit 20. Mai ist die Karte zum Radweg Berlin-Dresden erhältlich. Neben Schlössern, Badeseen und Aussichtspunkten finden Radtouristen in der neuen Ausgabe zur besseren Navigation auch die leicht erkennbaren numerierten Knotenpunkte des Brandenburger Radwegenetzes. Ebenso sind alle vom ADFC zertifizierten fahrradfreundlichen Bett+Bike-Übernachtungsmöglichkeiten an der Route eingetragen.

Die Karte erhalten Sie im gut sortierten Buchhandel (ISBN: 978-3-00-068976-5) oder über die Online-Bestellung auf www.radweg-berlin-dresden.de.

Der Sächsische Landtag stellt für das Jahr 2022 mehr Geld für den kommunalen Radwegebau bereit. Mit dem Beschluss des Doppelhaushalts 2021/2 erhöhte das Parlament die Mittel für den Radwegebau in sächsischen Gemeinden und Landkreisen von ursprünglich veranschlagten 2,4 Millionen auf 7,4 Millionen. Darüber hinaus erhöhten die Abgeordneten auch die Mittel für die sächsische Lastenradförderung. In den Jahren 2021 und 2022 stehen außerdem 2 Millionen Euro für Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen bereit.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen begrüßt den Haushaltbeschluss: „Radfahren liegt im Trend, nicht erst seit der Corona-Pandemie. Die Abgeordneten von CDU, Grünen und SPD haben das richtig erkannt und erfreulicherweise mehr Geld für den kommunalen Radwegebau bereitgestellt. Der beängstigende Sparkurs von Verkehrsminister Dulig beim Radverkehr konnte damit zumindest teilweise aufgehalten werden.“

Ursprünglich sah der Haushaltsentwurf der Staatsregierung erhebliche Einschnitte beim Radverkehr vor. Beim Radwegebau an Staats- und Bundesstraßen sind die Sachsen allerdings weiterhin dem Rotstift des Verkehrsministers ausgesetzt. „Sachsen hat sich eigentlich das Ziel gesetzt, bis 2025 noch knapp 500 Kilometer Radwege an Bundes- und Staatsstraßen zu bauen, hat aber letztes Jahr nur mickrige 13 Kilometer geschafft. Der Freistaat lässt Schüler und Berufspendler im ländlichen Raum leider immer noch ihre Alltagswege auf stark befahrenen Straßen zurücklegen, mitten im Autoverkehr“ erklärt Konrad Krause.

Hintergrund:

Der Haushaltsentwurf von Verkehrsminister Dulig sah ursprünglich eine Abschmelzung der Mittel für den kommunalen Radwegebau von 11,7 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro vor. Der Landtag konnte die geplante Kürzung für das Jahr 2022 korrigieren. Für Kommunen stehen nun in diesem Jahr immerhin 7,4 Millionen Euro und Mittel aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“ bereit.

Des Weiteren stellt Sachsen im beschlossenen Doppelhaushalt erstmals Gelder für Bike&Ride-Anlagen bereit, so kann der Bau sicherer Fahrradabstellanlagen an Sachsens Bahnhöfen Fahrt aufnehmen. Außerdem verdoppelte der Landtag die Mittel für die Förderung von Lastenrädern auf 1,2 Millionen für die Jahre 2021 und 2022. Auch wurden Mittel für drei zusätzliche Radplanerstellen bereitgestellt. Die Beschilderung für Radwege und die interkommunale Arbeitsgemeinschaft Rad.SN wird nach dem Beschluss des Landtages ebenfalls besser ausgestattet, als dies der Entwurf des Verkehrsministers ursprünglich vorsah.

Grafik zum Doppelhaushalt des Freistaat Sachsen 2021/22: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/8piFiEkFBm3qKod

ADFC zertifiziert neue Bett+Bike-Unterkunft am Elberadweg in Sörnewitz

Mit dem „Boselblick“ in Sörnewitz hat der ADFC diese Woche die 161. fahrradfreundliche Unterkunft in Sachsen mit dem Bett+Bike-Label zertifiziert. Die Herberge im ehemaligen Gemeindeamt Sörnewitz mit einem großzügigen Biergarten befindet sich direkt am Elberadweg. Sie wird seit März von der Schwerterbrauerei aus Meißen bewirtschaftet. Die sieben Gästezimmer bieten Radurlaubern ein Dach über dem Kopf, die Fahrräder stehen währenddesen sicher verschlossen im Keller. Zum Trocken von Ausrüstung und Kleidung steht ein spezieller Raum zur Verfügung. Für frisches Frühstück sorgt der benachbarte Boselbäcker. Damit erfüllt der Boselblick die Anforderungen des ADFC für fahrradfreundliche Beherbergungsbetriebe.

„Viele Gastgeber haben sich besonders auf Bedürfnisse von Urlaubern mit E-Bike eingestellt.“ so Janine Häser, Radtourismusreferentin beim ADFC Sachsen. „31 % der Radausflüge wurden letztes Jahr mit elektrischer Unterstützung durchgeführt.“ Auch der Boselblick bietet seinen Rad fahrenden Übernachtungsgästen eine Ladestation der Fahrradakkus.

Viele Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienhausvermieter in Sachsen bereiten sich auf die Radurlaubssaison vor. So ist es kein Wunder, dass die Anzahl der vom ADFC zertifizierten fahrradfreundlichen Unterkünfte seit Anfang des Jahres deutlich ansteigt. Allein am sächsischen Abschnitt des Elberadwegs erwarten Radurlauber mittlerweile mehr als 50 Unterkünfte mit dem Bett+Bike-Label.

 

Hintergrund

Seit über 25 Jahren steht Bett+Bike für Qualität im Radtourismus. Fahrradurlauber können aus 5.800 Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Naturfreundehäusern und Campingplätzen wählen, die sich besonders auf die Bedürfnisse von Rad fahrenden Gästen einstellen. Bett+Bike hat sich zu einer einzigartigen Marke im Radtourismus entwickelt, die für Qualität und Nachhaltigkeit bekannt ist. Bett+Bike bezieht sich nicht nur auf Deutschland, mittlerweile haben sich dem Netzwerk europäische Länder wie Österreich, Luxemburg, Dänemark und Belgien angeschlossen.

Schon seit einigen Jahren gewinnt der Radtourismus in Deutschland an Fahrt. Im vergangenen Jahr konnten Radreisen durch heimische Gefilde der Corona-Krise im Tourismus besonders gut trotzen. Und der Erfolg scheint sich fortzusetzen: 77 % der Radreisenden, die 2020 einen Radurlaub gemacht haben, wollen dies 2021 wiederholen. Sogar 49 % derjenigen Personen, die 2020 keinen Radurlaub gemacht haben planen, 2021 eine Radreise zu unternehmen. Das hat der ADFC in der im März veröffentlichten Radreiseanalyse herausgefunden.

Weitere Informationen zur Zertifizierung fahrradfreundlicher Unterkünfte finden Sie auf www.bettundbike.de. Auf dem Portal finden Sie für jede Radreise den passenden Gastgeber. Zudem bieten Reise- und Tourentipps weitere Planungshilfen. Mit der Bett+Bike-App kann bequem unterwegs der passende Gastgeber ausgewählt werden.

Streit um Radwegebau sorgt für Krach in der Koalition

Die Landtagsabgeordnete Ines Springer (CDU) fühlt sich mit Blick auf den schleppenden Radwegebau in Sachsen „verschaukelt, entmutigt und geleimt.“ Formulierungen, mit denen sich die langjährige Abgeordnete in einem offenen Brief an Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) wendet. Springer führt als Beispiel den Mulderadweg zwischen Glauchau und Remse an. Obwohl nun schon seit Beginn des Jahrtausends eine Routenführung diskutiert und erarbeitet wird, warten Pendler und Touristen weiter auf eine sichere Radverbindung an dieser Stelle.

„Der Radwegebau in Sachsen hat sich in den letzten Jahren stark verlangsamt und droht nun komplett zum Stillstand zu kommen. Es verwundert mich kaum, dass jetzt auch bei CDU-Abgeordneten der Geduldsfaden reißt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Während der Freistaat 2019 immerhin knapp 11 km Radwege an Staats- und Bundesstraßen fertigstellte, sank der Wert 2020 auf 6,5 km ab. Eigentlich hatte sich Sachsen das Ziel gesetzt, bis 2025 jährlich rund 100 Kilometer neue Radwege fertig zu stellen. „Um den Tiefflug zu beenden, muss Verkehrsminister Martin Dulig den Radwegebau endlich zur Chefsache machen. Ines Springer hat richtig erkannt, dass durch Sonntagsreden allein kein Meter Radweg entsteht. Sachsen braucht mehr Geld für Radwege und vor allem mehr qualifizierte Radplaner, damit Tempo in die Planungsprozesse kommt" sagt Krause.

Bereits im Jahr 2007 hat der ADFC im Auftrag des damaligen Landkreises Chemnitzer Land Unzulänglichkeiten und Mängel am Mulderadweg untersucht. Die Mängelanalyse enthielt zahlreiche Vorschläge zur Verbessrung von Routenführung, Wegequalität und Beschilderung, von denen noch heute die meisten nicht umgesetzt sind. 

 

Hintergrund:

Abseits des Elberadweges nutzt der Freistaat seine radtouristischen Potentiale bisher kaum. Unter den zehn beliebtesten Radrouten Deutschlands ist der Elberadweg der einzige Radweg, der durch Sachsen führt. Dies geht aus der jährlichen Radreiseanalyse des ADFC hervor. Nach Einschätzung des ADFC hätte der Mulderadweg durchaus das Potential, in die Liga der Spitzenreiter einzusteigen. Dafür bedarf es jedoch noch einiger Lückenschlüsse und einen besseren Ausbaustandard.

Auch beim Radwegebau an Staats- und Bundesstraßen sieht es in Sachsen kaum besser aus: Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad mit einem Radweg sogar nur 11 %.

Ergebnisse der Radreiseanalyse 2021: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/ADFC-_Radreiseanalyse_2021_-_Praesentation.pdf

Offener Brief von Ines Springer an Staatsminister Martin Dulig: http://www.ines-springer.net/offener-brief-radwegebau

Überdurchschnittlich viele Menschen haben letztes Jahr das Radfahren neu entdeckt, der sächsische Fahrradhandel boomt und auch die Hersteller kommen kaum nach mit der Produktion von Fahrrädern. Doch nicht nur das: Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club verzeichnet ein starkes Mitgliederwachstum. Zum Anfang des Monats nahm der sächsische Landesverband des ADFC sein 8.000. Mitglied auf. Mehr als 1.000 zusätzliche Mitglieder sind seit Mai 2020 hinzugekommen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, freut das: „Wir sin begeistert vom Zuspruch, den der ADFC in den letzten Monaten erhalten hat. immer mehr Menschen in Sachsen möchten auf ihren alltäglichen Wegen mit dem Rad sicher und zügig vorankommen. Immer mehr Menschen engagieren sich deshalb auch ehrenamtlich im ADFC. Immer mehr Menschen wollen den ADFC als starke Stimme für die Verkehrswende stärken und unterstützen uns deshalb mit ihrer Mitgliedschaft oder einer Spende."

Besonders in Dresden (4.500 Mitglieder), Leipzig (1.850 Mitglieder) und Chemnitz (570 Mitglieder) ist der ADFC stark vertreten. "Unsere Mitglieder sind besonders in den großen Städten aktiv", weiß auch ADFC-Geschäftsführer Krause. "Die Leute treten dem ADFC vor allem bei, weil sie sich endlich sichtbare Verbesserungen im Radwegenetz wünschen und unseren Druck auf die Politik verstärken wollen." Auch bundesweit wächst der ADFC. Inzwischen sind über 200.000 Radfahrer im Club organisiert.

 

Radtouren, Pannenhilfe, Service - aber vor allem mehr Druck für sichere Radwege

Der 1979 in Bremen gegründete ADFC berät seine Mitglieder zu fragen rund ums Radfahren, bietet geführte Radtouren an und setzt sich für lückenlose und sichere Radwegenetze ein. Getragen wird die Arbeit des ADFC Ort größtenteils von ehrenamtlich Engagierten, die sich in kommunalpolitische und planerische Prozesse einbringen. Der ADFC Sachsen hat außerdem zwei Stellen für Bundesfreiwillige, von denen eine ab Juni neu zu besetzen ist.

ADFC-Mitglieder profitieren darüber hinaus von der ADFC-Pannenhilfe, die im Fall einer Havarie Rad und Fahrer unter die Arme greift und, falls die Panne nicht vor Ort behoben werden kann, bis zur nächsten Fahrradwerkstatt bringt. Des Weiteren zeichnet der ADFC fahrradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Bett+Bike-Zertifikat aus. In Sachsen gibt es aktuell knapp 200 Bett+Bike-Unterkünfte.

Eine Einzelmitgliedschaft im ADFC kostet 56€ jährlich, der Mitgliedsbeitrag für unter 27-jährige liegt bei 33€. Darüber hinaus bietet der ADFC Haushalts- und Familienmitgliedschaften an für 68€ im Jahr an.

 

Weitere Informationen:

Zur ADFC-Pannenhilfe: www.adfc.de/artikel/die-adfc-pannenhilfe/

Zu Mitgliedervorteilen des ADFC: www.adfc.de/sei-dabei/

Zum Projekt Bett+Bike: www.bettundbike.de

Zum Projekt fahrradfreundlicher Arbeitgeber: www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de/

Aktion von ADFC und AOK ermuntert Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit zum Umstieg auf das Rad

Am 1. Mai startet erneut die gemeinsame Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Die Aktion von ADFC und AOK will Menschen dazu motivieren, für den Weg zur Arbeit öfter das Auto stehen zu lassen und stattdessen das Rad zu nehmen.

"Viele Menschen haben in den letzten Monaten das Rad neu für sich entdeckt. Das ist eine großartige Entwicklung, sowohl für die Gesundheit als auch die Luftqualität in unseren Städten. Der ADFC möchte dazu beitragen, dass sich der Trend zum Pendeln mit dem Rad verstetigt und die Menschen Spaß dabei haben. Der Erfolg der Aktion in den letzten Jahren zeigt uns, dass viele Leute sich vorstellen können, aufs Rad umzusteigen.“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen.

Bis zum 31. August kann man mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit Kilometer sammeln. Wer aufgrund von Corona momentan zu Hause arbeitet, kann auch Fahrten rund ums Homeoffice anrechnen. Interessierte können sich auf der Webseite der Aktion Mit dem Rad zur Arbeit https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de anmelden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Angeboten für fahrradfreundliche Arbeitgeber und solche, die es werden wollen. Denn mit passenden Anreizen steigen auch viele Menschen aufs Rad, die bisher gezögert haben. 

 

Über Mit dem Rad zur Arbeit

Mit der Aktion motivieren ADFC und AOK jedes Jahr unzählige Menschen dazu, auch dauerhaft auf gesunde und umweltfreundliche Fortbewegung zu setzen und in die Pedale statt aufs Gas zu treten. Rund 265.000 Beschäftigte sind im vergangenen Jahr mitgeradelt: Ein neuer Teilnahmerekord.

Auch Arbeitgeber profitieren von der Aktion, denn Unternehmen, deren Mitarbeiter mit dem Rad zur Arbeit kommen, haben einen niedrigeren Krankenstand, können sich teure Pkw-Stellplätze sparen und eigene Nachhaltigkeitsziele besser erreichen. Im letzten Jahr war die Coronakrise für viele Arbeitnehmer ein Anlass, für den Arbeitsweg das Rad zu nehmen. Immer öfter fragen sie sichere Abstellmöglichkeiten für E-Bikes an, mit denen längere Strecken zur Arbeit geradelt werden können. Auch Angebote zum Duschen oder Umziehen und die flexible Wahl zwischen Dienstwagen und Dienstfahrrad können die Zahl der Fahrradpendler:innen in der Belegschaft steigern. Weitere Tipps und Vorschläge erhalten Unternehmen auf der Website der Aktion https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de.

Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der Zusammenarbeit mit dem ADFC-Angebot „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“. In einem interaktiven Online-Selbstcheck https://www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de/ können Arbeitgeber zunächst testen, wie fahrradfreundlich ihr Unternehmen ist. In einem kostenlosen Webinar werden Praxisbeispiele und Infos zum Trendthema Radleasing erläutert. Hier stellen sich auch zwei Unternehmen vor, die als Fahrradfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert wurden. Außerdem werden Arbeitgebern anwenderfreundliche Microsites angeboten, um eine Mitarbeiteraktion auf der eigenen Webseite zu starten.

Das Zertifikat „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ wird vom ADFC vergeben. Arbeitgeber erhöhen so ihre Attraktivität für Arbeitnehmer:innen und zeigen, dass auch sie etwas tun können, um mehr Leute zum Radfahren zu ermutigen.

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