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Streit um Radwegebau sorgt für Krach in der Koalition

Die Landtagsabgeordnete Ines Springer (CDU) fühlt sich mit Blick auf den schleppenden Radwegebau in Sachsen „verschaukelt, entmutigt und geleimt.“ Formulierungen, mit denen sich die langjährige Abgeordnete in einem offenen Brief an Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) wendet. Springer führt als Beispiel den Mulderadweg zwischen Glauchau und Remse an. Obwohl nun schon seit Beginn des Jahrtausends eine Routenführung diskutiert und erarbeitet wird, warten Pendler und Touristen weiter auf eine sichere Radverbindung an dieser Stelle.

„Der Radwegebau in Sachsen hat sich in den letzten Jahren stark verlangsamt und droht nun komplett zum Stillstand zu kommen. Es verwundert mich kaum, dass jetzt auch bei CDU-Abgeordneten der Geduldsfaden reißt“ sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Während der Freistaat 2019 immerhin knapp 11 km Radwege an Staats- und Bundesstraßen fertigstellte, sank der Wert 2020 auf 6,5 km ab. Eigentlich hatte sich Sachsen das Ziel gesetzt, bis 2025 jährlich rund 100 Kilometer neue Radwege fertig zu stellen. „Um den Tiefflug zu beenden, muss Verkehrsminister Martin Dulig den Radwegebau endlich zur Chefsache machen. Ines Springer hat richtig erkannt, dass durch Sonntagsreden allein kein Meter Radweg entsteht. Sachsen braucht mehr Geld für Radwege und vor allem mehr qualifizierte Radplaner, damit Tempo in die Planungsprozesse kommt" sagt Krause.

Bereits im Jahr 2007 hat der ADFC im Auftrag des damaligen Landkreises Chemnitzer Land Unzulänglichkeiten und Mängel am Mulderadweg untersucht. Die Mängelanalyse enthielt zahlreiche Vorschläge zur Verbessrung von Routenführung, Wegequalität und Beschilderung, von denen noch heute die meisten nicht umgesetzt sind. 

 

Hintergrund:

Abseits des Elberadweges nutzt der Freistaat seine radtouristischen Potentiale bisher kaum. Unter den zehn beliebtesten Radrouten Deutschlands ist der Elberadweg der einzige Radweg, der durch Sachsen führt. Dies geht aus der jährlichen Radreiseanalyse des ADFC hervor. Nach Einschätzung des ADFC hätte der Mulderadweg durchaus das Potential, in die Liga der Spitzenreiter einzusteigen. Dafür bedarf es jedoch noch einiger Lückenschlüsse und einen besseren Ausbaustandard.

Auch beim Radwegebau an Staats- und Bundesstraßen sieht es in Sachsen kaum besser aus: Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40 % liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad mit einem Radweg sogar nur 11 %.

Ergebnisse der Radreiseanalyse 2021: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/ADFC-_Radreiseanalyse_2021_-_Praesentation.pdf

Offener Brief von Ines Springer an Staatsminister Martin Dulig: http://www.ines-springer.net/offener-brief-radwegebau

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