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Logo RadSNSeit etwa zehn Jahren erleben Rad- und Fußverkehr in Deutschland einen Boom. Damit verbunden sind Herausforderungen sicherer Infrastruktur, eine neue Flächenaufteilung sowie Fragen generationengerechter Verkehrssysteme.

Diese Herausforderungen zu meistern, haben sich in vielen Bundesländern Arbeitsgemeinschaften gebildet, in denen Kommunen gemeinsame Lösungen entwickeln und den Wissensaustausch voranbringen. Seit Anfang 2019 gibt es mit der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs, kurz Rad.SN, auch in Sachsen eine solche Arbeitsgemeinschaft.

Heute hat der Freistaat Sachsen mit der Unterzeichnung des Fördervertrags den Weg für den Aufbau professioneller organisatorischer Strukturen für Rad.SN freigemacht. Aktuell sind 18 Städte Mitglied bei Rad.SN, weitere Beitritte zur Arbeitsgemeinschaft sind in Vorbereitung.

Mindestüberholabstand gilt immer - egal ob Radfahr-, Schutz- oder gar kein Streifen2020 05 29 pbl

Mit der seit April geltenden Neuerung der StVO sind die Mindestüberholabstände von 1,50 m innerorts und 2 m außerorts jetzt nicht nur durch Gerichtsurteile festgeschrieben, sondern fester Bestandteil der Straßenverkehrsordnung geworden.

Was viele nicht wissen: Der Überholabstand muss nicht nur bei Überholvorgängen in der selben Spur beachtet werden, sondern gilt auch, wenn man mit dem Auto einen Radfahrer überholt, der auf einem Schutzstreifen oder Radfahrstreifen fährt. Auch wenn der weiße Streifen links des markierten Radwegs vom Autositz aus vielleicht als ausreichende Barriere zwischen Außenspiegel und Lenkerende erscheinen mag: Überholmanöver mit weniger als 1,50 m Abstand sind auch dort nicht zulässig, wo der Radverkehr im Bereich der Fahrbahn auf markierten Wegen geführt wird.

Dieses Jahr mal statt Fernreise die Heimat per Rad erkunden: das haben sich viele für den Sommer vorgenommen. Nicht für wenige wird die Mehrtagestour im Sommerurlaub 2020 eine Premiere sein. Deshalb hat der ADFC Sachsen hier einige Tipps zusammengestellt, damit die Tour zu einem tollen Erlebnis wird.

Ausrüstung

Um in Mitteleuropa einen Radurlaub zu machen, braucht es sicher keine Expeditionsausrüstung. Eher im Gegenteil: Zu viel Gepäck ist ein häufiger Anfängerfehler, der das Tourenerlebnis schnell trübt, denn jedes Kilo zuviel am Rad bremst, besonders bergauf. Ein normales Alltagsrad genügt meist den Anforderungen an durschnittliche Touren.

Jetzt kommt das Rad zum zug

60% der sächsischen Bahnhöfe verfügen über keine oder nur mangelhafte Abstellanlagen

Der ADFC erfasste die Anzahl und Qualität der Fahrradabstellanlagen an allen 521 sächsischen Bahnhöfen. Die Ergebnisse sind teils ernüchternd: 40% der Bahnhöfe verfügen über keine Abstellanlagen und bei weiteren 20% sind sie äußerst mangelhaft.

In der Bewertung des ADFC erlangten aber auch immerhin 20% die Note 1 oder 2. Hier kommt auf jeden zehnten einsteigenden Fahrgast mindestens eine überdachte und diebstahlsichere Abstellmöglichkeit.

RaddiebstahlEs klingt wie eine völlig unglaubwürdige Räuberpistole. Dutzende Polizeibeamte der Ermittlungszentrale für Fahrraddiebstähle in der Polizeidirektion Leipzig sollen über mehrere Jahre bei Fahrraddieben sichergestellte Fahrräder weiterverkauft und dabei einen geradezu florierenden Handel unterhalten haben.

Schon seit einigen Jahren ist Leipzig deutschlandweit neben Münster als Hot Spot des Fahrraddiebstahls bekannt. Mit 1.700 gestohlenen Rädern pro 100.000 Einwohner ist die Messestadt die deutsche Hauptstadt des Fahrraddiebstahls. Etwa die Hälfte der in Sachsen gemeldeten Fahrraddiebstähle werden in Leipzig zur Anzeige gebracht. Deshalb setzte die Polizei hier auch 2012 eine Spezialeinheit ein, die "Zentrale Bearbeitung Fahrrad" (ZentraB Fahrrad). Im Sommer 2019 wurde die anfänglich als Vorzeigeprojekt geführte Spezialeinheit plötzlich abgewickelt - unerwartet und ohne weitere öffentliche Kommentierung.

2020 06 02 klingeldemo logoHeute knallten in der ADFC-Geschäftsstelle in Dresden die Sektkorken. Die Entscheidung der Großen Koalition in Berlin, zur Krisenbewältigung nach Corona statt auf eine Abwrackprämie auf eine zeitweise Senkung des Mehrwertsteuersatzes und ein Paket weiterer Konjunkturmaßnahmen zu setzen, trifft beim ADFC auf große Zustimmung. Ursprünglich sollte im Kanzleramt am Dienstag ein "Autogipfel" aus Vertretern von Autolobby und Bundesregierung tagen und die Eckpunkte für eine großzügige Automobilförderung festzurren.

Einige Ministerpräsidenten, darunter auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer, forderten eine Autopkaufprämie, die nicht einmal an ökologische Kriterien gebunden ist, was bei Verbänden und Experten schlimmste Befürchtungen und Erinnerungen an die Abwrackprämie von 2009 aufkommen ließ. Der ADFC Sachsen protestierte daraufhin öffentlichkeitswirksam mit einer "Klingeldemo" vor der Sächsischen Staatskanzlei.

Mit der Entscheidung der Bundesregierung vom Mittwoch, den Kauf von Autos nicht pauschal zu fördern, sind zwar auch nicht die Forderungen nach einer Mobilprämie für alle umgesetzt worden, die der ADFC in einem breiten Bündnis zuvor ausgearbeitet hatte. Vermieden werden konnte aber immerhin ein aus verkehrspolitischer und ökologischer Sicht fatales Signal einer pauschalen Autokaufprämie. Mehr noch: Mit dem Abwracken dieser Abwrackprämie ist es einer breiten gesamtgesellschaftlichen Bewegung aus Bürgern, Verbänden und Wissenschaft gelungen, die Autolobby am Durchmarsch durch die Institutionen zu hindern. Das ist nicht nur ein hoffnungsvolles Zeichen, sondern vermutlich auch eine Premiere in der Geschichte der Bundesrepublik.

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